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Devisen

Dax und Euro vor der morgigen EZB-Sitzung: Über den Märchen-Onkel Mario Draghi und seine wundersamen Geschichten

Morgen, liebe Kinder, ist es wieder so weit! Dann nämlich kommt unser Märchen-Onkel Mario Draghi, und ihr solltet unbedingt lauschen..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Morgen, liebe Kinder, ist es wieder so weit! Dann nämlich kommt unser Märchen-Onkel Mario Draghi, und wird uns erzählen, wie wunderbar und segensreich das Werk unserer Hüter des Geldes ist – und dass ohne diese segensreiche Wirkung die Wirtschaft und alles andere doch viel schlechter wäre. Na gut: er wird so das eine oder andere weniger Schöne nicht erzählen – aber das ist ja auch nicht die Aufgabe eines Märchen-Onkels, denn der soll uns doch schöne Geschichten erzählen und uns damit zum Träumen anregen, damit wir möglichst schnell einschlafen und unsere Eltern (also diejenigen, die über die Finanzen herrschen) dann weiter machen können mit der schönen Umverteilung von Wohlstand – natürlich nur zu unserem Besten!

Und weil die Geschichten von Mario so schön sind und vor allem das Ziel haben, den Euro nicht stärker, sondern schwächer zu machen, ist unsere Gemeinschaftswährung jedesmal gefallen nach dem Auftreten des Märchen-Onkels:

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Und das ist natürlich gut für uns, weil dann die Exporte besser laufen – deswegen sollten gerade wir Deutschen uns natürlich bei Mario ganz herzlich bedanken und nicht an die Rechnung denken, die uns eines Tages präsentiert werden wird (Target 2-Salden etc.).

Vielleicht schafft unser Märchen-Onkel es ja wieder, auch den Dax nach oben zu hieven mit seinem Versprechen, dass er unendlich Geld drucken wird – hurra, das ist doch gut, weil dann werden wir alle doch ein bißchen reicher! Und das ist doch das, worauf es doch eigentlich ankommt, nicht wahr? Denn wir wollen alles im Hier und Jetzt, also leben wir in den Tag hinein und denken nicht an das Morgen, warum auch? Ist doch alles so schön bunt hier – ja das Leben ist derzeit doch wirklich schön! Ich prasse, also bin ich – das ist unser Motto!

Wir sollten uns doch mal ein Beispiel nehmen an den Amerikanern – die haben derzeit einfach eine Spitzen-Laune! Kein Wunder bei so einem tollen Präsidenten, der das Geld unter das (Unternehmer-)Volk verteilt und die Kosten dafür einfach anschreiben läßt. Zahlen wir später, haha – oder auch nicht.

Macht aber nix, denkt der Präsident aus Amerika, weil wenn wir nicht zahlen, schauen die anderen sowieso dumm aus der Röhre, während wir im Hier und Jetzt so herrlich unsere Zukunft verkonsumieren! Wer ist eigentlich auf den dummen Gedanken gekommen, dass Schulden zurück gezahlt werden müssen? Bestimmt die blöden Europäer – alles Fake News!

Überhaupt – und da hat der tolle amerikanische Präsident natürlich recht – sollen jetzt doch mal diejenigen tief in die Tasche greifen, die uns Amerikaner über unsere Verhältnisse haben leben lassen und unserem Versprechen glauben, dass wir das schon irgendwann zurück zahlen werden. Ganz nach dem Motto: wenn ich Alkoholiker bin, ist der Wirt schuld, der mir den Schnaps ausgeschenkt hat (und dabei hinterlistigerweise auf sofortige Zahlung der Rechnung verzichtet..).

Also liebe Kinder – kommt doch endlich zur Einsicht, und lauscht morgen andachtsvoll den Worten von Magic Mario, also unserem heimlichen Präsidenten hier in Europa. Ihr müßt nur glauben, denn der Glaube versetzt doch Berge..

Ach ja: wie ist denn eigentlich die Lage beim Dax und beim Euro derzeit, bevor Mario uns morgen wieder zum Träumen bringt?

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7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    12. September 2018 16:33 at 16:33

    Herr Fugmann hat wirklich Talent für sarkastische Texte und Kommentare. Einfach Genial!

  2. Avatar

    Goldsammler

    12. September 2018 17:01 at 17:01

    Ein wenig böse, ist er schon. Aber er bleibt bei der Wahrheit.
    Wenn wir dann die Schulden der EU bezahlt haben, können wir vom Rest noch US-Bonds kaufen.

    • Avatar

      Sabine

      12. September 2018 20:44 at 20:44

      Ehrlich gesagt, ich finde nix böses. Es ist ja noch schlimmer, als er schreibt.
      Wir haben Außenstände in Europa und der Welt, die wir nie zurückbekommen. Warum arbeiten wir überhaupt für diese Exporte, wenn wir sie nie bezahlt bekommen. Das können wir uns sparen!!!!!!!!!!!!!!!

  3. Avatar

    Beobachter

    12. September 2018 17:04 at 17:04

    @Andreas, Mit dem Talent hätte H. Fugmann die Fähigkeit Mario Draghi oder Mister Kudloff zu
    beerben, was ihm noch fehlt ist nur eine Karierre bei den Goldmännern !

  4. Avatar

    Goldsammler

    12. September 2018 17:22 at 17:22

    Mr. Bullard, kanne es auch.
    Fed Bullard: Verschuldung der privaten Haushalte kein Problem. / Quelle: Guidants News https://news.guidants.com

  5. Avatar

    Denker

    12. September 2018 17:24 at 17:24

    Aus Deutschland, bestes Land der Welt.

    Suleika, meine liebe Frau,
    Ich nix mehr arbeiten am Bau.
    Auch viel Kollega schon entlassen,
    Polier sagt: Nix mehr Geld in Kassen.
    Doch du nix denken, das sei schlimm,
    Ich trotzdem froh und munter bin.
    Denn Allah hat mich nicht verdammt,
    War gestern schon beim Arbeitsamt.
    Weil ich noch ein Jahr Aufenthalt,
    Komm ich nach Hause nicht so bald.
    Muß meiden noch Moschee und Tempel,
    Weil Arbeitsamt Papier und Stempel.
    Das ganze Arbeit – nicht mehr bücken,
    Und kann doch immer Geld dir schicken.
    Hier scheint mir alles wie verhext,
    Brauch nur noch schlafen, Konto wächst.
    Und ganz bestimmt bis nächsten Winter,
    Zahlt Arbeitsamt noch Geld für Kinder.
    Ich bin ja schon drei Jahre fort,
    Vielleicht hast du noch Kinder dort,
    Wo ich nix weiß – ist ganz egal -,
    Du mußt nur melden mir die Zahl.
    Und schleunigst schicken mir nach hier,
    Von Amt beglaubigtes Papier.
    Du sollst mal sehn, wie geht dann munter,
    Einkommen rauf und Steuer runter.
    Heut Zahnarzt sagen, ganz gewiß,
    Bis Montag hab ich neu Gebiß,
    Vielleicht, wenn es ist Allah´s Wille,
    Bis andern Mittwoch neue Brille.
    Das alles macht mir soviel Spaß,
    Weil alles zahlt die Krankenkass´.
    Wenn Ostern Oma kommt, will seh´n,
    Daß auch sie kriegt so schöne Zähn´,
    Damit nix warten muß bei Essen,
    Bis Opa fertig hat gegessen.
    Weil es doch immer besser ist,
    Hat jeder eigenes ´Gebiß.
    Wir sind hier kleine Kolonie,
    Und spielen Karten oft bis früh,
    In Deutschland, schönstes Land der Welt,
    Nix Arbeit und viel Stempelgeld.
    Ich wohn in Altbau, noch ganz nett,
    Mit Wasser, Strom und Plumps-Klosett.
    Ist Zimmerchen auch ziemlich klein,
    Fühl ich mich wohl als wie daheim.
    Und Hausbesitzer läßt mich walten,
    Kann mir sogar Kaninchen halten.
    War erst heut morgen noch eins krank,
    Hab rausgemacht aus Kleiderschrank.
    Hab ganzen Tag es noch bewacht,
    Und dann am Abend notgeschlacht´.
    Hab gleich verkauft es wieder weiter,
    An einen Freund, auch Gastarbeiter.
    Suleika, meine liebe Frau, hast du auch Zelt geflickt,
    Von Geld, was hab ich dir geschickt?
    Halt Einsamkeit noch ein Jahr aus,
    Dann bring ich Geld und baue Haus.
    Vermiete Zelt dann mit viel List,
    An Deutsch-Familie, die Tourist,
    Sein ganz verrückt auf weite Welt,
    Will wohnen in Nomadenzelt.
    Will wandern viel in Wüstensand,
    Weiß nicht, wie schön ist eig´nes Land.
    Und nun ich machen Brief jetzt Schluß,
    Muß senden dir ganz vielen Gruß.
    Bleib schön gesund, grüß alle Lieben,
    Sag ihnen Ali hat geschrieben,
    Aus Deutschland, bestes Land der Welt,
    Wo man für Faulheit kriegt noch Geld.
    Denn wenn Vertrag hier ist am Ende,
    Komm ich in Heimat noch mit Rente.
    Vorbei ist Armut, Not und alles,
    Oh Deutschland, Deutschland über alles.

    Amen

  6. Avatar

    Mulo

    12. September 2018 17:55 at 17:55

    deswegen sollten gerade wir Deutschen uns natürlich bei Mario ganz herzlich bedanken und nicht an die Rechnung denken, die uns eines Tages präsentiert werden wird.
    Noch besser war die Märchentante Andrea Rexer von der SZ gestern im Phonix-Talk. Noch viel wichtiger als der Wohlstand den der Euro uns bringt, ist die Vollbeschäftigung die wir dank dem Euro haben, so die liebe Andrea, den mit Arbeit hat der Mensch ja eine sinnvolle Beschäftigung. Ohne den Euro wären wir also alle arbeitslos.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Devisen

Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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