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Dax-Stimmung: Profis so euphorisch wie seit einem Jahr nicht mehr!

Kaum erholt sich der Dax von seinen tiefsten Ständen seit April, schwappt offenkundig bei den Profi-Investoren geradezu eine Euphorie-Welle in die Gehirne. Wie die jüngsten Daten der Deutschen Börse zeigen, sind die Profis so optimistisch für den Dax wie seit einem Jahr nicht mehr – im vergleich zur Vorwoche füllte sich das Lager der Bullen um +11% auf nun 54%. Im Lager der Bären sind nun sogar mit 24% nur weniger als jeder Vierte, sage und schreibe 15% haben im Vergleich zur Vorwoche ihre Bären-Höhle verlassen!

Was ist da bloß los? Joachim Goldberg meint: das müssen einhemische Investoren sein, die in Euphorie verfallen sind:

„Die jüngste Stimmungsentwicklung ist insofern bemerkenswert, als die neueste Fondsmanagerumfrage von BofA Merrill Lynch, die vom 7. bis 13. September erhoben wurde, dafür spricht, dass bis Mitte vergangener Woche Kapital von Aktienmärkten der Eurozone abgezogen wurde. Denn der Anteil derjenigen internationalen Fondsmanager, die in Aktien der Eurozone übergewichtet sind, hat sich seit der vergangenen Umfrage von netto 17 auf 11 Prozent zurückgebildet und damit den tiefsten Stand seit 18 Monaten erreicht. Wenn man bedenkt, dass der Anteil der in den USA übergewichteten Fonds leicht auf per Saldo 21 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2015 gestiegen ist, kann man sich gut vorstellen, dass derzeit die größeren Gewinnchancen für Aktien jenseits des Atlantik gesehen werden. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass die Aufwärtsbewegung des DAX der vergangenen Tage heimischer Nachfrage zuzuschreiben ist.

Mit der heutigen Erhebung befindet sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index der institutionellen Anleger mit +29 Punkte nicht nur absolut betrachtet auf recht hohem Niveau. Vielmehr handelt es sich in der relativen Betrachtung auf Sicht von sechs Monaten sogar um den bislang höchsten Wert in diesem Jahr.

Dies impliziert zweierlei: Zum einen dürften weitere Kursanstiege des DAX durch Gewinnmitnahmen abgebremst werden. Und, zum anderen, sollte der DAX erneut unter Druck geraten, wird man den Warnern der vergangenen Woche möglicherweise kein zweites Mal glauben wollen. Wollen wir hoffen, dass – um im Bild der Fabel zu bleiben – die Warner nicht am Ende Recht behalten und der Wolf dieses Mal dann doch noch kommt.“

Bei den Privatanlegern ist die Stimmung gedämpfter: hier sind 46% bullisch, -1% zur Vorwoche, während 34% bärisch sind (-1% zur Vorwoche). Es sind also vor allem die Profis, die von Hoffnung erfüllt sind. Aber eben auch wohl bereit sind, Gewinne mitzunehmen..

Dazu abschließend Joachim Goldberg mit seiner Analyse im Video:


Foto: Deutsche Börse AG



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