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Dax: Symptom für deutsche Stagnation

In gewisser Weise könnte man sagen, dass der Dax aktuell das widerspiegelt, was in Deutschland derzeit der Fall ist: Stagnation!

Markus Fugmann

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In gewisser Weise könnte man sagen, dass der Dax aktuell das widerspiegelt, was in Deutschland derzeit der Fall ist: Stagnation! Während Deutschland etwa nach den Schröderschen Reformen eine starke Dynamik entfaltete, in den letzten Jahren aber im Grunde nur noch seinen Wohlstand verwaltet und daher mit der Neuauflage der Großen Koalition den ewigen Stillstand gewählt hat in der Hoffnung, dass schon irgendwie alles so bleiben könnte wie es jetzt ist, ist die Lage etwa in Frankreich ganz anders: dort werden alte Zöpfe abgeschnitten, werden verkrustete Strukturen aufgebrochen (was immer nur gegen große Widerstände möglich ist!).

Das Dumme ist nur: wenn man den Wohlstand verwalten und damit im Grunde die doch ökonomisch durchaus gute jüngere Vergangenheit konservieren will, dann verpaßt man aber leider die Zukunftsthemen wie vor allem künstliche Intelligenz etc. Da werden asiatische Gesellschaften – die überwiegend das Beste nach vor sich haben, während Europa und vor allem Deutschland das Beste wohl schon hinter sich hat – uns immer mehr den Rang ablaufen. Fakt ist: Deutschland ruht sich derzeit auf seinen Lorbeeren aus und wird dafür in der Zukunft die Zeche bezahlen!

Das gilt wohl auch für den Dax und sein Geschäftsmodell, den Export. In gewisser Weise ist der Anstieg des Dax seit Anfang April eine Art Echo-Blase: man feiert noch einmal die gute alte Zeit, als Deutschland als Export-Weltmeister seinen tollen Produkte in die Welt verkaufte, ohne dass die Käufer darüber gemeckert hätten. Aber das ist absehbar vorbei, der Protektionismus ist die neue und gleichzeitig alte Kraft, die die nähere Zukunft prägen wird – und Trump ist ihr Symptom!

Was den Dax jetzt noch stützt ist fraglos der im Vergleich zum Dollar geschwächte Euro, der naturgemäß dem deutschen Geschäftsmodell entgegen kommt und damit eben die Illusion fördert, dass alles so bleiben könnte, wie es jetzt ist. Aber der Zeitgeist arbeitet gegen das deutsche Geschäftsmodell und damit auch gegen den exportlastigen Dax. Im Grunde verschafft also der Euro dem Dax noch einmal eine Gnadenfrist, mehr aber auch nicht.

Charttechnisch handelt der Dax derzeit im Niemandsland, die große Unterstützung liegt nach wie vor bei 12650 Punkten und damit ziemlich weit weg vom aktuellen Kursniveau. Auf der Oberseite ist die Luft reichlich dünn, aber noch gibt es wegen der Euro-Schwäche keine Abwärtsdynamik. Das große Thema aber ist der Anstieg der Renditen am amerikanischen Anleihemarkt, der nun wieder zur echten Alternative für die Aktienmärkte geworden ist angesichts der absehbaren Straffung der Geldpolitik durch die Fed.

Wenn die (Notenbank-)Musik immer leiser wird, wird auch der Dax nicht mehr so wild tanzen können. Wir sind gewissermaßen in einem Schwebe-Zustand: die Gegenwart ist noch ok, aber die Zukunft wird schwierig. Es ist nur die Frage, wann die Zukunft konkret eingepreist wird..


(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Weiter wie bisher: Merkel mit dem neuen Koalitionsvertrag

Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67282779

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    asyoulike

    16. Mai 2018 18:12 at 18:12

    Moin, moin,
    sehr gut, wir verwalten nur noch den Restwohlstand. Wie wahr diese Worte. Der Fall des wirtschaftlichen Abstiegs wird kommen, wohl eher kurzfristig als langfristig. Die BRD in ihrer jetzigen Struktur ist unreformierbar. Wer will auf etwas verzichen, wer will seine Privilegien aufgeben? Niemand. Nur alleine der Gedanke, dass Beamte kündbar wären oder nach ihrer Leistung bezahlt werden würden, undenkbar, zumindest für Beamte. Also keine echten Reformen. Ergo folgt der Abstieg in die Kreisklasse. Nur das geht finanziell nicht. Die BRD benötigt sehr viel Geld für Renten, Sozialleistungen etc. pp. . Ich persönlich hätte keine Idee wo das hinführen oder enden soll, civil war?

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Bitcoin

Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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