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DAX unter Druck: Iran-Krieg und Energiepreise – was jetzt?

DAX unter Druck: Iran-Krieg und Energiepreise – was jetzt?
Grafik: ChatGPT

Der DAX hat am Dienstag an seine Vortagsverluste angeknüpft und seine Talfahrt deutlich beschleunigt. Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges und dem kräftigen Anstieg der Energiepreise hat der deutsche Leitindex ausgehend vom Schlusskurs am Freitag bei 25.284 Punkten inzwischen fast 1.500 Punkte eingebüßt. Allein am Dienstag verlor er weitere 3,4 Prozent und fiel damit auf 23.790 Zähler.

Haupttreiber der aktuellen Schwäche sind vor allem die geopolitischen Spannungen rund um den Iran-Konflikt sowie die wachsende Sorge vor einer neuen Energiekrise. Hintergrund sind deutlich gestiegene Gas- und Ölpreise, die die Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten zusätzlich verstärken. In der Folge geraten auch die internationalen Aktienmärkte zunehmend unter Druck.

Auch die US-Börsen gerieten zuletzt unter Druck, halten sich jedoch bislang noch vergleichsweise stabil. In anderen Regionen fällt die Korrektur dagegen deutlich heftiger aus. In Südkorea etwa erlitt der Leitindex Kospi am Mittwoch den größten Zwei-Tages-Crash seit der Finanzkrise 2008. Dies ist besonders bemerkenswert, da der Aktienmarkt zuvor noch eine fulminante Rally verzeichnet hatte.

Aktienmärkte im Bann des Iran-Krieges

Für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten wird nun entscheidend sein, wie stark sich der Konflikt im Nahen Osten ausweitet und wie lange er anhält. Denn davon hängt maßgeblich ab, ob die Energiepreise weiter steigen. Sollten Gas- und Ölpreise weiter zulegen, würde dies die Konjunkturrisiken erhöhen und gleichzeitig den Inflationsdruck erneut verstärken – eine Kombination, die für Aktienmärkte in der Regel belastend ist.

Aus charttechnischer Sicht hat der DAX inzwischen mehrere wichtige kurzfristige Unterstützungsmarken nach unten durchschlagen. Dadurch hat sich das technische Bild deutlich eingetrübt. Zudem deutet die hohe Dynamik der aktuellen Abwärtsbewegung zunächst nicht auf eine schnelle und nachhaltige Erholung hin.

Gleichzeitig ist der DAX kurzfristig deutlich überverkauft, weshalb in den kommenden Tagen durchaus mit einer technischen Gegenbewegung zu rechnen ist. Solche Zwischenerholungen sind in starken Abwärtstrends nicht ungewöhnlich. Ohne eine Entspannung bei den aktuellen Belastungsfaktoren dürfte der Druck auf die Aktienmärkte jedoch insgesamt hoch bleiben – selbst wenn es zwischenzeitlich zu kurzfristigen Erholungsphasen kommt.

DAX vor technischer Gegenbewegung

Nach dem starken Kurseinbruch der vergangenen Tage ist der DAX im kurzfristigen Zeitfenster deutlich überverkauft und könnte daher vor einer technischen Gegenbewegung stehen. Eine Stabilisierung oberhalb von 23.700 Punkten könnte zunächst eine Erholung in Richtung 23.850/870 Punkte einleiten. Gelingt anschließend ein Ausbruch über diesen Bereich, würde sich weiteres Aufwärtspotenzial bis in die Zone um 24.000 Punkte eröffnen. Dort dürften die Bären jedoch erneut versuchen, den Druck zu erhöhen. Sollte der Index diese runde Marke dennoch zurückerobern, rückt die 200-Tage-Linie bei 24.175 Punkten in den Fokus.

Solange der DAX jedoch unter der Mindesterholung – dem 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 24.018 Punkten – notiert, bleibt der Index anfällig für Rücksetzer in Richtung 23.800 und 23.700 Punkte. Doch solange das gestrige Tief bei 23.601 Punkten Bestand hat, stehen die Chancen kurzfristig zunächst auf eine technische Erholung.

DAX und Aktienmärkte unter Druck: Hohe Ölrpeise und Sorge vor Energiekrise

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützung:

23.601 – Tagestief 03.03.

23.455 – Horizontale

23.315 – Horizontale

DAX Widerstände

23.850/875 – Horizontale

24.000 – Psycho-Marke

24.175 – SMA200 (daily)

24.239 – Tageshoch 03.03. / ex Doppeltief

24.272 – Xetra-Doppeltief

24.475 – MOB-Marke

24.620 – Horizontale

24.638 – Gap 02.03.

24.750/800 – WS-Zone

24.830 – SMA50 (daily)

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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4 Kommentare

  1. Der Ölpreis wirkt sich auf den Dax, also BASF, Airbus usw. aus. Der politische Wille des 47. US-Präsidenten Donald John Trump, die globale Ölversorgung im Zusammenhang mit der Straße von Hormus entsprechend zu sichern, ließ den Ölpreis aktuell fallen. Die konkreten Hormus-Resultate bleiben abzuwarten.

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Perspektivisch hat der DAX schlechte Karten ,da er sich ja schon mehr als verzehnfacht hat…Anstieg von der Dot Com Krise…bis heute…

    25 500 in der Spitze…die Dividendenrendite liegt bei deutlich unter zwei Prozent…wir stehen halt nicht mehr bei den 2166 vom März 2003…

    An der Börse zählt nur die Zukunft und nicht die Vergangenheit. Was nützt es einem Neuling ,wenn er weiß was der DAX in der Vergangenheit gemacht hat…
    Im Gegenteil, hier ist der Kontraindikator zu suchen, gerade im Crash liegt die Lösung..2166 sind nicht 25 500…
    Damals hatte sich der DAX innerhalb eines Jahres fast verdoppelt…bis 4000 in 04…
    Ist das heute auch zu erwarten? Vielmehr ist alles investiert was investiert sein kann..der DAX Performance Index stagniert seit Mai 25…der DAX Kursindex seit März 25…
    Was wenn die Renditen steigen? Schon jetzt liegt die deutsche Umlaufrendite um mindestens 100 Basispunkte über der Dividendenrendite des DAX.
    Das ist der Fluch der hohen Kurse. Im Crash liegt die Lösung..die Chance für die Neulinge…
    Spannend die Straße von Hormus…gestern hieß es noch es gibt Geleitschutz..heute will man nichts mehr davon wissen…dementsprechend verhält sich der Ölpreis…
    Spannend auch die Allianz der Willigen…bisher bleibt die auf Israel und die USA beschränkt…Trump jammert jetzt schon nach Unterstützung, ihm geht die Munition aus aber Europa ist in der Ukraine gebunden.
    Auch ein Unterschied zum ersten und zweiten Irakkrieg, 91 und 03…damals waren die Kurse unten und heut oben, damals kamen wir aus einer Abwärtsbewegung und heut das Gegenteil…Wo stand nochmal der DAX bei Kriegsbeginn 03…? Richtig, bei den 2166…und 91 bei unter 1500..jetzt waren’s fast 25 500 in der Spitze…
    Der DAX Performance Index hat eine lange Strecke im Aufwärtstrend hinter sich…fast 17 Jahre…das ist viel sehr viel..der zweitlängste Zyklus in der Geschichte des DAX…
    25 500 ist das Top aufgestellt vor wenigen Wochen…mal sehen wie lange der DAX dieses Top nicht wiedersieht.

  3. Hallo Herr Jäger, irgendwie macht die Analyse heute keinen Sinn, das scheint jene von gestern zu sein. Der Dax ist schon längst weit unter den genannten Schlüsselmarken.

    1. Vielen Dank, Domi, für den Hinweis. Ich habe den korrekten Text inzwischen eingefügt. Offenbar ist beim Speichern etwas schiefgelaufen, sodass zunächst noch die gestrige Analyse angezeigt wurde.

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