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Dax mit doppelter Top-Formation

Bereits 2018 hat der Dax eine signifikante Top-Formation ausgebildet und ist seitdem in einem Abwärtstrend gefangen. Aktuell bildet der Dax innerhalb dieses Abwärtstrends eine weitere Top-Formation aus. Charttechnisch sieht es damit nicht gut aus für den deutschen Leitindex.

Dax hat Abwärtstrend bestätigt

Dreimal ist der Dax seit dem 13. September daran gescheitert, den seit Januar 2018 gültigen Abwärtstrend nach oben zu durchbrechen. Insgesamt hat der deutsche Leitindex damit bereits fünf vergebliche Ausbruchsversuche unternommen. Mit dem erneuten Abpraller an der Widerstandslinie bei aktuell 12.480 Punkten droht sich nun bereits die zweite Schulter-Kopf-Schulter Formation innerhalb des Abwärtstrends auszubilden – eine Bestätigung dafür, dass das Risiko klar auf der Unterseite liegt:

Charttechnik im Dax

Grund für den jüngsten nochmaligen Anlauf an die obere Widerstandslinie waren Aussagen von Jerome Powell, dass die Wirtschaft in den USA gut laufe und eine Rezession nicht sichtbar sei (was will man von einer Zentralbank auch anderes erwarten). Darüber hinaus keimte erneut Hoffnung bezüglich der Deeskalation im Handelskrieg sowie Hoffnung im Brexit-Drama auf. Mit den jüngsten Konjunkturzahlen aus den USA (Einkaufsmanagerindizes, ADP Arbeitsmarktdaten), der Ablehnung Brüssels britischer Vorschläge zum Irlandproblem sowie dem grünen Licht der WTO für Strafzölle der USA gegen Europa, geht dem DAX erneut die Puste aus. Man könnte sagen: willkommen zurück in der Realität, lieber DAX.

Optimismus überwiegt nach wie vor

Bedenklich ist zudem, dass ungeachtet des eingetrübten Umfeldes, das geprägt ist von schwachen Konjunkturdaten, negativen Unternehmensnachrichten und dem drohenden Brexit, die Stimmung unter den Privatanlegern erstaunlich gut ist. Gemessen am Put-Call-Ratio an der Euwax wetten über dreiviertel der Anleger auf weiter steigende Kurse: eine klare Kontraindikation.

Put Call Sentiment im Dax

Doch selbst die Profis sind aktuell noch mit 56 Prozent leicht mehrheitlich bullish für den DAX und entsprechend positioniert. Sollte die Erwartung weiter steigender Kurse sich nun erneut nicht erfüllen, dürfte die Ernüchterung mit dem Abbau von Long-Positionen am Termin- und Kassa-Markt einhergehen. Charttechnisch ist der Weg damit nach unten zunächst einmal frei bis in die Region von ca. 11.800 Punkte. Dort verläuft aktuell die 200-Tage-Durchschnittslinie. Sollte auch diese Marke nicht halten, wartet die nächste Auffanglinie beim 50 Prozent Fibonacci-Retracement in Höhe der 11.742 Punktemarke.

Fazit

Das Chartbild hat sich durch die massiven Kursabschläge in den letzten beiden Tagen deutlich eingetrübt. Die Fortsetzung des mittelfristigen Abwärtstrends bleibt damit das favorisierte Szenario. Sollte nicht kurzfristig eine Entspannung auf einem der großen Problemfelder stattfinden (Brexit, Handelskrieg, Konjunktur, Geldpolitik), steht dem weiteren Verfall der Kurse nichts im Wege. Short-Positionen bleiben dennoch riskant, da bei ähnlich dynamischen Kursrückgängen in der jüngeren Vergangenheit sofort Statements aus dem Weißen Haus oder vonseiten der Notenbanken zu schnellen Gegenbewegungen führten. Der Grund dafür ist klar, wenn in der aktuell fragilen wirtschaftlichen Situation jetzt auch noch der für die US-Verbraucher bedeutendste Vermögenswert, die Aktie, wegbricht, dann gibt es konjunkturell kein Halten mehr nach unten. Da sich der DAX den Impulsen der Wall Street nicht entziehen kann, könnte jeder Tweet von Trump oder ein Statement von Kudlow & Co. Das Bild kurzfristig wieder drehen.



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1 Kommentar

  1. Sie schreiben richtig, Shortpositionen sind riskant, weil die Bären sehr oft von den Notenbanken mit verbalen
    oder anderen Massnahmen aus dem Markt geekelt wurden.Das führte auch dazu, dass Viele gar nicht mehr an eine grössere Baisse glauben u.sich in Sicherheit fühlen. Darum könnte es sein, dass am Tag x, viele überrascht werden u.die sogenannten Dip- Käufer richtig auf die Fresse kriegen.

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