Die schwachen Vorgaben aus den USA drücken zur Wochenmitte auf den deutschen Aktienmarkt. Besonders die Kursverluste im amerikanischen Technologiesektor ließen den DAX am Dienstag um 0,8 Prozent auf 23.949 Punkte fallen. Damit verpasste das wichtigste deutsche Börsenbarometer erneut die Rückeroberung der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Zählern. Vorbörslich deutet sich am Mittwoch bereits ein weiterer Rücksetzer an – ein klares Warnsignal für Anleger.
Auslöser der jüngsten Schwäche sind wachsende Zweifel an den hohen Bewertungen von US-Technologiewerten. Dabei nehmen die Sorgen vor einer möglichen KI-Blase wieder zu. Besonders die beiden KI-Profiteure Palantir und Nvidia gerieten deutlich unter Druck, was auch andere Tech-Aktien belastete. Marktteilnehmer fragen sich zunehmend, ob die massiven Investitionen der großen Technologiekonzerne in künstliche Intelligenz langfristig tatsächlich hohe Renditen versprechen.
Für zusätzliche Unsicherheit sorgten jüngste Aussagen führender Wall-Street-Bankchefs, die vor einer Marktkorrektur von bis zu 15 Prozent warnten. Gleichzeitig dämpften neue Kommentare aus Reihen der US-Notenbank Fed die Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung im Dezember.
Nach dem freundlichen Start in den Börsenmonat November trübt sich das Bild damit merklich ein. Der erneute Rückfall unter 24.000 Punkte signalisiert, dass es dem DAX auf dem hohen Niveau an Anschlusskäufen mangelt. Seit Juni pendelt der Index in einer breiten Seitwärtsrange zwischen 23.000 und 24.600 Punkten – und dürfte sich dort vorerst weiter bewegen, bevor eine Richtungsentscheidung fällt.
DAX weiter unter 24.000 Punkten
Der DAX zeigt sich am Mittwochmorgen vorbörslich erneut schwächer und hat sich klar von der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Punkten entfernt. Zeitweise rutschte der Leitindex bis auf 23.627 Punkte ab, bevor eine technische Gegenbewegung einsetzte. Dennoch deutet alles darauf hin, dass der Handel mit einem Abwärtsgap eröffnet. Für eine kurzfristige Trendwende müsste der DAX das gestrige Tageshoch bei 23.974 Punkten zurückerobern. Erst dann wäre der Weg frei, um die runde 24.000er-Marke ins Visier zu nehmen. Im Bereich von 24.090 Punkten wartet jedoch bereits die nächste charttechnische Hürde. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde die angeschlagene kurzfristige Lage deutlich entschärfen.
Solange der Index unterhalb des gestrigen Hochs notiert, bleibt die technische Situation jedoch fragil. Scheitert der aktuelle Erholungsversuch um 23.950 Punkte, droht ein Rücklauf bis 23.835 Punkte. Fällt der DAX auch darunter, rückt erneut die markante Unterstützungszone bei 23.700 Punkten in den Fokus. Dort müsste sich der Index stabilisieren, um eine mögliche Bodenbildung einzuleiten. Ein Bruch des gestrigen Tagestiefs bei 23.674 Punkten würde hingegen weiteres Abwärtspotenzial bis zunächst 23.627 und in der Folge bis 23.400 Punkte eröffnen.
Dax-Chart von TradingView
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DAX Unterstützungen:
23.835 – Horizontale
23.700 – Horizontale
23.674 – Tagestief 04.11.
23.627 – außerbörsliches Tief 05.11.
23.400 – 127,2% Extension
DAX Widerstände:
23.949 – Schlusskurs 04.11.
23.974 – Tageshoch 05.11.
24.000 – Psycho-Marke
24.089 – SMA200 (H1)
24.132 – Gap 03.11.
24.248 – Tageshoch 03.11.
24.322 – Tageshoch 29.10.
24.340 – Horizontale
24.384 – Tageshoch 21.10
24.500 – Horizontale
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