Die wichtigsten Eckpunkte
- DAX fällt unter 25.000 Punkte.
- US-Arbeitsmarktbericht entscheidet über Zinserwartungen.
- Steigende Ölpreise und Renditen belasten.
- Überverkaufter DAX bietet Erholungschance.
Der US-Arbeitsmarktbericht könnte am Freitag darüber entscheiden, ob der DAX nach seinem jüngsten Kursrutsch wieder Halt findet oder die nächste Verkaufswelle droht. Steigende Ölpreise und hohe Renditen erschweren eine Erholung. Jetzt braucht der Aktienmarkt Daten, die den Zinsdruck mindern, ohne neue Konjunktursorgen auszulösen. Für die angeschlagenen Aktienmärkte wird das zu einer schwierigen Gratwanderung.
Renditen verschärfen den Verkaufsdruck
Am Donnerstag hat sich der Druck auf den DAX deutlich verstärkt. Der erneute Ölpreisanstieg um mehr als 3 Prozent belastete die Aktienmärkte. Gleichzeitig verteuerten sich langfristige Finanzierungen weiter. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte zwischenzeitlich etwa 5,34 Prozent. Bei den 30-jährigen Papieren ging es zeitweise auf rund 5,68 Prozent nach oben – den höchsten Stand seit 2002. Damit rückt selbst die Marke von 6 Prozent näher.
Für Aktien entsteht daraus gleich mehrfach Gegenwind. Höhere Renditen machen Anleihen als Alternative attraktiver, erhöhen die Finanzierungskosten der Unternehmen und drücken den heutigen Wert künftig erwarteter Gewinne. Besonders anspruchsvolle Bewertungen werden dadurch anfälliger. Allerdings spiegeln langfristige Renditen neben den Zinserwartungen auch Inflationsrisiken und die verlangte Prämie für hohe Staatsschulden wider. Eine Entspannung bei den Fed-Erwartungen allein muss den Anleihemarkt deshalb noch nicht dauerhaft beruhigen.
Auch von der Wall Street kam im Handelsverlauf keine Entlastung. Nachdem vorbörsliche Gewinne zunächst Hoffnung auf eine Stabilisierung gemacht hatten, gaben die US-Aktienmärkte nach und belasteten damit zusätzlich den DAX. Die Kombination aus steigenden Renditen und schwächeren US-Börsen erschwert es den Käufern, eine belastbare Gegenbewegung einzuleiten.
US-Arbeitsmarktbericht wird zum Prüfstein
Im Mittelpunkt steht am Freitag um 14:30 Uhr deutscher Zeit der US-Arbeitsmarktbericht für September. Neben dem Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft zählen vor allem die Arbeitslosenquote, die Entwicklung der Stundenlöhne und die Revisionen der Vormonate.
Ein überraschend kräftiger Beschäftigungsaufbau zusammen mit hohen Lohnzuwächsen könnte die Erwartungen weiterer Fed-Zinserhöhungen verstärken. Steigen daraufhin die Renditen erneut, dürfte auch der DAX Schwierigkeiten bekommen, sich vom jüngsten Rückschlag zu erholen. Gute Konjunkturdaten wären in diesem Umfeld für Aktien zunächst womöglich eine schlechte Nachricht.
Umgekehrt könnte eine moderate Abkühlung am Arbeitsmarkt den Zinsdruck verringern und eine Erholung unterstützen. Deutlich schwächere Zahlen wären jedoch zweischneidig. Sie könnten zwar die Renditen drücken, zugleich aber Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung und die Unternehmensgewinne schüren. Im besten Fall zeigen die Daten also eine kontrollierte Abkühlung.
DAX braucht die Rückeroberung
Charttechnisch hat sich die Lage mit dem Bruch des Doppeltiefs bei rund 25.175 Punkten deutlich verschlechtert. Anschließend rutschte der DAX auch unter die runde Marke von 25.000 Punkten und erreichte am Donnerstag ein Tief bei 24.831 Punkten. Die zuvor tragende Unterstützung ist damit vorerst verloren.
Für Freitag deutet sich zunächst eine Erholung an. Der DAX steigt vorbörslich über die Marke von 25.000 Punkten, die heute im Mittelpunkt steht. Kann er sich darüber behaupten, steigen die Chancen auf eine technische Gegenbewegung – zumal er kurzfristig überverkauft ist. Dabei könnte er zunächst die frühere Unterstützungszone zwischen 25.175 und 25.200 Punkten anlaufen, die nun als Widerstand fungiert. Erst oberhalb dieser Zone eröffnet sich weiteres Erholungspotenzial bis zur 50-Tage-Linie bei 25.375 Punkten. Bis dahin bleibt jede Erholung anfällig für erneuten Verkaufsdruck.
Unterhalb von 25.000 Punkten dominieren weiterhin die Abwärtsrisiken. Dann rücken zunächst die Unterstützung bei 24.860 und das Donnerstagstief bei 24.831 Punkten wieder in den Fokus. Wird auch dieses unterschritten, könnte sich die Abwärtsbewegung in Richtung 24.600 Punkte fortsetzen.
DAX-Widerstände: 25.035, 25.175/200 (vorher US), 25.232 (TH), 25.375 (SMA100), 25.500
DAX-Unterstützungen: 24.939 (Gap), 24.860, 24.831 (TT), 24.600, 24.460
Dax-Chart auf TradingView-Basis
Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.
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Moin. Am 28.09. hatten Bund- und Bobl Future ihre Tiefststände. Seitdem steigen die Kurse, gestern sogar massiv. Also in Deutschland fallen gerade seit dem die Zinsen bzw. Renditen.
Aber der DAX Performance Index kommt auch von den 3 588 Punkten zur Finanzkrise…das vergessen viele…
Mit jeder Steigerung wird’s schwerer die vorangegangene Performance zu übertreffen…das ist simple Logik…
Man kann nicht einfach sagen, nur weil er sich seit der Finanzkrise vervielfacht hat ,wird er diese Wertentwicklung immer wiederholen können…
Jetzt sehen wir eine Stagnation …seit Mitte Januar 25 …als er die 25 500 überwand…er pendelt im Prinzip seitdem um diese Marke…die die investiert sind warten auf neue Käufer…es findet sich nur keiner..
Hallo, warum postet ihr den Chart nicht mehr, wo ihr immer eingezeichnet habt, wie ihr die Lage bzw. den weiteren Verlauf vermutet ? War mir immer eine gute Hilfe. ;-) LG
das würde mich auch interessieren, warum beantwortet ihr die frage nicht ??