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Dax-Stimmung: Schwund der Optimisten!

Trotz oder wahrscheinlichn eher wegen der Rally im Dax werden die Optimisten spärlicher. Was ist da los?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was ist bloß mit den Bullen los? Wo ist die gewohnte Euphorie geblieben? Ist der Dax etwa nicht gestiegen, weil die Perspektiven für die globale Wirtschaft etwa so unglaublich gut sind? Hm. Irgendwas muß in der letzten Woche passiert sein, die Optimisten, die im Bullen-Lager zuletzt Platzmangel hatten, sind offenbar zum Ausgang gerannt. Das zumindest legt die neueste Umfrage der Deutsche Börse nahe. Demnach sind bei den Profi-Invetoren 13% aus dem Lager der Bullen abgewandert, sodass nun nur noch 41% für den Dax optimistisch sind. Vor zwei Wochen waren es noch satte 67%, also reinstes Bullen-Sterben – was wiederum natürlich per se schon wieder bullisch ist!

Die Bären kommen bei den Profis nun auf 34% (+4% zur Vorwoche), die Neutralen gewinnen 9% auf nun 25%. Die Abgänge aus dem Bullen-Lager sind also mehrheitlich an die Seitenlinie gewechselt. Auch bei den Privatanlegern ist ein Rückgang des Optimismus zu beobachten, 8% haben sich aus dem Bullen-Lager verdünnisiert, 43% harren aus. Die Abgänge kommen bei den Privaten jedoch vorwiegend (anders als bei den Profis) dem Bären-Lager zugute, das 6% auf nun 38% zulegen kann. Die Neutralen bleiben eine seltene Spezies, trotz des mickrigen Gewinns von 2% auf nun 19%.

Das bedarf der Erklärung, und um eine Erklärung ist bekanntlich Joachim Goldberg nie verlegen! Goldberg verweist übrigens auch auf die „Border Tax“ von Donald Trump und Paul Ryan, die unseres Wissens nach FMW als einzige deutschsprachige Seite bisher thematisiert hat (liest Goldberg FMW?) und kommt zu folgendem Schluß:

„Auch wenn der fürchterliche Anschlag von Berlin den meisten Akteuren noch vor Augen sein dürfte, glauben wir trotzdem nicht, dass sich eine größere Gruppe in ihrer mittelfristigen Einschätzung des Aktienmarktes davon hat beeinflussen lassen. Vielmehr vermuten wir, dass die Investoren nicht noch einmal (wie Ende 2015 geschehen) das Jahr mit hohen Engagements beschließen möchten, aus denen sie Anfang 2017 womöglich nicht mehr heraus kämen.

Deswegen glauben wir, dass das Hauptmotiv für die fortgesetzten Gewinnmitnahmen der Teilnehmer unseres Panels vor allen Dingen in den seit Anfang Dezember aufgelaufenen hohen Buch-Profiten selbst besteht: Bei einem DAX-Plus von fast 10 Prozent kann man einfach nicht widerstehen und nimmt diese gerne mit, um sie in der Jahresschlussbilanz ausweisen zu können.

Per Saldo lässt sich also feststellen, dass das Stimmungsbarometer absolut betrachtet nicht mehr weit von der neutralen Nulllinie entfernt ist. Gemessen am Halbjahresdurchschnitt ist die heutige Erhebung jedoch als relativ pessimistisch zu bezeichnen. Dies steht jedoch in deutlichem Widerspruch zur tatsächlichen Entwicklung des DAX, der sich zum Erhebungszeitpunkt fast am Jahreshoch befindet.

Mit anderen Worten: Auch die fortgesetzten Gewinnmitnahmen der Teilnehmer unseres Panels haben dem DAX (möglicherweise aufgrund langfristiger Kapitalzuflüsse) nicht geschadet. Damit stehen die Chancen gut, dass der DAX auch Anfang 2017 zumindest von heimischen Anlegern nicht massiv unter Druck gesetzt werden wird“.

Klingt plausibel, man möchte nicht noch einmal, wie im Vorjahr, durch einen Abverkauf kalt erwischt werden – damals blieben trotz des Abverkaufs die Profis übrigens noch sehr lange optimistisch, und als sie dann pessimistisch wurden, drehte der Dax nach oben.

Wie aber sieht es in den USA aus? Dort bleibt der Optimismus trotz der Rally bestehen, die Bullen mit einem Verlust von -0,1% auf nun 44,6% praktisch unveränderter „Marktführer“ (historischer Durchschnitt ist 38,5%) laut neuester AAII-Umfrage. Die Bären werden jedoch seltener und verlieren 3,2% auf nun nur noch 29,2%, die Neutralen gewinnen knapp über 3% auf nun 26,2%.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Masud79

    22. Dezember 2016 11:34 at 11:34

    Ich versteh das nicht, vorher wurde ein hoher bullenanteil kontra indikativ gewertet weil alle schon investieren sind ( was offensichtlich nicht gestimmt hatte). Also wie ist jetzt die Korrelation zu verstehen ?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      22. Dezember 2016 11:36 at 11:36

      @masud, na total bullisch natürlich! Faktisch bedeutet das doch, dass der Dax mindestens noch einmal 1400 Punkte steigt, wenn nicht viel mehr.. :)

  2. Avatar

    Pit

    22. Dezember 2016 11:59 at 11:59

    5000 Punkte Verlust bis Jahresmitte.

    • Avatar

      columbo

      22. Dezember 2016 12:30 at 12:30

      Wenn der Dax fällt, dann fällt er nicht wirklich, er legt nur eine „Verschnaufpause“ ein.

    • Avatar

      gerd

      22. Dezember 2016 12:43 at 12:43

      Ich wette dagegen, dass das erst im Dezember 2017 passiert.

  3. Avatar

    back2life

    22. Dezember 2016 13:48 at 13:48

    Leute Leute Wall Street hat gesagt und dann stimmt es auch so: Die Aktien werden nur nach Trumps Sieg steigen, Aktien und Indizes werden NIE wieder fallen – nie wieder Basta! Trump rettet die Welt und Bärenmärkte wird es nie wieder geben – nie wieder!

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Markus Koch vor dem Handelsstart in New York – Abverkauf bei Tech geht weiter

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Der Abverkauf bei Tech geht weiter, und der Value-Bereich profitiert.

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Deutsche Bank: Übernahme durch UBS? Geldwäsche in Russland? Aktie dick im Minus

Claudio Kummerfeld

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Deutsche Bank Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank könnte heute mit einem kräftigen Plus in den Handel gehen. Würde man meinen, wenn man die Nachricht betrachtet, dass die große Schweizer UBS womöglich die Deutsche Bank kaufen will. So zumindest sagte es am Samstag die Schweizer „Sonntagszeitung“. Aber beim zweiten Blick weiß man: Die UBS wollte ja auch mit der Credit Suisse fusionieren – diese Idee sll offenbar schon gescheitert sein. Und auch die Commerzbank wie die Lloyds Banking Group sollen für die UBS interessante Kaufkandidaten sein. Also ist dies doch eher eine ziemlich unklare Lage. Außerdem wären die Hürden, die größte Bank Deutschlands kaufen zu können, wohl ziemlich groß. Aber dennoch, die Deutsche Bank-Aktie könnte heute aufgrund dieser Meldung gut im Plus eröffnen.

Deutsche Bank mit neuem Geldwäsche-Horror in Moskau?

Aber sie geht mit minus 3,6 Prozent in den Handel. Denn gestern gab es neue konkrete Berichte zu möglichen Geldwäsche-Vorgängen in Russland. Konkrete Auswertungen (hier die Details) sollen zeigen, dass die Deutsche Bank-Filiale in Moskau wohl eine Art Wild-West-Filiale gewesen sein soll, und dass trotz Aufsehern in Sachen Geldwäsche wohl kaum Kontrolle stattfand. Man wollte wohl nicht hinsehen und ließ viel womöglich mehr zweifelhafte Transaktionen zu als bislang bekannt. Pikant dabei ist, dass im betreffenden Zeitraum auch der heutige Deutsche Bank-Chef Sewing als Chef der Revision für die Kontrolle zuständig war, aber dass trotz Prüfungen sogenannte Mirror Trades nicht entdeckt wurden. Dabei wurden für Kunden Aktien in Rubel gekauft, und danach gleich wieder in US-Dollar verkauft.

Drohen der Deutschen Bank nach diesen neuen Enthüllungen weitere Geldstrafen? Fängt auch der Stuhl vom angeblich so sauberen Herrn Sewing an zu wackeln? Auf jeden Fall könnte der geneigte Börsianer das Grausen kriegen, dass diese jahrelange Horror-Show mit nicht enden wollenden Geldstrafen, Verfahren und Prüfungen weiter geht. Die Deutsche Bank-Aktie jedenfalls, die notiert heute wie gesagt mit mit minus 3,6 Prozent bei 7,41 Euro. Die Deutsche Bank hat dazu folgendes Statement veröffentlicht. Zitat:

„Die Bekämpfung von Finanzkriminalität, Geldwäsche und Kapitalflucht hat für die Ermittlungsbehörden und Finanzinstitute gleichermaßen Priorität. Die weltweit führenden Finanzinstitute, einschließlich der Deutschen Bank, haben Milliarden von Dollar investiert, um die Behörden bei diesen Bemühungen effektiver zu unterstützen. Dies führt natürlich zu einer höheren Zahl von Feststellungen.

Wir bei der Deutschen Bank haben in den letzten Jahren massiv in die Verbesserung der Kontrollen investiert, und wir konzentrieren uns mit Nachdruck darauf, unseren Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehört auch, dass wir Maßnahmen ergreifen, um Risiken zu minimieren, und Beziehungen zu Kunden oder Korrespondenzbanken beenden, wenn dies angezeigt ist.

Das ICIJ hat über eine Reihe historischer Themen berichtet. Soweit sie sich auf die Deutsche Bank beziehen, sind sie den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen wurden bereits untersucht und führten zu Einigungen mit den Behörden, in denen die Zusammenarbeit und die Mängelbeseitigung der Bank öffentlich anerkannt wurden. Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen. Soweit die vom ICIJ verwendeten Informationen aus Verdachtsmeldungen (sogenannten SARs) stammen, wurden diese Informationen von einer Bank gemäß der gesetzlichen Regelung aktiv identifiziert und den Behörden mitgeteilt. SARs enthalten Warnungen vor möglichen Probleme, können aber nicht mit einer Tatsachenbehauptung gleichgesetzt werden.“

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Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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