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Angst und Panik Dax Stimmung: Turbulenzen – starke Verunsicherung der Anleger

Ja, wir haben wieder Panik am Aktienmarkt

Dax Stimmung: Turbulenzen - starke Verunsicherung der Anleger

Von der Kapitulation vor zehn Tagen ging es, wie in unserer Sentimentanalyse der Vorwoche erwartet, ohne nennenswert positive Meldungen beim DAX um 6,5% nach oben. Es war eine Short Covering Rallye, wie man in den USA sagt: Leerverkäufer deckten ihre Spekulationen auf fallende Kurse panisch ein und sorgten so für eine heftige Rallye. Am Ende dieser technischen Gegenbewegung folgte ein ebenso heftiger Ausverkauf, der die Märkte wieder zurück auf das Ausgangsniveau führte.

DAX: Gift für die Stimmung

Für das Anlegersentiment war diese hektische Woche Gift. Unser Barometer ist auf einen Wert von -6,4% gefallen und zeigt Angst und Panik an. Gepaart mit einem großen Maß an Verunsicherung (-5,4%) können wir davon ausgehen, dass ein Panik-Boden auch beim DAX nicht mehr weit sein kann.

Die Zukunftserwartung ist ebenfalls wieder negativ. Der Wert von -0,7% zeigt, dass Anleger auch für die kommenden Monate keine Besserung beim DAX erwarten. Die Investitionsbereitschaft von +1,4% kann vor diesem Hintergrund nur als spekulativ und in beide Richtungen interpretiert werden. Spekulativ, weil das Vertrauen in die Zukunft noch fehlt. Und beide Richtungen, weil sich in den aktuellen Marktturbulenzen Spekulationen auf steigende und fallende Kurse in kurzer Folge ablösen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt mit einem Wert von -4 eine leichte Absicherungsneigung an. Privatanleger sind also trotz des Kurseinbruchs noch immer vorsichtig. Spekulationen auf steigende Kurse sind in der Unterzahl.

Institutionelle Anleger, die sich über die Eurex absichern, zeigen ein neutrales Verhalten. Das Put/Call-Verhältnis von 1,4% entspricht dem Durchschnitt der vergangenen Monate. In den USA notiert das Put/Call-Verhältnis der CBOE bei 0,9 und zeigt ein zunehmendes Interesse der Anleger an Absicherungen gegen fallende Kurse.

US-Fondsmanager segeln mit einer Investitionsquote von 34%. Das ist zwar leicht höher als vor einer Woche, aber noch immer extrem niedrig.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger zeigt mit -20% eine klare Dominanz der Bären an. Pessimismus überwiegt also auch in den USA.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 steht bei 31% und zeigt Angst im Markt an. Das ist zwar noch kein Extremniveau, aber doch schon sehr deutlich.

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Interpretation der Stimmung gegenüber dem DAX

Ja, wir haben wieder Panik am Aktienmarkt. Erst vor einer Woche betonte US-Notenbankchef Jay Powell, er werde die Inflation bekämpfen, whatever it takes, da deuten bereits Unternehmenszahlen auf eine Rezession, die um so stärker ausfallen wird, je vehementer die Fed gegen die Inflation vorgeht.

Trotz der Panik wurden die Tiefs der Aktienmärkte aus dem Juli noch nicht erreicht. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich der DAX Anfang der kommenden Woche entwickelt, bis am Mittwoch der Zinsentscheid der Fed ansteht.

Die Verunsicherung über die weitere Geldpolitik ist groß, da es derzeit kein Richtig, sondern nur zwei Falsch gibt: Entweder die Notenbank hebt den Leitzins um 0,75% an und sagt, das war’s, man werde vorerst beobachten, wie sich die Inflation entwickele. Dann ist das falsch, weil man die Inflation eben nicht, wie noch vor einer Woche betont, bekämpft, whatever it takes. Es kann also durchaus sein, dass die Inflation nach einer kleinen Verschnaufpause in ein paar Wochen wieder anzieht.

Oder aber die Notenbank hebt den Leitzins gleich um 1% und kündigt stoisch weitere Zinsanhebungen für die kommenden Sitzungen an. Dann ist das ebenfalls falsch, weil man zwar die Inflation in den Griff bekommen wird, aber zulasten der Wirtschaft, die bei zu hohen Zinsen in eine schwere Rezession abzudriften droht.

Der September hat einen schlechten Ruf an den Aktienmärkten und wird aktuell seinem Ruf gerecht. Vieles spricht dafür, dass ein finaler Ausverkauf zwar im Gange, aber noch nicht beendet ist.

Die Investitionsquote ist diese Woche zwar schon stark zurück gekommen, aber notiert gerade mal auf einem durchschnittlichen Niveau. Bei Angst und Panik kann da also noch einiges auf den Markt geschmissen werden, was die Kurse weiter drücken würde. Auf der anderen Seite waren es nur Spekulanten, die in der Vorwoche für die Rallye gesorgt haben. Diese Spekulanten dürften nun auch schnell wieder aus ihren Positionen raus sein.

Kritisch wird es daher im Bereich 12.400 bis 12.600 im DAX: Dort muss sich zeigen, ob die Liste von negativen Entwicklungen nach zehn Monaten Baisse ausreichend im aktuellen Kursniveau berücksichtigt sind, oder aber ob eine drohende Rezession noch niedrigere Aktienbewertungen erfordert. Aus Sicht der Sentimenttheorie befinden wir uns im Bereich zwischen 12.600 und 13.500 Punkten im DAX im Niemandsland: Einige Spekulanten spielen mit täglich wechselnden Vorzeichen. Erst ein Ausbruch aus dieser Spanne dürfte die langfristig denkenden Anleger zu einem Umdenken zwingen.

Wie seit einigen Wochen gesagt besteht durchaus die Möglichkeit, dass wir das Tief von 12.400 Punkten im DAX nicht nochmals unterschreiten, sondern einen Panik-Ausverkauf oberhalb dieses Niveaus sehen und somit einen tragfähigen Boden bilden.

Hinweis: Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos.



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