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Indizes

Dax: Südkorea oder Silicon Valley?

Was jetzt wirklich wichtig ist!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der deutscher Leitindex hat sich gestern trotz eines sehr schwachen ifo Index sehr stark gehalten (zur Beziehung zwischen ifo und Dax dazu später ein gesonderter Artikel..) und – anders als andere große europäische Indizes – ein Plus verbuchen können.

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Fragwürdiger Rückenwind

Das lag auch und vor allem an SAP, die mit +12% durch die Decke schossen – aber, wie ein Leser uns schrieb, werfen die Zahlen von SAP eigentlich erhebliche Fragen auf:

„Also ich habe mir die Zahlen mal angeschaut (von SAP-Investor Relations) und dabei nur auf die offiziellen IFRS-Berichte geschaut (die Propaganda brauche ich nicht): Bei allen 3 Berichten (Gewinn-Verlust-Rechnung, Bilanz und Cashflow) konnte ich beunruhigende Dinge erkennen: z.B. hat man mehr Schulden, auf der Aktiva-Seite aber den (zu) hohen Kaufpreis für die teuren Übernahmen dann im Goodwill einfach gegengerechnet, sodass ungefähr das gleiche Eigenkapital bleibt. Beim Cashflow ist mir aufgefallen, dass sogenannte Aktien-Optionsprogramme in Q1/2018 ca. 50 Mio. € kosteten, in Q1/2019 über 700 Mio €. Dagegen sind die knapp 900 Mio. € (alle 5 Jahre) für die ‚Umstrukturierungen‘, die der Grund für den Quartalsverlust sein sollen, fast schon wenig. Also zumindest die Q1-Zahlen verleiten mich nicht zum Überschwang.“

Das riecht ein bißchen nach Bilanzkosmetik, die SAP und damit also den Dax gestern nach oben hievte. Aber Schwamm drüber, blicken wir nach vorne!

 

Globale Konjuktur oder Silicon Valley?

Und da beißen sich nun zwei Tendenzen:

a) Die US-Berichtsssaison mit den beiden Schwergewichten Micrsooft und Facebook war gut, beide Aktien deutlich im Plus gestern nachbörslich. Die Frage ist nur: was haben Facebook und Microsoft mit dem Dax zu tun?

b) die negativen Konjunktursignale reißen einfach nicht ab: soeben veröffentliche das ifo die Stimmung der deutschen Exporteure, die im April um weitere -0,4 auf nun 1,1 Punkte fiel und damit so schlecht ist wie seit dem Jahr 2012 nicht mehr. Dazu dann heute miserable Zahlen aus Südkorea – ein Land das ähnlich exportlastig ist wie Deutschland und daher als proxy für die Weltkonjunktur gilt: Exporte rückläufig, BIP rückläufig:

 

Reicht es da, immer wieder Hoffnung zu haben, nach dem Motto: wird alles besser? Warum wird es besser? Weil China seine Wirtschaft stimuliere, so die häufige Antwort, aber Chinas Politbüro hat am Freitag klar gemacht, dass da nicht mehr an Stimulus kommt – kein Zufall, dass seitdem die Rally an Chinas Aktienmärkten beendet ist!

 

Wo würde es für den Dax brenzlig?

Der Dax ist nach wie vor in einem lupenreinen Aufwärtstrend:

 

Dieser Aufwärtstrend würde mit einem Fall unter den Bereich 12260/65 Punkte gebrochen – das ist also für die Bullen eine neuralgische Marke, die besser nicht brechen sollte, wenn der Dax weiter Höhenluft schnuppern will..

 

Von Afrank99 – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1089627

 

 

 

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Markus Fugmann

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