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Dax: Verfall, Volatilität und die große Bedeutung des Euro für den Dax

Insgesamt gilt: nach dem Sieg von Macron ist die Entwicklung des Euro-Dollars so wichtig wie schon lange nicht mehr. Denn im Glauben, dass nun alle politischen Risiken in Europa beseitigt seien, haben sich viele Investoren aus dem Dollar-Raum in europäische Aktien eingekauft, aber zu einem erheblichen Teil die Währungsrisiken nicht gehedget. Wenn der Euro weiter unter Druck kommt, verlieren diese Investoren faktisch Geld und sind mehr und mehr gezwungen, diese Positionen dann aufzulösen, sprich zu verkaufen..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Korrektur des Dax war durchaus heftig: nach Erreichen des Allzeithochs ging es weitgehend ungebremst 300 Punkte nach unten – ist jetzt mit dem gestrigen Tagestief bei 12615 Punkten der Boden erreicht?

Diese Frage ist an einem Hexensabbat naturgemäß schwer zu beanworten – wir vermuten, dass die neue Richtungsentscheidung erst in der nächsten Woche fallen wird. Der Grund ist eben der große Verfall, der besonders bei den US-Indizes große Auswirkungen haben dürfte. Denn heute verfallen 1,3 Billionen Optionen auf den S&P500, dazu jede Menge Optionen auf den Volatilitätsindex VIX (der die Vola-Erwartungen beim S&P500 ausdrückt).

Sieht man sich die Daten an, so wird klar, dass die Meute an der Wall Street sich short auf den VIX positioniert hat – und damit gut gefahren ist, während etwa die Volatilität beim Nasdaq zwischenzeitlich geradezu explodierte. Wäre das auch beim S&P passiert, hätte das den Dax, der sich fast ausschließlich am S&P-Future orientiert, deutlich stärker getroffen als die schon erwähnten 300 Punkte.

Jetzt stellt sich die Frage: war die extreme Volatiltiät mit dem damit verbundenen Abverkauf des Nasdaq und der FANG-Aktien nur ein Vorspiel für einen breiteren Abverkauf? Denn während der Nasdaq schwer unter Beschuß war, zeigten Dow Jones und S&P kaum Reaktionen, der Dow stieg sogar auf ein neues Allzeithoch.

Aber auch für Dow und S&P wird die Luft nach oben nun dünner. Ohne die lange erhofften Stimulusmaßnahmen der Trump-Administration werden weitere Anstiege nicht so einfach. Dazu zeigt die Erfahrung, dass die ersten Handelstage nach dem großen Verfall bei den US-Indizes schwierig werden, die Karten werden neu gemischt, die Positionen neu ausgerichtet. Damit verbunden ist in schöner Regelmäßigkeit eine steigende Volatilität, und steigende Vola heißt meist tiefere Kurse.

In Asien ist die Stimmung überwiegend gut:

Shanghai Composite -0,16%
CSI300 -0,09%
ChiNext -0,09%
Nikkei +0,56%

Und das verhilft dem X-Dax zu einem Aufwärtsgap:

Das gestrige „Unheil“ beim Dax hatte sich charttechnisch gewissermaßen angekündigt mit den zaghfaten, schnell verpufften Erholungsversuchen nach dem Schock der so schwachen US-Daten am Freitag und der überrraschend hawkishen Fed. Wenn der Dax nun das gestrige Tief bei 12615 Punkten unterschreitet, droht weiteres Ungemach, wird sich die Korrektur stark ausweiten. Auf der Oberseite dagegen Widerstand im Bereich 12740/50, dann die 12820, dann das alte Allzeithoch bei 12880 und schließlich das aktuelle Allzeithoch bei 12920 Punkten.

Insgesamt gilt: nach dem Sieg von Macron ist die Entwicklung des Euro-Dollars so wichtig wie schon lange nicht mehr. Denn im Glauben, dass nun alle politischen Risiken in Europa beseitigt seien, haben sich viele Investoren aus dem Dollar-Raum in europäische Aktien eingekauft, aber zu einem erheblichen Teil die Währungsrisiken nicht gehedget. Wenn der Euro weiter unter Druck kommt, verlieren diese Investoren faktisch Geld und sind mehr und mehr gezwungen, diese Positionen dann aufzulösen, sprich zu verkaufen.

Aber heute erst einmal der Hexensabbat – bei den letzten großen Verfalltagen war nicht wirklich viel passiert, wird das heute anders?

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Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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