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Dax: Über die ausgeprägte Neigung, Widerstände nicht zu überwinden..

Über zentrale Marken, an denen die Indizes bislang scheitern – und das Talent für Utopien..

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Ach, gestern war die Welt doch noch rosarot! Die neue Liebesaffäre zwischen Trump und Xi Jinping – wie aufregend! Und man hat sich ja auch so toll verstanden in Buenos Aires!

Schön – aber jetzt sind alle wieder zu Hause und die Flitterwochen sind vorbei. Jetzt muß Konkretes passieren – aber was denn genau? Die Chinesen sollen doch mal gefälligst zugeben, dass sie am laufenden Band geistiges Eigentum der Amerikaner klauen und sich jahrzehntelang durch ihre perfide Exportindustrie an den Amerikaner bereichert haben. Zugeben und zurück zahlen – dann würde doch alles gut, denken die Amerikaner.

Was genau sollen die Chinesen jetzt anbieten? Bis Anfang März muß der Deal in trockenden Tüchern sein – das ist vermutlich auf dem Mist von Trump gewachsen, der gerne Deadlines setzt in Verhandlungen, um Druck aufzubauen. Normale Handelsverträge werden in der Regel jahrelang verhandelt – etwa zwischen Parteien wie der EU und Kanada, die sich in Sachen Wirtschaftssystem und Mentalität deutlich näher stehen als Amerikaner und Chinesen. Insofern muß man schon eine besondere Veranlagung zur Utopie haben, wenn man an das pünktliche Zustandekommen eines solchen Abkommens ernsthaft glaubt..

Für den Dax jetzt wichtig wird die Frage, ob die Amerikaner die Zölle auf EU-Autos erheben werden. Heute müssen die deutschen Autokonzerne zum Rapport bei der Trump-Administration und zeigen, ob sie auch brav ihre Hausaufgaben gemacht haben, sprich, wieviel Geld sie denn in Trump-Land investieren wollen. Wenn Papa Trump das nicht reichen sollte, dann wird er die Zölle aus der Tasche holen, also seid schön brav und gestaltet euer Angebot besser großzügig – das ist seit Tagen die Botschaft aus Washington an die einst so stolzen deutschen Autobauer.

Sehen wir uns den Dax-Chart einmal an – der Index scheiterte gestern am Widerstand bei 11566 Punkten und dürfte nun auf dem Weg sein, das Euphorie-Gap bei 11315 Punkten zu schließen:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Erst über dem gestrigen Hoch wäre die charttechnische Lage des Dax deutlich verbessert.

Aber auch andere Indizes haben derzeit eine stark ausgeprägte Neigung, zentrale Widerstände nicht überwinden zu wollen oder können – so etwa der Leitindex S&P 500, der in geradezu erratischen Bewegungen rauf und runer handelt zwischen der Zone 2600/2625 und der 2815, die der Index gestern nicht ganz erreicht hatte:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Solange beim S&P 500 diese Handels-Range bestehen bleibt, steht in Frage, ob die gerade seit dem G20-Wochenende wieder häufig herbeizitierte Jahresendrally wirklich kommen kann..

 

Foto: Deutsche Börse AG

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Wolfgang M.

    4. Dezember 2018 09:35 at 09:35

    Bis jetzt sind die Börsenreaktionen doch weitgehend vorhersehbar gewesen. Ich hatte gestern Morgen geschrieben, dass nach der Shorteindeckung Gewinne mitgenommen werden (buy the rumors, sell the facts), bei einem Nikkei-Anstieg von 800 Punkten und im Dow von 1100 Punkten binnen einer Woche. Für unseren Dax sind jetzt die im Raum stehenden Autozölle Thema und damit die Frage, ob unsere drei Automanager dem US-Präsidenten heute etwas anbieten können (Produktionsausweitung in den USA u.ä.), welches Trump als persönlichen Deal verwerten kann. Danach sollte sich die weitere kurzfristige Kursentwicklung richten.

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