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Turbulenzen zum Wochenstart DAX stürzt ab: Wochenauftakt im Schatten des Iran-Konflikts

DAX stürzt ab: Wochenauftakt im Schatten des Iran-Konflikts
Grafik: ChatGPT

Der Auftakt in den neuen Börsenmonat dürfte für den DAX anders verlaufen, als es sich einige Bullen erhofft hatten. Statt dass der deutsche Leitindex das Rekordhoch ins Visier nimmt, richtet sich der Blick zunächst wieder gen Süden. Denn die neue Woche beginnt im Schatten eines Krieges im Nahen Osten. Die Eskalation zwischen Iran und den USA bzw. Israel hat am Wochenende die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold schlagartig nach oben getrieben, während die Aktienmärkte zum Wochenbeginn unter Druck stehen. Es verstärkt sich die Sorge, dass aus dem militärischen Konflikt ein Energie- und Lieferkettenschock, der die Öl- und Gaspreise nach oben treibt.

Der Start in den saisonal starken Börsenmonat März könnte damit ins Wasser fallen. Zuletzt war der DAX bereits mehrfach an der zentralen Hürde bei 25.300 Punkten gescheitert, nun droht sogar ein deutlicher Rückfall unter die wegweisende Marke von 25.000 Punkten.

Neben dem Iran-Konflikt wirken mehrere externe Faktoren als Belastung: Einerseits sorgten zuletzt schwache Vorgaben von den US-Börsen für Zurückhaltung, andererseits verstärkten geopolitische Risiken – insbesondere die Sorge vor weiteren Auswirkungen des Iran-Konflikts – die Nervosität. Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit rund um mögliche neue Zölle sowie strukturelle Fragen zur KI-Disruption, die einzelne Branchen zusätzlich unter Druck setzen. Solange sich diese Störfaktoren nicht abschwächen, dürfte sich der nächste Angriff auf die technische Ausbruchsmarke von 25.300 Punkten deutlich verzögern. Politische Börsen könnten die Kurse zunächst belasten, während steigende Ölpreise zusätzlichen Gegenwind erzeugen.

Beim DAX bleibt vorerst die Marke von 25.000 Punkten im Fokus, die in der Vorwoche noch als stabile Unterstützung fungierte und nun erneut zur Disposition steht. Konjunkturseitig richtet sich der Blick zudem auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Entscheidend wird sein, ob sich der positive Trend vom Januar im Februar bestätigt. Für die US-Notenbank Fed wäre dies ein Signal anhaltender Robustheit – und für Anleger insofern relevant, als dadurch Zinssenkungsfantasien weiter gedämpft werden könnten.

DAX vor wichtigen Supports

Der DAX dürfte mit einem deutlichen Abwärts-Gap bei 25.284 Punkten in die neue Woche starten. Vorbörslich notiert der Index rund 1,7 Prozent im Minus und signalisiert damit klaren Verkaufsdruck vor Handelsbeginn.

Auf der Unterseite rücken nun die ersten potenziellen Unterstützungen bei 24.750/24.720 Punkten in den Fokus, gefolgt von 24.620 Punkten. Sollte das Börsenbarometer diese Zonen unterschreiten, dürfte die wegweisende Unterstützungsregion um 24.500/24.475 Punkte erneut ins Blickfeld geraten. In diesem Bereich wäre eine technische Gegenbewegung grundsätzlich möglich. Ein signifikanter Bruch dieser Zone würde jedoch das übergeordnete Chartbild deutlich eintrüben und die Wahrscheinlichkeit weiterer Kursverluste spürbar erhöhen.

Auf der Oberseite wäre im Falle eines Pullbacks zunächst die Marke bei 24.907 Punkten relevant, bevor die runde Schwelle von 25.000 Punkten in den Fokus rückt. Erst eine nachhaltige Rückeroberung dieser Widerstände würde die kurzfristige Lage wieder aufhellen und den Druck aus dem Markt mindern. Solange der DAX darunter notiert, bleibt das Risiko einer Fortsetzung des laufenden Abwärtstrends jedoch klar erhöht.

DAX stürzt ab: Aktienmärkte fallen nach Angriff auf den Iran - Ölpreis belastet

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützung:

24.800 – Horizontale

24.734 – Tagestief 17.02.

24.673 – außerbörsliches Tief 02.03.

24.500/475 – MOB-Marke

24.272 – Doppeltief

24.180 – Horizontale

DAX Widerstände

24.907 – SMA200

25.000 – Psycho-Marke

25.166 – Tagestief 27.02.

25.284 – Gap 21.02.

25.315 – Tageshoch 18.02.

25.336/331 – Tageshoch 27.02. / 20.02.

25.355 – Horizontale

25.406 – Tageshoch 27.02.

25.507 – Rekordhoch

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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3 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Fast 17 Jahre geht’s jetzt…mit Unterbrechungen… ständig nach oben. Ausgangspunkt waren mal gute 3500 Punkte in 09.

    Rein volumenmäßig der größte Anstieg in der DAX – Geschichte. Fast 22 000 Punkte im Plus oder gut 600 Prozent.

    Drehpunkt an den Märkten war damals der 10.März 09. Es lässt sich leicht ausrechnen, das sich das nicht wiederholen wird. Nicht prozentual und auch nicht von den Punkten her.

  2. Der Ölpreis wirkt sich auf den Dax aus.

  3. „…Der Ölpreis wirkt sich auf den Dax aus…“

    Was für eine Erkenntnis! Ich danke.

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