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Dax Stimmung: Zukunftserwartung fast wie beim Coronacrash

Dax Coronacrash

Das vorläufige Ergebnis unserer Stimmungsumfrage zum Dax zeigt einmal mehr Angst und Panik – fast so extrem wie beim Coronacrash. Doch schauen wir uns die aktuelle Stimmungslage einmal genauer an.

DAX: Zukunftserwartung fast wie beim Coronacrash

Unser Anlegersentiment zum Dax ist mit einem Wert von -7,1 weiterhin im extrem niedergeschlagenen Bereich. Eine Gegenbewegung ist nach wie vor überfällig, doch das hatten wir ja schon vor einer Woche. Doch im Unterschied zur Vorwoche ist nun die Cashquote deutlich angesprungen, die Investitionsquote ist im Umkehrschluss stark zurück gegangen. Offensichtlich haben sich Anleger in der abgelaufenen Woche von vielen Positionen getrennt.

Gleichzeitig ist die Shortquote angesprungen. Das bisschen Geld, das Anleger in den vergangenen Tagen in den Markt investiert haben, wurde unseren Umfragewerten zufolge in Spekulationen auf fallende Kurse bzw. in Absicherungen gesteckt. Anders als in der Vorwoche ist nun also nicht nur die Stimmung schlecht, sondern inzwischen haben Anleger Ihre Positionierung an ihre Stimmung angepasst.

Damit ist die Unzufriedenheit von -10,2 auf -6,4 angesprungen. Dieser Wert zeigt absolut betrachtet noch immer eine extreme Unzufriedenheit an. Doch im Vergleich zur Vorwoche, als viele Anleger noch in unliebsamen Positionen investiert waren, ist die Verunsicherung nun, nachdem man sich von vielen Positionen getrennt hat, ein wenig zurück gegangen.

Die Zukunftserwartung ist auf -1,6 eingebrochen und notiert damit auf dem zweitniedrigsten Wert seit dem Coronacrash. Nur einmal gab es seither vergleichbar viele Pessimisten. Das war im April 2021, als die Impfstoffrallye, die den DAX von November 2020 bis ins Frühjahr 2021 hinein um 35% nach oben katapultierte, auszulaufen drohte.

Die Investitionsbereitschaft folgt diese Woche offensichtlich eher der Cashquote als der Erwartung, denn trotz Rekord-Pessimismus ist die Investitionsquote auf 2,5 angesprungen. Offensichtlich erwarten Anleger in den kommenden zwei Wochen so etwas wie einen finalen Sell Off und wollen dann zugreifen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist auf +7 gesprungen und zeigt einen deutlichen Anstieg des Risikoappetits an. Produkte, mit denen an steigenden Kursen partizipiert wird, finden nach drei Monaten der Abstinenz wieder ihren Weg in die Depots der Privatanleger.

Institutionelle Anleger, die ihre Spekulationen über die Eurex abwickeln, agieren derzeit neutral. Das Put/Call-Verhältnis von 1,4 liegt im Durchschnitt der vergangenen Monate. In den USA hingegen ist das Put/Call-Verhältnis weiterhin auf einem hohen Niveau, dort sichert man sich also weiterhin gegen fallende Kurse ab.

Die Investitionsquote der US-Fondsanleger ist auf 20% gefallen. Damit wird der Negativ-Rekord von vor vier Wochen eingestellt. Fondsanleger fürchten also weitere Kursverluste und gehen vorsichtshalber in Cash.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger ist auf -41% gestürzt, nur am 28. April war das Verhältnis mit -42% noch schlechter. 59% aller Umfrageteilnehmer fürchten weiter fallende Kurse.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 ist auf 27% gefallen und notiert damit im Bereich der Angst, knapp vor extremer Angst (ab 25%).

Interpretation der Stimmung im DAX

Na, einen Großteil der Interpretation habe ich heute schon im oberen Teil untergebracht: die Angst und Panik der Vorwoche hat zu Liquidationen geführt, nun sitzen viele Anleger auf Cash und warten schon wieder auf Kaufgelegenheiten bei DAX und Co.

Ende nächster Woche endet das zweite Quartal, anschließend werden wir Q-Zahlen und Unternehmensprognosen erhalten. Bereits im Vorfeld wird es meiner Erwartung nach zu Abstufungen durch Analysten sowie Gewinnwarnungen durch Unternehmen kommen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Entsprechend sind die Aktienmärkte eingebrochen. Nun wird sich in den Q2-Zahlen und Prognosen zeigen, wie stark jedes einzelne Unternehmen betroffen ist: Stärker, als bereits durch die Kursverluste eingepreist, oder vielleicht nicht ganz so stark.

Die Sentimentdaten zeigen, dass Anleger bereits leidgeprüft sind und sich für das Schlimmste positioniert haben. Da dürfte Gewissheit, die man den Unternehmensberichten entnehmen wird, Balsam für Anleger sein.

Gold, Öl und Bitcoin

Eine interessante Konstellation können wir auf dem Goldmarkt beobachten: Nachdem die Stimmung in den vergangenen Wochen extrem schlecht war, ist die Zukunftserwartung nun deutlich angesprungen. Der Goldpreis könnte seinen Ausverkauf also ebenfalls hinter sich haben. Wer verkaufen wollte, hat dies in den vergangenen Wochen getan. Nun sehen Anleger so langsam wieder Chancen im Goldmarkt.

Der Ölmarkt zeigt die spiegelbildlich gegenteilige Sentimentverfassung: Die Stimmung ist lange Zeit extrem gut gewesen, brach diese Woche heftig ein (extrem großer Stimmungseinbruch). Die Zukunftserwartung hingegen ist seit einigen Wochen eher negativ. Die Ölpreiskorrektur könnte somit gerade erst begonnen haben.

Beim Bitcoin wiederum ist sowohl die Stimmung als auch die Zukunftserwartung extrem negativ. Es herrscht also Angst und Panik in der Kryptowelt und es gibt keinerlei Hoffnung auf Besserung. Solche Werte deuten darauf hin, dass der finale Ausverkauf noch im Gange ist.

Hinweis: Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos.



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