Der DAX steht zu Beginn des Monats August unter massivem Druck. Nach einem eher tristen Monatsausklang im Juli verdüstern sich die Perspektiven für den deutschen Leitindex weiter. Auslöser ist eine Mischung aus geopolitischer Unsicherheit, wirtschaftlichen Warnsignalen und einer charttechnisch eingetrübten Lage an den Aktienmärkten. Besonders die schwachen US-Arbeitsmarktdaten sowie die jüngste Zolloffensive von Donald Trump kurz vor Fristablauf und die Entwicklungen rund um neue Zölle zwischen den USA und zahlreichen Handelspartnern – darunter auch die Europäische Union – sorgen für Verunsicherung. Ab Donnerstag sollen neue Zollabkommen mit Aufschlägen zwischen 15 und 40 Prozent in Kraft treten. Für die deutsche Exportwirtschaft ist das ein empfindlicher Rückschlag, zumal mit den USA einer der wichtigsten Handelspartner betroffen ist. Im Fokus stehen daher die am Donnerstag erwarteten deutschen Exportzahlen, die erste Hinweise auf mögliche Bremsspuren liefern könnten.
Zudem gerät der DAX charttechnisch zunehmend unter Druck. Wichtige Unterstützungen um die Marke von 24.000 Punkten wurden am Freitag durchbrochen, weshalb sich die Signale für kurzfristige Trends ins negative umgekehrt aben, aber auch die mittelfristigen Trends sind gefährdet. Damit steigen die Risiken einer nachhaltigen und umfangreichen Korrektur. Verstärkend kommt die Saisonalität hinzu: Der August gilt an den Börsen traditionell als schwacher Monat mit niedrigem Handelsvolumen – schnelle Kursbewegungen und überproportionale Reaktionen sind daher keine Seltenheit.
Zudem sorgt die laufende Berichtssaison für Nervosität. In den kommenden Tagen veröffentlichen zahlreiche DAX-Schwergewichte wie Siemens, Infineon, DHL oder Allianz ihre Quartalszahlen. Nach mehreren Gewinnwarnungen steigt die Skepsis, ob noch weitere negative Überraschungen folgen. Die Kombination aus Zollkonflikten, technischer Schwäche und saisonalen Effekten macht eine neue Rally des DAX derzeit unwahrscheinlich. Allerdings könnte es nach dem jüngsten Einbruch kurzfristig zu einem Pullback kommen.
DAX droht abzurutschen
Long: Der DAX hat sich am Freitag in einer wichtigen charttechnischen Zone zwischen 23.470 und 23.350 Punkten stabilisiert. Vorbörslich notiert er bereits fester und nimmt Kurs auf die Marke von 23.630 Punkten. Sollte er diese überwinden, warten die nächsten potenziellen Hürden bei 23.718 und 23.829 Punkten. Hier könnten die Bären dann wieder das Ruder übernehmen. Mit einer Erholung über 23.920 bzw. 24.000 Punkte ist derzeit nicht zu rechnen.
Short: Auf der Unterseite bleiben die alten Höchststände um 23.475 Punkten zunächst im Fokus und könnten für Unterstützung sorgen. Sollte der DAX jedoch wieder darunter fallen, rücken die Marken von 23.380 und 23.345 in den Fokus. Falls auch diese Marken keinen Halt bieten, rücken die nächsten Korrekturziele bei 23.278 und 23.269 (Gap) ins Visier. Hier könnte er schließlich Halt finden und eine Gegenbewegung starten.
Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützungen:
23.475 – ex Rekordstände
23.380 – Tagestief 01.08.
23.345 – Horizontale
23.278 – markante Tiefs
23.269 – Gap 25.06.
23.142 – Horizontale
23.015 – Verlaufstief 19.06.
23.000 – Psycho-Marke
DAX Widerstände:
23.630 – Horizontale
23.722 – Zwischenhoch
23.802 – Tageshoch 01.08.
23.830 – Zwischenhoch
23.923 – Tief 22.07.
23.970 – Range-Unterkante
24.065 – Gap 31.07.
24.084 – EMA200
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