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Dax: Und täglich grüßt das Murmeltier

Seit gefühlt zwei Jahren handelt der Dax im Bereich der 12600er-Marke, seit gefühlt 20 Jahren schafft er es nicht, die neuralgische Widerstandszone bei 12650 Punkten und die knapp darüber liegende 200- Tage-Linie zu überwinden - täglich grüßt das Murmeltier!

Seit gefühlt zwei Jahren handelt der Dax im Bereich der 12600er-Marke, seit gefühlt 20 Jahren schafft er es nicht, die neuralgische Widerstandszone bei 12650 Punkten und die knapp darüber liegende 200- Tage-Linie zu überwinden – täglich grüßt das Murmeltier! Ist heute also der (fast schon historische) Tag, an dem der Sprung doch gelingt? Mit Hilfe der US-Märkte, mit Hilfe vor allem der eigentlich doch eher durchwachsenen Apple-Zahlen, die die US-Futures haben steigen lassen (vor allem den Nasdaq-Future)? Oder kommt doch das typische Muster der bisherigen US-Berichtssaison zum Vorschein, dass die Aktien dann nach starkem Anstieg wieder fallen (wie bisher bei US-Bank-Aktien, Caterpillar, Intel etc.)?

Einen Vorteil aber haben die Aktienmärkte heute: an Fed-Tagen geht es nur selten nach unten – warum auch immer! Aber statistisch hat das eben eine überragende Wahrscheinlichkeit. Anders sieht das jedoch aus nach der Fed-Sitzung, und diesmal könnte das besonders gelten, denn die Fed muß auf den erkennbar immer stärkeren Preisauftrieb reagieren – sie wird faktisch für die nächste Sitzung im Juni eine Zinsanhebung ankündigen. Besonders beachtenswert sind daher die Aussagen der Fed zur Entwicklung der Inflation (wir berichten bei FMW ab 20.00Uhr!). Grundsätzlich gilt: die Fed reduziert mit zunehmendem Volumen ihre Bilanz und entzieht damit Liquidität. Und sie erhöht weiter die Zinsen – und entzieht damit Liquidität. Damit wackeln übergeordnet die Fundamente der Aktienmarkt-Rally, seit die Notenbanken die Geldhähne aufgedreht hatten. Nun aber dreht die wichtigste Notenbank der Welt den Hahn in die andere Richtung, das sollte man stets berücksichtigen!

Derzeit stagniert der Dax, und das obwohl der Euro konstant zum Dollar verliert. Das sollte doch eigentlich für einen so exportlastigen Index wie den Dax etwas Unterstützung geben, während es für die US-Indizes zunehmend ein Problem wird, schließlich machen die im S&P 500 gelisteten amerikanischen Konzerne 43% ihrer Umsätze ausserhalb der USA – und wenn der Dollar stark ist, bedeutet das weniger Dollar-Einnahmen im Auslands-Geschäft. Die Dollar-Stäkre aber ist auch ein heimliches Zeichen für das Ende der gloalen Wachstumsstory: dieses Wachstum erfolgte auf Pump, genauer gesagt auf Dollar-Krediten. Und diese Kredite werden jetzt immer teurer, die Welt braucht Dollars – das ist ein Zeichen für die Endphase des globalen ökonomischen Aufschwungs!

Zum Dax heute: nach wie vor ist es also die 12650er-Marke, man muß sich da wiederholen:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Schafft der Dax heute den Sprung? Lassen wir uns überraschen – jedenfalls sehen wir nur begrenztes Aufwärtspotential selbst dann, wenn der Sprung über die 12650 heute gelingen sollte!



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3 Kommentare

  1. Die „Bären-Session“ der Amis gestern hatte natürlich gewisse „Konsequenzen“ hier in Europa, auch im Hinblick auf den EUR/USD… nebst den Aktienmärkten.

    Das da gestern, bei den Amis, war doch wohl ein Witz, wir Bullen freuen uns, von wegen „Sell in May and go away…“ :D

    Und das zum 2. Mal ! Nach dem Ostermontag… !
    Natürlich bin ich schon der Meinung, der Markt ist dieses Jahr schwierig, manchmal ist aber der Markt auch so einfach zu durchschauen…

  2. Ja und wer hüpft jetzt da ganz vorne herum ? Ist doch klar !! :D

    Trotzdem, bitte liebe Bären, gerade in Europa, gerade bei den Südländern, da ist weit und breit nix zu sehen vom „Bärenmarkt“. Europa „verkauft“ sich meines Erachtens viel zu schlecht.

    O.k., das mag teilweise an unserem EZB-Bundesbankladen liegen, da „stockkonservativ“ :D , aber solche Bewertungsunterschiede ? Nord- und Südeuropa ? Eigentlich verrückt.. ?

  3. Und jetzt eines zum Relaunch, was ich definitiv ändern würde, wäre „diese meistgelesenen Seiten“.

    So eine Seite wie Finanzmarktwelt „lebt davon“, nämlich vom Leser-Feedback, natürlich auch von den qulalitav hohen Analysen.
    Das mit den letzten Leser Kommentaren, wie auf Eurer alten Seite würde ich so belassen, auf alle Fälle…

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