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Dax: Über trockenes Pulver und sterbende Fliegen

Der heutige Handelstag wird wichtig werden, weil er die Frage beantwortet, ob die gestrige Aufwärtsbewegung nur eine Eintagsfliege oder doch eine Mehrtagesfliege war. Sterben muß die Bullen-Fliege aber doch, so oder so..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Dax hat gestern mit starkem Rückenwind der US-Märkte eine impulsive Rally gezeigt. Diese begann gestern schon mit einem Aufwärtsgap, dann befeuerte zusätzlich die Rückkehr der Steuersenkungshoffnungen in den USA nach einem Politico-Bericht. Ist das alles tragfähig?

Nun ist die Wall Street durchaus dafür bekannt, Hoffnung über Fakten zu stellen. Faktisch nämlich hat eine Steuerreform derzeit nur eine Minimalchance auf Realisierung, Trump hat es sich mit entscheidenden Leuten innerhalb der Republikaner verscherzt, wie die New York Times heute Nacht berichtet vor allem mit dem wichtgiste Republikaner, Mitch McConnell. Dazu noch die Aussagen Trumps, einen government shutdown in Kauf zu nehmen, weil für ihn der Bau der Mauer zu Mexiko oberste Priorität habe. Mit anderen Worten: wir erleben faktisch einen Unfall in Zeitlupe, wenn am 30.September die deadline ausläuft für die Anhebung der US-Schuldengrenze.

Aber 30.September – bis dahin ist es für ein Wall Street-Gehirn noch ein sehr weiter Weg, schon klar. Das heißt: die Wall Street ist durchaus in der Lage, das völlig auszublenden und erst dann zur Kenntnis zu nehmen, wenn das Schiff auf den Eisberg aufläuft, nicht vorher. Darin besteht die Gefahr für diejenigen, die das Unheil schon kommen sehen – der Markt tötet häufig diejenigen, die kommende Entwicklungen zu früh antizipieren. In Abwandlung des Gorbatschowschen Spruchs gilt vor allem an der Börse: wer zu früh kommt, den bestraft die Performance..

Also ist im kurzen Zeitfenster für die Bären Vorsicht angesagt, man sollte sein Pulver nicht schon jetzt zu stark verschießen, um dann, wenn es heftig wird, noch ausreichend Munition zu haben. Der heutige Handelstag wird wichtig werden, weil er die Frage beantwortet, ob die gestrige Aufwärtsbewegung nur eine Eintagsfliege oder doch eine Mehrtagesfliege war. Sterben muß die Bullen-Fliege aber doch, so oder so, also sollte man sich nicht zu stark von ihrem Gesumme belästigen lassen..

Für den Dax gilt: der Index steht vor großen und wichtigen Widerständen! Das ist einmal der Bereich um die 12300er-Marke, knapp darunter verläuft der Abwärtstrend seit dem Allzeithoch. Da ist weiterhin derBereich um 12345 Punkte – seit Mitte Juli hat es der Dax bislang nicht geschafft, diese Bollwerk zu knacken. Es ist davon auszugehen, dass das auch diesmal nicht gelingt, zumindest nicht schon im ersten Versuch. Mit anderen Worten: sollte der Dax in diese Regionen steigen, ist dann mit einem Abpraller mit anschließender orrektur zu rechnen..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    23. August 2017 10:10 at 10:10

    Anscheinend blendet nicht nur Wallstreet alle möglichen Risken aus,gemäss Bericht von gestern Abend von Wolfgang M. wolle der norwegische Staatsfonds seine Aktienquote von 60 auf 70% erhöhen, kann mir das einer erklären ? die haben doch auch einige gutbezahlte Profis für Ihre Anlagen ! Die Meinung ,dass alle auslaufenden Anleihen in Aktien gehen teile ich nicht,denn die Verschuldung der Staaten ist ja steigend u.alle auslaufenden Anleihen inkl.eventuelles Tapering der Notenbanken muss ja durch Neuemissionen ersetzt werden.Ich begreife auch nicht warum die SNB als grösster Apple Aktionär als Aktientreiber mit gedrucktem Geld u.etwa 10% Eigenkapital manipuliert während sie ihren Bürgern grosse Vorsicht bei Immokäufen empfiehlt, u.Immokäufe praktisch verhindert, auch für gut Verdienende,VOR WAS HABEN SIE ANGST?
    Ich habe eine Vermutung,
    DIE MÜSSEN IHR SELBER ANGEZETELTES SPIEL BIS ZUM BITTEREN ENDE DURCHZIEHEN,
    Wenns dann nicht mehr geht werden sie durch ihr professionelles 24 Stunden Riskmanagement im richtigen Moment aussteigen u.die Baisse mit Leerverkäufen noch verstärken u.die grosse Masse wird wie bei einem SCHNEEBALLSYSTEM IN DEN MOND SCHAUEN ( ohne Brille )

    • Avatar

      Wolfgang M.

      23. August 2017 11:45 at 11:45

      @Beobachter. Eine kleine Anmerkung zu meinem gestrigen Kommentar. Natürlich werden die auslaufenden, höher verzinsten Staatsanleihen nicht in größerem Stil in Aktienanlagen investiert. Dies lässt schon das Regelwerk der Fonds, Versicherungen, Stiftungen u.ä. nicht zu. Aber aufgrund der Größe des Anleihemarktes, der ja mit der weltweiten Verschuldung korrespondiert, genügt schon ein kleiner Prozentsatz, um ständige Zuflüsse zu generieren. Und das Problem wird von Monat zu Monat nicht geringer. Wie gesagt, die Notenbanken haben es in der Hand, die Manipulation der Märkte (deshalb funktionieren alte Vw-Regeln auch nicht mehr so) zu beenden. Aber wenn ich mir die aktuellen Wirtschaftszahlen des Heimatlandes von Mario Draghi so ansehe…….?! Gruß

  2. Avatar

    Beobachter

    23. August 2017 10:22 at 10:22

    Frage an einen Rechtsgelehrten,
    Sei es die FED die SNB oder die EZB, alles Grossanleger von Devisen oder Anleihen oder Aktien,zugleich die Schaltstelle der alles beeinflussenden Zinsen,
    GIBT ES EINDEUTIGERE INSIDER ALS DIE NOTENBANKEN ?

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