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Dax-Stimmung: „Ungesunder Optimismus!“ – Sentiment so bullisch wie seit dem Jahr 2006 nicht mehr!

Extrem bullische Stimmung – und ein steiler Abhang, wenn das schief geht..

Markus Fugmann

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Was ist denn da los? Die Performance des Dax war in den letzten Wochen nicht gerade ein Anlaß für Jubelsprünge der Bullen – aber das scheint insbesondere die Profi-Investoren nicht davon abzuhalten, unverbrüchlich an die Jahresendrally zu glauben! Laut neuester Umfrage der Deutschen Börse sind 65% der befragten Profis im Lager der Bullen – ein Plus von 15% zur Vorwoche! Bärisch sind lediglich 15% – ein Minus von 11% zur Vorwoche.

Auch die Privatanleger werden wieder zuversichtlicher, bleiben aber mit 50% Bullen-Anteil (+9% zur Vorwoche) deutlich unter den Werten der Profis, bärisch sind bei den Privaten nun 32% (-10% zur Vorwoche). Damit ist das Sentiment so optimistisch wie seit auf den Tag genau 12 Jahren nicht mehr, wie Joachim Goldberg konstatiert:

„..der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist quasi durch die Decke geschossen und hat sich um 26 Punkte auf einen Stand von +50 Punkte befestigt – so hoch wie zuletzt am 29. November 2006! Dabei speist sich der Zuwachs bei den Optimisten zu mehr als 80 Prozent aus ehemaligen Pessimisten, die im besten Fall möglicherweise den Rücksetzer unter die Marke von 11.100 DAX-Zählern in der Zwischenzeit dazu genutzt haben, ihre bearishe Einstellung deutlich zu korrigieren.“

Aber nicht nur das: in der relativen Sechs-Monatsbetrachtung sogar auf dem höchsten Stand, seit die Daten erhoben wurden (seit dem Jahr 2002):

„Die jüngste Erhebung verdeutlicht zweierlei. Zum einen ist der Anstieg des DAX (im Wochenvergleich handelt es sich um einen Zugewinn von 1,3 Prozent) den bisherigen Bullen nicht groß genug ausgefallen, um sich von bestehenden Engagements zu trennen. Dabei mag auch eine Rolle gespielt haben, dass eben doch noch recht viele Akteure an eine Jahresschlussrally glauben möchten. Allerdings ist der derzeitige Optimismus nicht nur absolut betrachtet mit einem Börse Frankfurt Sentiment-Index von +50 Punkten so hoch wie seit zwölf Jahren. In der relativen Sechs-Monats-Betrachtung handelt es sich sogar um den höchsten Stand seit Beginn unserer Aufzeichnungen im Jahr 2002.“

Das alles ist für die Dax-Bullen keine wirklich gute Nachricht! Denn das Boot ist sehr voll und droht zu kentern, wie Joachim Goldberg anmerkt:

„Mit anderen Worten: Es ist kräftig gekauft und zu bestehenden Engagements wahrscheinlich auch hinzugemischt worden. Dass ein so hoher Sentiment-Stand für den DAX nicht gesund sein dürfte, muss an dieser Stelle nicht betont werden. Denn bei eventuellen weiteren Kurssteigerungen (in Richtung 11.600) dürften Gewinnmitnahmen zwangsläufig eine Bremse für den DAX bedeuten. Die weitaus größere Gefahr ergibt sich allerdings, falls das Börsenbarometer die bisherigen Jahrestiefs unterlaufen sollte. Denn die verbleibende heimische Nachfrage dürfte in diesem Fall recht dünn ausfallen. Und es ist nicht anzunehmen, dass die Optimisten von heute einer derartigen Entwicklung tatenlos zusehen werden. Sondern wahrscheinlich die Notbremse ziehen werden.“

Also: unter der 11.000er-Marke wäre Alarmstufe rot angesagt – wie Goldberg auch in diesem Video betont:

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Von Moritz Kohls – Eigenes Werk, CC-BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57210798

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Rüdiger Born: Nasdaq-Charttechnik im Detail

Rüdiger Born

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Auch heute bespreche ich das Aufwärts-Szenario für den Nasdaq. Im folgenden Video gehe ich bei der Charttechnik mal so richtig ins Detail.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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