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Börsen im Zwiespalt DAX und Aktienmärkte: Ist das Powell-Signal nur ein Strohfeuer?

DAX und Aktienmärkte: Ist das Powell-Signal nur Strohfeuer?
Grafik: ChatGPT

Der Höhepunkt der vergangenen Börsenwoche war zweifellos die Rede von Fed-Chef Powell beim Notenbankertreffen in Jackson Hole. Zwar hatten viele Marktteilnehmer im Vorfeld auf neue Zinssignale gehofft, doch sie wurden überrascht: Powell schlug ungewohnt taubenhafte Töne an und deutete indirekt eine mögliche Zinssenkung im September an. Insbesondere seine Aussagen zum Arbeitsmarkt ließen die Aktienmärkte aufhorchen. Im Vorfeld der Rede hatten sich viele Privatanleger skeptisch gezeigt und waren ins Bärenlager gewechselt. Der Anteil der Bären an den US-Börsen erreichte einen Extremwert. Die Anleger wurden von Powells leicht dovishen Tönen überrascht, wodurch sich die anschließende Rally wahrscheinlich noch beschleunigt hat. Der DAX profitierte jedoch nur geringfügig davon und schloss mit einem moderaten Plus von 0,3 Prozent bei 24.363 Punkten.

An den US-Aktienmärkten kam Powells Botschaft dagegen hervorragend an. Während der Dow Jones ein neues Rekordhoch markierte, konnten sich die Tech-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 deutlich von ihren jüngsten Rücksetzern erholen. Der Dollar geriet unter Druck, wovon Gold und Bitcoin profitierten. Die Aussicht auf sinkende Zinsen ließ Investoren verstärkt in risikoreichere Anlageklassen umschichten. Doch auch hier muss sich noch zeigen, ob die Freitagsrally nachhaltig ist. Der nächste Prüfstein für die Rally wartet bereits am Mittwoch, wenn Tech-Gigant Nvidia seinen Geschäftsbericht vorlegt.

Zwiespalt an den Börsen

Der DAX folgte dem positiven Trend zwar, blieb aber hinter der Euphorie der Wall Street zurück. Er hält sich aber in Schlagdistanz zu seinem Rekordhoch von Mitte Juli bei 24.639 Zählern. Dennoch bleibt der Index in einer hartnäckigen Seitwärtsbewegung gefangen. Aus charttechnischer Sicht ist und bleibt die Marke von 24.500 Punkten entscheidend. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber dürfte den Weg in Richtung Allzeithoch und darüber hinaus ebnen.

Für Anleger am deutschen Aktienmarkt bedeutet dies weiterhin Geduld. Ohne konkrete geopolitische Fortschritte, insbesondere im Ukraine-Konflikt, dürften größere Kurssprünge im DAX ausbleiben. Saisonalbedingt zeigen sich die Aktienmärkte im Spätsommer ohnehin oft richtungslos. Rücksetzer und höhere Volatilität sind daher einzukalkulieren, auch wenn die Stimmung insgesamt positiv ist.

DAX in der Range gefangen

Long: Der DAX hat weiterhin Probleme, entscheidende Richtungssignale zu senden. Zuletzt scheiterte er mehrfach an der Hürde von 24.450 Punkten, so auch am Freitag. Um diese Marke erneut anzugreifen, muss er im heutigen Handel über 24.375 Punkte klettern. Die Zone von 24.450 bis 24.500 stellt jedoch eine massive Barriere dar, sodass er erneut daran abprallen könnte. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 24.479/500 könnte den Weg in Richtung Allzeithoch schließlich ebnen.

Short: Der Bereich um 24.200/150 bleibt auf der Unterseite wichtig. Solange er darüber notiert, dürfte sich der verengte Rangehandel fortsetzen. Ein Rutsch darunter wäre hingegen ein Schwächsignal und würde weiteres Abwärtspotenzial bis 24.058 bzw. 24.000/23.970 Punkte eröffnen. Auch ein Ausbruch aus der übergeordneten Range nach unten wäre dann wahrscheinlich. Dann würde zunächst die Zone um 23.812 ins Visier rücken.

DAX verhalten nach Fed-Powell-Signal - US-Aktienmärkte mit Rally

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützungen:

24.206 – Horizontale

24.179 – Tagestief 21.08.

24.145 – Zwischentiefs

24.090 – Horizontale

24.024 – Gap 12.08.

23.970 – Bulle-Bär-Marke

23.812 – Zwischentiefs

DAX Widerstände:

24.375 – Horizontale

24.444 – Tageshoch 22.08.

24.479 – ex Allzeithoch

24.500 – Horizontale

24.536 – Tageshoch 15.08.

24.639 – Rekordhoch

24.667 – 127,2% Extension (H1)

24.719 – 127,2% Extension (D1)

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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