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Indizes

Dax: Unsicherheit mit der US-Wahl beseitigt – und daher Jahresendrally? Wohl nicht..

Warum sich die Ausgangslage für die Bullen nach der US-Wahl eher verschlechtert als verbessert hat!

Markus Fugmann

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am

Alle Unklarheiten beseitigt?

Viele meinen: mit den US-Zwischenwahlen ist nun eine Unsicherheit beseitigt, die auf den Märkten gelastet habe – daher sei der Weg nun frei für eine Jahresendrally. Ähnlich argumentiert etwa der Trump-Berater Larry Kudlow, der die Turbulenzen an der Wall Street auf die nahenden US-Wahlen zurück führte, das sei daher nur eine normale Korrektur, die dann alsbald eben enden werde.

Ausgeschlossen ist das alles natürlich nicht – aber eben auch alles andere als sicher, dass es so kommen wird. Dass also mit den US-Wahlen die letzte Unsicherheit beseitigt sei und daher die Kurse noch einmal noch oben laufen.

Die Konsequenzen der US-Wahl sind nicht positiv für die Märkte

Dazu werfen wir ein Blick auf das, was aus der US-Wahl folgt:

– Trump könnte versuchen, noch eine Steuersenkung für die „Mittelklasse“ (wer auch immer das ist..) zu verabschieden, solange die alten Mehrheitsverhältnisse in Senat und Abgeordnetenhaus noch in Kraft bleiben (also bis Januar). Das wäre für die Märkte ein positives Szenario – allerdings wäre die Wirkung deutlich geringer als bei der großen Steurreform von Anfang 2018, bei der vor allem US-Konzerne profitierten (daher die Hausse an den Aktienmärkten)

– innenpolitisch wird es für Trump nun schwieriger, Gesetze durchzubringen

– aussenpolitisch, und das ist gewissermaßen die schlechte Nachricht für die Märkte, kann Trump weiter durchregieren, da das Amt des US-Präsidenten in Sachen Außenpolitik immense Kompetenzen hat. Das heißt im Klartext: in Sachen Handelskrieg gegen China hat Trump weiter freie Hand, Trumps Waffenstillstand mit Europa dürfte bald auslaufen.

Ein Präsident, der innenpolitisch weniger durchsetzen kann, dürfte aber außenpolitisch umso aktiver werden. Und Trump war vor allem innenpolitisch gut für die Aktiemärkte (Steuersenkung, Deregulierung), aber außenpolitisch ganz schlecht aus Sicht der Aktienmärkte (Handelskrieg; Aufhebung der Nachkriegsordnung mit verläßlichen Regeln).

 

Die Belastungsfakrtoren bleiben oder verstärken sich, die Positiv-Faktoren dagegen sind gefährdet

Faktisch heißt das: die Belastungsfaktoren bleiben für die Märkte unverändert (Handelskrieg; Fed), aber die Positiv-Faktoren (Deregulierung, Steuerfragen) sind eher gefährdet als vor den Wahlen. In dieser Hinsicht also haben sich die Argumente für eine Jahresendrally nicht gerade verstärkt!

Und was wird der Dax daraus machen? Auch für ihn gilt das oben gesagte – der Handelskrieg bleibt bestehen, wird sich vielleicht sogar noch intensivieren durch verstärkte außenpolitische Aktivität von Donald Trump. Charttechnisch wird es jetzt spannend: der Index muß möglichts schnell über das dreifache Top bei 11560 Punkten ansteigen:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wenn das gelingen sollte, öffnet sich wieder der Widerstandsbereich 11665 bis 11700 Punkte – erst darüber würde sich die Chancen auf eine Jahresendrally deutlich erhöhen. Fällt der Dax jedoch unter die Unterstützungen bei 11440 Punkten und dann auch unter die 11400er-Marke, ist die Jahresendrally wohl abgeblasen – denn dann wäre die Erholung vom Oktober-Tief bei 11050 Punkten bis zum bisherigen November-Hoch knapp unter der 11700er-Marke eben nur eine Erholung in einem ansonsten völlig intakten Abwärtstrend!

 

By Josemanuel. – Own work, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1284536

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    7. November 2018 10:03 at 10:03

    Nachdem ich erst kürzlich die Voraussetzungen für eine Jahresendrally – natürlich aus subjektiver Sicht – dargestellt habe, möchte ich angesichts des Ausgangs der Midterms, mit dem erwarteten Ergebnis, die Sache etwas aktualisieren.
    Gibt es noch genügend „Powder“ für eine Rallye, wie es die Amerikaner salopp auszudrücken pflegen?
    1. Der Einbruch im Oktober hat viele Institutionelle auf dem falschen Fuß erwischt und dafür gesorgt, dass sie ihre Investitionsquote sukzessive reduziert haben. Fondsmanager haben Ihre Cash-Quote drastisch erhöht und saßen auch noch zu Beginn der Woche, trotz der kleinen Gewinnperiode, auf hohen Beständen. Noch schlimmer erging es Hedgefonds, die zum einen große Verluste erlitten haben und laut CNBC (gestern) noch auf Cash sitzen oder in Shortprodukten. Ergo: Bei weiteren Kurssteigerungen sollten diese zum Einstieg gezwungen sein.
    2. Der Monat November ist der stärkste Monat für Buybacks, insbesondere in diesem Jahr, in dem die Effekte der Steueramnestie noch wirken. Ein Kommentator an der Wall Street nannte es sogar als die größte Rückkaufphase in der Geschichte der Aktienmärkte, wegen der ausstehenden Summe.
    Das heißt natürlich auch, dass wenn die Kurse in den nächsten 3 Wochen nicht steigen, die Street ein echtes Problem mit der Börsenhausse hat.
    Die zentrale Position hat aber wieder einmal Donald Trump inne. Wenn er den Eindruck aufrechterhält, dass eine wie auch immer geartete Einigung im Zollstreit mit China Ende November/Anfang Dezember möglich ist, wird er die Rallye befeuern – bei einer Eskalation aber total abwürgen.
    Das weitere Hauptproblem ist die Zinsentwicklung, von der kein Störfeuer (Fed-Kommunikation) kommen darf.
    Meine derartige Sicht (kurzfristig)
    Gruß

    • Avatar

      Gixxer

      7. November 2018 10:14 at 10:14

      Wie immer sehr aufschlussreich.
      DANKE.

      Ich sehe es schon, es kommt noch der Tag, da bekommen Sie hier auch Ihre eigene Kolumne.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        7. November 2018 10:17 at 10:17

        @Gixxer, je früher das passiert, umso besser :)

    • Avatar

      bademeister

      7. November 2018 17:38 at 17:38

      @Wolfgang M. Weitere Steuerreform wird gegen die Demokraten ab jetzt nicht so leicht umzusetzen sein, Muller, gibt’s den überhaupt noch?, muss und wird sich bald zusammen mit einer Horde von Demokraten zurückmelden, und in Sachen China muss Trump weiterhin seine Wählerschaft bedienen-jetzt den Handelsstreit absagen oder beilegen wird so nicht kommen können, denn dann wäre Trump fertig.

      Die letzten zwei Jahre waren für den alten Haudegen ja eine „gmahde Wiesn“, er konnte sich rückwirkend betrachtet praktisch ungestört entfalten..vielleicht schaffen es die Demokraten samt Anhängen jetzt nach der Wahl, seine konstruktiv-negative Energie durch ihre Störfeuer zumindest teilweise in die nächste Sandkiste umzuleiten. Sollte Trump unter diesen Umständen beginnen, durch noch zu machende Fehler endlich seine eigene Wählerschaft zu vergraulen/radikalisieren (Happy-End für China und den Rest der Welt), gibt’s das was der Boss ja schon längere Zeit für sein Land vorausgesagt hat…Bürgerkrieg.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    7. November 2018 21:56 at 21:56

    Als ich heute Morgen über die Schieflage der „Institutionellen“ in den USA im Zusammenhang mit einer möglichen Jahresendrallye berichtet habe, hätte ich selbst nicht erwartet, dass ein anfänglich relativ moderater Kuranstieg gleich so eine Eindeckungsrallye auslösen würde. Aber es war wie häufig: Mit jedem Anstieg wird die Not der Shortseller bzw. der Unterinvestierten größer (man denke nur an die Not der aktiven Fondsmanager, denen die passiven ETFs so einfach davon marschieren).
    Und das Brutale und Unverständliche daran für viele ist: Für den Kursanstieg an diesem Tag gibt es zumeist keinen realwirtschaftlichen Grund.
    Bis auf den Umstand, dass Donald Trump bei seiner „seltsamen“ Pressekonferenz bei den wenigen Fragen zur China-Zollpolitik, kein weiteres Öl ins Feuer gegossen hat. Noch nicht.
    Gruß

    • Avatar

      Andreas

      7. November 2018 22:20 at 22:20

      @Wolfgang

      Deshalb schrieb ich ja neulich, was interessieren die Börsen fundamentale Tatsachen?
      Die Börsenwelt hat sich doch längst entkoppelt von der Realwirtschaft.
      Heute ist der Nasdaq um 3 Prozent gestiegen, einfach weil es nun mal schick ist, nach den Midterns Aktien zu kaufen. Das ist alte Tradition, völlig egal Wie Die Wahl abgelaufen wäre.
      Besonders Goldkäufer sind seit Jahren arm dran, fundamental sollte ja Gold bei über 5000 Dollar+ stehen, so die Meinug der Goldbugs und ich kann deren Argumente gut nachvollziehen. Aber wie man sieht, Krisenherde, Merkels, Trumps, der böse Putin, Wirtschaftsblasen überall, aber Gold fällt…
      Charttechnisch gesehen, war der Abverkauf derAktienmärkte einfach nur eine Welle 4, jetzt beginnt nun mal die Welle 5, alles ganz öde und charttechnisch nach Plan…Aber wenn die Welle 5 endet, dann wird’s spannend…oder auch nicht, das Plunge Protection Team könnte den Bären die Laune erneut verderben.

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        Gixxer

        8. November 2018 09:37 at 09:37

        Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass das erst die Welle 4 war und jetzt die 5. Welle kommt.
        Das würde mir zumindest so einiges erklären bzw. würde ins Bild passen.
        Es kommt noch mal eine Jahresendrally, wie es alle gewohnt sind. Die Buybacks wären dann auf jeden Fall abgeschlossen und könnten nicht mehr stützend wirken und auch die Dinge, die @Wolfang M. schon des Öfteren angesprochen hat, nämlich dass in 2019 eine Rezession kommen wird (ich hoffe, ich habe das so noch richtig in Erinnerung), würde dann passen.

    • Avatar

      sufaap2008

      8. November 2018 23:28 at 23:28

      Hallo @Wolfgang M. die Idee auf die Buybacks zu setzen war richtig. Die Probanden, die ich mir unverschämterweise Ihren Kommentaren entnommen habe, liefen direktional mit dem „ESMAKastrierten“ CFD-Hebel 5:1 ganz sicher in den Hafen. Vielen Dank für die wertvollen Informationen! Es hat sogar Spaß bereitet, ganz ohne auf die „Griechen“ zu schauen, irgendwelche Linien zu ziehen, oder der FED zu lauschen :-) :-) :-)

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Aktien

Nasdaq: Ist eine Korrektur der Tech-Werte unausweichlich?

Ist es tatsächlich realistisch, dass der Nasdaq 100 nach seinem Anstieg von über 1000 Prozent binnen einer guten Dekade einfach so weiter klettern wird?

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Veröffentlicht

am

Die US-Wahlen stehen in Kürze an, viele Marktteilnehmer sinnieren über mögliche Folgen für die US-Wirtschaft, aber auch für die Aktienmärkte –  vor allem dürften die heiß gelaufenen Titel aus dem Nasdaq im Fokus stehen. Seit dem Tief der Finanzkrise im März 2009 haben sich die Werte im Nasdaq 100 mehr als verzehnfacht. Doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass Investoren nicht mehr an die Fortsetzung der Wachstumsstory, zumindest mit dieser Geschwindigkeit, glauben.

Nasdaq: Microsoft machte den Auftakt

Die Zahlen des Software-Konzerns, die dieser am Dienstag nachbörslich bekanntgab, lagen über den Erwartungen: 30 Prozent plus bei Umsatz, 12 Prozent bei, Gewinn, die Corona-Pandemie hat die Geschäfte des Konzerns weiter beflügelt. Der Ausblick wurde hingegen mit einem Umsatzanstieg von etwa acht Prozent (ca. 40 Milliarden Dollar) taxiert, was das Problem der Highflyer, nicht nur von Microsoft, verdeutlicht: In diesem Jahr ist der Börsenwert des Konzerns bereits um ein Drittel auf 1,6 Billionen Dollar gestiegen. Die Aktie verlor nachbörslich trotz der guten Zahlen um 1,5 Prozent.

Am Mittwoch war der Wert mit minus fünf Prozent sogar der schwächste Wert im Dow Jones.

Am heutigen Donnerstag veröffentlichen die Schwergewichte im Nasdaq Apple, Amazon, Alphabet und Facebook ihre Quartalszahlen, mit den Ausblicken auf die nahe Zukunft. In jedem Fall werden die Zahlen ein Fingerzeig für das Kommende nach einer überragenden Entwicklung, nicht nur in der jüngsten Vergangenheit.

Die Entwicklung des Nasdaq ist nicht fortsetzbar

Man muss sich nur die Entwicklung der Aktienmärkte und beaonders der Aktien im Nasdaq seit dem Tief der Finanzkrise im März 2009 zu betrachten:

Nasdaq Composite plus 895 Prozent
Nasdaq 100 plus 1102 Prozent
S&P 500 plus 497 Prozent
Dax plus 328 Prozent (Kurse vom 28.10. zur Mittagszeit)

Durch das Gewicht der FANGMAN-Aktien (Facebook, Amazon, Netflix, Google, Microsoft, Apple, Nvidia) in den großen Indizes hat sich das Kurs/Gewinn-Verhältnis des MSCI World Growth nach oben geschaukelt. Mittlerweile ist es fast doppelt so hoch wie das des MSCI World Value, eine extreme Divergenz, die es nur während der Internet-Bubble um die Jahrtausendwende gegeben hat.

Klar ist die aktuelle Pandemie eine Phase, die die neuen Technologien und damit die Aktien im Nasdaq anfeuert und begünstigt, die digitale Welt inmitten des Social Distancings.

Kursgewinne locken aber seit jeher Anleger in einen Sektor, Euphorie entsteht, da leichtes Geld über einen längeren Zeitraum erzielt werden kann – die Hausse nährt die Hausse. Das Wachstum ist irgendwann satt eingepreist, gerade im Bereich der Growth-Titel hatten wir so etwas fast in einem jeden Jahrzehnt.

Das Beste ist eingepreist

Aber: Ist es tatsächlich realistisch, dass der Nasdaq 100 nach seinem Anstieg von über 1000 Prozent binnen einer guten Dekade einfach so weiter klettern wird? Obwohl das Kurs-Buch-Verhältnis auf über acht gestiegen ist und die Kurse den Unternehmensgewinnen allein im letzten Jahr um etwa 50 Prozent davongelaufen sind? Die besseren Wachstumsaussichten der Hightech-Werte sind zum jetzigen Zeitpunkt schon in den Kursen enthalten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der FAANG-Aktien betrug vor Kurzem etwa 61, damit hat es das Dreifache des KGVs des Gesamtmarktes erreicht. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Firmen in Zukunft dreimal so gute Geschäftszahlen bringen müssen, als der Gesamtmarkt, um nur die Bewertung zu erhalten. Sollte dies nicht geschehen, wäre eine Korrektur des Nasdaq unausweichlich.

Ist Microsoft, zweifelsohne ein Konzern mit einer Ausnahmestellung, nicht ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl? Heute kommen vier der ganz Großen im Nasdaq mit ihren Zahlen – vor allem Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt.

Vor gut zwei Wochen habe ich die Divergenz zwischen Börsen- und Geschäftsentwicklung bei Apple schon einmal so skizziert:

Das Technologieunternehmen mit seinen 157.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 260 Milliarden Dollar (2019) hat sich binnen Jahresfrist verdoppelt und einen Börsenwert von über zwei Billionen Dollar erreicht. Soll sich dieses nur annähernd so fortsetzen mit einer weiteren Verdoppelung? Bei vier Billionen Dollar hätte man eine höhere Bewertung als die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, Deutschland, mit ihren über 44 Millionen Arbeitnehmern und Hunderten börsennotierten Unternehmen und Famillienunternehmen, in denen sich wiederum hunderte Weltmarktführer aus verschiedenen Branchen tummeln. Ehrlich gesagt, kaum vorstellbar.

Aber, um noch einmal auf den Nasdaq zurückzukommen: Im Verlauf der Internet-Bubble war der Technologieindex am 10. März 2000 bis auf 5048 Punkte gestiegen, um dann bis zum 8. Oktober 2002 bis auf 1114 Punkte zu korrigieren. Growth und Value hatte sich wieder angenähert. Klar waren die Werte damals extrem überspekuliert und bei vielen Titeln ohne Substanz. Aber die aktuelle Hausse des Nasdaq und des Nasdaq 100 mit einer groben Verzehnfachung binnen eines guten Jahrzehnts ist fundamental aus dem Ruder gelaufen.

Die Kursentwicklung des Nasdaq während der Internet-Bubble:

Die Performance des Nasdaq

Die Quartalssaison Q3 und die Reaktion der Märkte

Die heutige Situation hat es in sich. Unmittelbar vor einer ziemlich entscheidenden US-Wahl geraten die Weltbörsen ins Straucheln, dennoch erleben wir bisher eine Berichtssaison, die überaus überraschende Ergebnisse liefert: Bislang übertrafen die Unternehmen um etwa 85 Prozent die Unternehmenserwartungen, selbst die Ausblicke auf Q4 wurden bisher fast bei einem Fünftel der Unternehmen angehoben. Dennoch werden die Ergebnisse nicht honoriert und selbst bei Microsoft hatte man ein Sell on good News praktiziert.

Werden Apple und Amazon heute einen Umschwung einleiten können?

Das Hard- und Softwareunternehmen aus Cupertino, welches erst kürzlich die neue Smartphone-Generation im 5G-Netz präsentiert hat und Amazon, das jetzt vor dem Weihnachtsgeschäft sogar 100.000 Saisonarbeiter in den USA und Kanada eingestellt hat, um im Bereich der Logistik das erwartete Online-Bestellaufkommen zu bewältigen. Kann diese Entwicklung in Zukunft fortgesetzt werden? Darum geht es.

Fazit

Es ist sicherlich kein Muss für die allernächste Zeit, aber wie es die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, ein sich immer wiederkehrender Vorgang an den Finanzmärkten – Mean Reversion, Regression zum Mittelwert, wie immer man es auch bezeichnen will. Exponentielles Wachstum, egal in welcher Branche, ist nicht aufrechtzuerhalten. Der Technologieindex Nasdaq 100 hat sich von Ende 2018 bis September 2020 mehr als verdoppelt, dies ist nur dann haltbar, wenn die entsprechenden Unternehmensgewinne steigen oder die Zahl der Aktien, durch „Buybacks“ entsprechend reduziert werden. Ist dies nicht der Fall, so kommt es irgendwann zur Angleichung von Wachstum und Kursentwicklung – auch wenn es im Zeitalter der finanziellen Repression, inklusive TINA, etwas länger dauert, es wird kommen.

Bei Einzelaktien dauert es mitunter noch etwas länger, vor allem wenn ein Unternehmenschef „magische“ Fähigkeiten besitzt.

Ist die glorreiche Zeit des Nasdaq schon vorbei?

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Finanznews

Dax & Co: Abverkauf – aber Erholung am Super-Donnerstag? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Dax gestern mit dem größten Verlust seit März, die Indizes an der Wall Street mehr als drei Prozent im Minus. Treiber des Abverkaufs vor allem beim Dax war der „differenzierte Lockdown“. Was aber passiert heute, am „Super-Donnerstag“? Denn heute stehen nicht nur wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda (US-BIP, US-Ertsanträge), sondern auch die Zahlen der vier Tech-Giganten Apple, Amazon, Alphabet und Facebook mit einer Marktkapitalisierung von mehr als fünf Billionen Dollar. Dazu dann noch die EZB-Sitzung (von der allerdings heute nur Verbal-Rhetorik zu erwarten ist). So oder so: was wir derzeit sehen unmittelbar vor der US-Wahl ist ziemlich unegwöhnlich – hat Trump gestern gewissermaßen die Wahl verloren?

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Indizes

DAX daily: Dax-Absturz – Fortsetzung oder folgt die Gegenbewegung?

Stefan Jäger

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am

Die nächste Ausverkaufswelle hat den Dax im gestrigen Handel massiv getroffen. Aus der anfänglichen Nervosität hat sich mittlerweile eine erste Panik entwickelt. Infolgedessen fiel der Dax wie ein Stein und musste erneut kräftige Verluste von über 4 % hinnehmen. Im Handelsverlauf rutschte der Index bis auf ein Tagestief bei 11.457 ab, damit notiert er wieder auf dem Niveau von Ende Mai. Das Tageshoch lag zuvor noch bei 11.852 Punkten. Den Handelstag hat der deutsche Leitindex schließlich mit einem Abschlag von 503 Punkten (-4,17 %) bei 11.560 beendet. Seit dem September-Hoch bei 13.460 bis zum gestrigen Tief ging es somit schon 2.000 Punkte (ca. 15%) abwärts.

Im Tageschart hat der Dax gestern das 38,2 % Retracement (11.474) der gesamten Erholung vom März-Tief zum September-Hoch erreicht. Dieser Bereich könnte den Abverkauf abfedern, wodurch die Möglichkeit einer Stabilisierung im Dax besteht. Nachdem der Index in den letzten Tagen wie ein Stein gefallen ist, wäre es nicht untypisch, wenn sich eine Zwischenerholung einstellt. Das ist aber kein Muss, es kann auch noch weiter runter gehen. Eine entscheidende Rolle spielen die Quartalszahlen der FAANG-Aktien, die heute nachbörslich veröffentlicht werden.

News und fundamentale Daten

Es hatte sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet, dass Frau Merkel und die Länder-Chefs weitere Restriktionen einführen könnten. Am Mittwochnachmittag bestätigten sich letztendlich die Befürchtungen der Anleger, denn der Bund beschließt einen Lockdown (light), der ab dem 2. November in Kraft tritt. Dadurch dürften sich die Wirtschaftsdaten und die Geschäftsaussichten in manchen Branchen deutlich eintrüben. Folglich wird das in die Dax-Kurse eingepreist.

Heute gibt es die volle Palette an Konjunkturdaten und Bilanzberichten. Los geht es um 9:55 Uhr mit der Veränderung der Arbeitslosigkeit und der Arbeitslosenquote in Deutschland. Danach folgt um 13:30 Uhr die mit Spannung erwartete Vorabschätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal. Um 13:45 Uhr veröffentlicht die EZB dann die Zinsentscheidung sowie den geldpolitischen Begleittext. Anschließend findet um 14:30 Uhr die Pressekonferenz der EZB statt. Insbesondere gilt die Pressekonferenz als ein Trading-Event und kann für Bewegung im Dax und an den Märkten sorgen. Zuvor erscheint um 14:00 Uhr auch noch der Verbraucherpreisindex aus Deutschland.

Wenn es einen Peak in der Berichtssaison gibt, dann ist dieser heute erreicht. Bevor die vier Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Alphabet nachbörslich ihre Zahlen vorlegen, sehen wir zuvor noch diverse Bilanzen deutscher Unternehmen. Zum einen erscheinen die Zahlen der Dax-Unternehmen Volkswagen, Fresenius, Fresenius Medical Care und MTU Aero Engines. Zudem noch von Unternehmen aus der zweiten Reihe wie Airbus, Symrise, Kion, Nemetschek, Wacker Chemie usw.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem der Dax diese Woche schon über 1.000 Punkte am Stück gefallen ist, könnte sich heute ein Boden bilden und eine Erholung einsetzen. Ungefähr eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Dax nahe seines gestrigen Schlusskurses bei 11.575. Über der 11.610 steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Erholung. Ein Rücksetzer bis 11.571 mit einem anschließenden Anstieg wäre auch noch eine Möglichkeit. Kann sich der Dax nachhaltig über der 11.610 halten, dann ergeben sich Ziele bei 11.650, 11.770, 11.852.

Unterschreitet der Index jedoch die 11.571 mit Momentum, dann könnte es wieder in Richtung des gestrigen Tagestiefs bei 11.457 gehen. Ein unterschreiten der 11.457 wäre ein Sell-Trigger und würde tiefere Kurse mit sich bringen. Folglich könnte sich noch eine Abwärtswelle anschließen. Daraus ergeben sich Ziele auf der Unterseite bei 11.391, 11.340 und 11.220. Es wäre auch möglich, dass der Kurs zwischen 11.650 und 11.500 erst einmal hin und her pendelt, bevor es zu einer Richtungsentscheidung kommt.

DAX daily: Tagesausblick 29.10. - M15-Chart - Erholung oder weiter abwärts?

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.155 – Pivot Punkt R2

11.843 – Pivot Punkt R1

11.649 – Pivot Punkt

11.337 – Pivot Punkt S1

11.143 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

11.474 – 38,2 % Retracement (8.256 – 13.460)

11.457 – Tagestief 28.10.

11.391 – Gap vom 25.05.

11.340 – Ziel der 1.000-Punkte-Range

11.220 – 100 % Ziel SKS (Hoch 13.460; Nackenlinie 12.340)

Dax Widerstände (WS):

11.650 – 23,6 % Retracement (12.279)

11.770 – 38,2 % Retracement (12.279)

11.852 – Tageshoch 28.10.

11.960 – 61,8 % Retracement (12.279)

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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