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Indizes

Dax und Aktienmärkte: Bis die Fed ein Einsehen hat!

Vermutlich werden die Märkte mit weiter fallenden Kursen so lange die Fed unter Druck setzen, bis sie einknickt..

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Was wird nun passieren an den Märkten? Vermutlich werden die Märkte mit weiter fallenden Kursen so lange die Fed unter Druck setzen, bis das eintritt, was die US-Notenbank als Bedingung für eine Änderung ihrer Politik bezeichnet hat: dass der Abschwung an den Aktienmärkten auf die Realwirtschaft wirkt!

Jerome Powell hat gestern einmal mehr klar gemacht: das Sicherheitsnetz der Notenbank, der Fed-Put, hängt sehr viel tiefer unter seiner Präsidentschaft als unter seinen Vorgängern. Und das bedeutet, dass da noch viel mehr nach unten kommen müßte an der Wall Street, bevor die Fed wirklich einknickt! Gestern hat es ein Beobachter in Options-Terminologie so formuliert: der Fed-Put ist sehr viel weiter aus dem Geld, als die Märkte meinten!

Was den Märkte besonders sauer aufstößt ist vor allem die Weigerung der Fed, von ihrem „Autopilot“ abzuweichen bei der Bilanzreduzierung. Diese Reduzierung wurde von den Märkten lange unterschätzt, aber seit Oktober 2018 geht es nun in Schritten von 50 Milliarden Dollar pro Monat nach unten, vier solcher Monate entsprechen nach einer Studie in ihrem Effekt einer Zinsanhebung, mithin würden so also schon einmal – selbst wenn die Fed den Leitzins 2019 gar nicht mehr anhebt – der Effekt von drei Zinsanhebungen eintreten durch die Auopilot-Bilanzreduzierungen!

Liquiditäts-Entzug, globaler Abschwung, Handelskrieg – die Mischung ist ja schon giftig. Und für die zuvor so siegessichere Wall Street unerwartet. Jetzt ist die Frage, wie stark die Schieflagen sind vor dem morgigen großen Verfall. Der S&P 500 jedenfalls mit einem neuen Jahrestief:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Und ist damit aus dem seit dem Jahr 2009 bestehenden Aufwärtstrend heraus gefallen:

Was macht der Dax daraus? Der Index hatte sein Armageddon schon Anfang Dezember mit einem fall von 1000 Punkten erlebt – und wirkt nun deutlicher immuner als die Wall Street:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wird der Doppel-Boden bei 10580 Punkten halten? Wenn ja, wäre das eine gute Voraussetzung für eine Erholung. Ja, es gibt auch positive Nachrichten: ein government shutdown in den USA ist unwahrscheinlicher geworden (wenn Trump die vom US-Senat verabschiedete stopgate bill unterzeichnet), Italien hat sich mit der EU geeinigt.

Reicht das, um den freien Fall der US-Märkte zu stoppen? Oder drehen ein paar Big Boys heute noch einmal an der Long-Schraube, um ein Desaster mit dem morgigen Verfall abzuwenden? Möglich ist es – aber dazu braucht es wohl eine immense Kraftanstrengung..

 

Foto: Deutsche Börse AG

4 Kommentare

4 Comments

  1. Unwissender

    20. Dezember 2018 10:09 at 10:09

    Kann mir jemand beantworten, was morgen verfällt? Ich lese und höre von Herrn Fugmann immer wieder „Verfall“ am morgigen Tag. Danke!

    • Markus Fugmann

      20. Dezember 2018 10:20 at 10:20

      @Unwissender, siehe hier (https://www.boersennews.de/verfallstage):

      „Der Hexensabbat, auch dreifacher Hexensabbat (engl.: triple witching day) genannt, bezeichnet den Tag, an dem viele Terminkontrakte an den weltweit wichtigsten Börsen verfallen. Verfallen bedeutet dabei, dass für alle Optionen, Futures und andere Produkte auf dem Terminmarkt die Abrechnungspreise ermittelt werden und diese dann anschließend glatt gestellt werden“.

      Und das passiert morgen..

      • Unwissender

        20. Dezember 2018 10:29 at 10:29

        Vielen Dank! Da ich z.Zt. genug damit zu tun habe, den FX-Markt zu studieren, war ich mir dessen nicht bewusst, auch wenn ich mich oberflächlich auch schon mit diesen Instrumenten auseinandergesetzt habe.
        Übrigens: Kompliment für die tolle Website und das Informationsangebot! Ich lerne viel dazu!

  2. Andreas

    20. Dezember 2018 11:41 at 11:41

    Noch eine kleine Randbemerkung:
    Das Magazin „Der Aktionär“, Börsenpflichtblatt in Frankfurt, hat ein Zertifikatedepot für zahlende Abonnenten am 1.1.2018 aufgelegt. Hier sind Spezialisten am Werk die ihren Lesern Tipps geben, wie und wo sie investieren müssen.
    Das Ergebnis für 2018: Das investierte Geld wäre um 46 Prozent geschrumpft!

    http://www.deraktionaer.de. Das Hebeldepot ist auf der rechten Seite beim runterscrollen zu finden.

    Ich will damit nur sagen, auch für Profis war dies ein sehr hartes Jahr. Bin gespannt ob es 2019 noch volatiler wird.

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Anleihen

Marktüberblick zum Wochenende: Glaubt die Börse dem US-Militär nicht?

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am

Das aktuell beherrschende Thema an der Börse ist der Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman. Wer war es, was ist da passiert? Die USA haben ziemlich schnell ein Video hervorgezaubert, auf dem angeblich zu sehen sei, wie iranische Soldaten auf einem Schnellboot eine Haftmine von einem Öltanker entfernen, weil sie nicht explodiert war. Aber den späteren erfolgreichen Angriff auf den Öltanker zeigt das Video nicht. Ob es der Iran war? Vielleicht ja, vielleicht nein. Oder vielleicht auch iranische Kommandeure, die auf eigene Faust handeln?

Wie auch immer. Wenn man sich heute die Marktreaktionen anschaut, dann darf die Frage erlaubt sein: Glaub die Börse dem US-Militär nicht? Glaubt man an ein Fake-Video? Oder ist den meisten einfach klar, dass dieses Video ja nun mal keinerlei Angriff auf den Öltanker zeigt, und dass es von daher keinen Beweis für einen Angriff durch den Iran gibt? Wir halten uns bei einer konkreten Bewertung raus, und können nur Fragen stellen. Das Problem für die USA ist wohl, dass ihre Seriosität in Sachen Beweislieferung seit den Fake-Beweisen für den Irak-Krieg im Jahr 2003 im Eimer ist.

Der Aktienmarkt jedenfalls reagierte von gestern bis heute überhaupt nicht ängstlich auf diese mögliche Krise. Der Dow ist seit gestern früh bis jetzt um 70 Punkte gestiegen, der Dax notiert exakt +-0 seit Bekanntwerden der „Tanker-Krise“. Im folgenden Chart haben wir Dax und Dow übereinander gelegt und das Bekanntwerden der Angriffe eingekreist.

Dax und Dow

Und der Devisenmarkt? Im folgenden Chart schauen wir mal auf Euro vs USD. Links eingekreist haben wir eine winzige, ganz kurze Reaktion zum Tanker-Angriff. Sie ist aber eigentlich nicht mal erwähnenswert. Denn danach lief EURUSD mehr als 24 Stunden fast seitwärts. Erst heute (Pfeile) kam durch die Konjunkturdaten in den USA ein klein wenig Bewegung in den Markt, und der Dollar wertete gegen den Euro ein wenig auf.

Euro vs USD

Und sonst? Die Zeichen für eine Konjunktureintrübung mehren sich. Russland hat heute seinen Leitzins gesenkt, und will wohl bald weiter senken. Der Grund: Die Wirtschaft laufe schwächer als bislang gedacht. Die Internationale Energie-Agentur spricht heute von nachlassender Öl-Nachfrage. Dass die Institutionellen Anleger auch eine weitere Verschlechterung der Konjunktur erwarten, sehen wir am Ehesten im Anleihemarkt. Die extrem wichtige und auch international stark beachtete deutsche Bundesanleihe (10 Jahre Laufzeit) weist heute eine weiter fallende Rendite auf. Sie fiel heute im Tief auf -0,269%. Einfach unglaublich. Zum Jahresanfang 2019 lag die Rendite noch mit 0,25% im Plus.

Rendite 10 Jahre Bund

Gold

Wohl die Kombination aus dem Konjunkturabschwung, Handelskrieg und den Tanker-Angriffen lässt Gold spürbar steigen. Viele Analysten sind der Meinung, dass mehr Potenzial auf der Aufwärtsseite vorhanden ist. Wie wir es heute früh schon sagten. Nach dem Überschreiten des Hochpunkts bei 1.346 Dollar aus Februar ist der Weg charttechnisch nach oben erstmal frei. Heute stieg Gold bis auf 1.358 Dollar. Bis jetzt kam es wieder zurück auf 1.348 Dollar. Also: Die Flucht in die Sicherheit ist im Gold erkennbar, aber aktuell hat die Angst auch wieder abgenommen. Aber Handelskrieg, Tanker und Co bieten wohl auch nächste Woche die Möglichkeit für einen steigenden Goldpreis.


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Gold

Öl

Und das liebe Öl? Wenigstens hier hat man den USA geglaubt, und jagt den Ölpreis gnadenlos nach oben, weil ein Krieg zwischen Saudis und USA gegen den Iran bevor steht? Offensichtlich glauben auch die Termintrader am Ölmarkt nicht so richtig an die große Kriegsangst für die Region. Zwar reagierte der Ölpreis gestern mit gut 2 Dollar nach oben. Im Chart haben wir den Anstieg eingezeichnet. Aber danach folgte bis jetzt erstmal eine Seitwärtsphase. Wie es weiter geht? Ganz schwer zu sagen. Natürlich kann die Lage weiter eskalieren, und Öl schießt weiter nach oben. Aber die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt eine kurze Halbwertzeit für solche Zwischenfälle. Möglich ist, dass sich der Ölmarkt in den nächsten Tagen wieder der globalen Konjunkturschwäche und der damit einhergehenden Nachfrageschwäche widmet. Das würde natürlich auf einen fallenden Ölpreis deuten.

Öl

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Gold, Dax und Öl im Fokus

Veröffentlicht

am

Gold ist am höchsten Punkt des Jahres angekommen. Auch die aktuelle Lage im Dax möchte ich ansprechen. Öl ist heute der „Trade des Tages“. Haben Sie ihn noch nicht abonniert? Der Service ist völlig kostenfrei. Sie können ihn einfach beim Klick an dieser Stelle abonnieren, und können täglich eine Tradingidee im Detail lesen.

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Indizes

Was macht die EZB, wenn die Fed die Zinsen senkt?

Mario Draghi ist jetzt schon ein Rekord sicher: Er ist der erste EZB-Chef, der in seiner achtjährigen Amtszeit keine einzige Zinsanhebung vorgenommen hat

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An der Wall Street wird heftig darüber spekuliert, wann die Federal Reserve die Leitzinsen senken könnte, vielleicht bereits schon im Juni oder Juli? Für die Fed-Sitzung in der nächsten Woche besteht aber nur eine geringe Wahrscheinlichkeit (23 Prozent). Eine erste Leitzinssenkung seit 2008. Aber was macht dann der Kurs des US-Dollars und damit auch der des Euro?

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Ein Dilemma für die Eurozone

Derzeit läuft die Konjunktur in Europa schlechter als die in den USA. Die US-Notenbank hat im Falle eines Konjunktureinbruches nach vorherigen neun Zinsanhebungen Spielraum nach unten, aber was macht die Europäische Zentralbank? Ein möglicherweise steigender Eurokurs in einem Wirtschaftsraum, der sehr viel exportiert, mit einem taumelnden Italien.

 

Was tun EZB?

Weitere Senkungen des Leitzins (0%) oder des Einlagezinssatzes (-0,4%) mit fraglichen Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation? Aber haben wir überhaupt einen Mangel an Liquidität?

Betrachtet man die Option Anleihekaufprogramm, so wird ein weiteres Problem deutlich. Deutschland fällt als Markt fast aus, wegen des Mangels an neuen Anleihen, des Verteilungsschlüssels (26,4% für Deutschland) und der Kriterien für das Kaufprogramm. Die EZB darf nur Anleihen kaufen, deren Zinssatz oberhalb des Einlagesatzes für Banken (-0,4%) liegt. Damit entfallen in Deutschland alle Anleihen bis zu acht Jahren Laufzeit. Außerdem darf die EZB nur maximal ein Drittel einer Anleihe kaufen. Also was tun? Die Regeln ändern, oder vielleicht sogar Aktien erwerben? Das würde ein Kampf um die Pötte in einem Euro-Wirtschaftsraum mit 19 Ländern und 19 Aktienmärkten.

Die Frage für mich ist, wie Mario Draghi letzte Woche behaupten konnte, die EZB habe noch großen geldpolitischen Spielraum, um auf Turbulenzen reagieren zu können?

 

Fazit

Mario Draghi ist jetzt schon ein Rekord sicher. Er ist der erste EZB-Chef, der in seiner achtjährigen Amtszeit keine einzige Zinsanhebung vorgenommen hat. Schlimmer noch, obwohl die Zinsen auf Null gesenkt wurden, könnte er bei einer Zinssenkung der US-Notenbank zu weiteren unkonventionellen Maßnahmen gezwungen sein, vielleicht sogar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit.

Für mich sitzt die EZB total in der Klemme. Mario Draghi hat kürzlich erst wieder festgestellt, dass auch sein Nachfolger alles tun werde, um die Eurozone zusammen zu halten, sprich ein Ausscheiden Italiens zu verhindern. Dafür müssen die Zinsen niedrig bleiben, auch wenn es den europäischen Banken zusehends „ans Leder geht“ (Szenario von Dr. Krall 2020). Wenn aber das Bankensystem kollabiert, fliegt auch die Eurozone auseinander.

Ergo: Damit müsste die EZB eigentlich den Banken unter die Arme greifen (gestaffelte Einlagezinsen), Zinssenkungen wären für diese aber gerade die falsche Medizin. Was für eine Gemengelage!

 

Foto: EZB

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