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Dax: Vergiftetes Geschenk der Fed – oder: sei vorsichtig, was du dir wünschst!

Der krampfhafte Versuch von Powell, Abwärtsrisiken klein zu reden, aber gleichzeitig eine Geldpolitik zu verkünden, die nur dann Sinn macht, wenn man eben von massiven Abwärtsrisiken ausgeht!

Markus Fugmann

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Es gibt Geschernke, über die man sich lange freuen kann – und es gibt Geschenke, die nach außen hin hübsch aussehen, aber dennoch keinerlei Freude bereiten! Und das, was die Fed und Jerome Powell gestern verschenkt haben, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie!

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Dabei stand das Geschenk doch so eindeutig auf dem Wunschzettel der Märkte – es war das Maximale, was sich die Perma-Bullen an dovisher Wende erhoffen konnten. Aber es ist wie im Leben manchmal auch: man sollte vorsichtig dabei sein, was man sich wünscht! Denn indem die Fed die Hoffnungen faktisch sogar übererfüllte, säte sie gleichzeitig den Zweifel – den Zweifel an der derzeitigen Wunschvorstellung der Märkte, dass es nach einem schwächeren ersten Qaurtal dann wieder schnell nach oben gehe und daher doch alles gut sei!

Vorgestern haben die Aussagen von FedEx diesen Biedermeier-Optimismus schon schwer angekratzt – und dann gestern der krampfhafte Versuch von Jerome Powell, die Abwärtsrisiken klein zu reden, aber gleichzeitig eine Geldpolitik zu verkünden, die nur dann Sinn macht, wenn man eben von massiven Abwärtsrisiken ausgeht!

Es sind die schlauen Anleihemärkte, die den Braten sehr schnell gerochen haben – bei den Aktienmärktn ist die Leitung gelegentlich ja etwas länger, und so dauerte es ein bißchen, bis die Wall Street ins Grübeln kam. Wenn nun reihenweise die Renditen der Anleihelaufzeiten bis sieben Jahre invertieren und damit so eindeutig die rote Warnleuchte „Rezession“ blinkt, dann sollte man schon einmal die Frage stellen, ob es in dieser Situation Sinn macht, nur ca. 4% unter dem Allzeithoch zu handeln (wie der S&P 500)!

Wohl eher nicht. Und eines haben die Märkte wohl auch noch nicht so recht auf dem Zeiger: selbst wenn es zu einem Deal zwischen den USA und China kommt, wird eine globale Rezession wohl kaum mehr zu vermeiden sein! Nur weil sich der Konflikt nicht weiter verschärft (wenn das Szenario der Optimisten stimmt), bringt das ja per se kein Wachstum, zumal Trump gestern klar gesagt hat, dass er nicht daran denke, die bisher erhobenen Zölle gegen China wieder abzuschaffen. China aber fordert, dass eben gerade die bisherigen Zölle abgeschafft werden, damit man bereit ist für diesen Deal.

Der Dax jedenfalls hat sein Kursziel erreicht:

Und prallt von dem erreichten Kursziel recht hart ab:

Shit happens. Aber nicht selten passiert das mit charttechnischer Ansage, so wie diesmal!

Wir gehen davon aus, dass der von der Fed indirekt geschürte Konjunktur-Pessimismus dem Dax nicht gerade gut tun wird..

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    21. März 2019 09:31 at 09:31

    Mein Gott, war das gestern eine peinliche Vorstellung von Jerome Powell. Wenn man schon lügt, dann sollte man es wenigstens in völliger Überzeugung tun und dabei so geschickt, dass sich der, der die Lüge zu erkennen vermag, in seiner Intelligenz geschmeichelt fühlt. Das liegt aber eben beides nicht im Naturell von Jerome Powell und genau deshalb hätte er viel besser daran getan, die Wahrheit offen auszusprechen, anstatt sie zur Unwahrheit zu verdrehen. Sichtlich hatte er sich in seiner Haut auch nicht wohl gefühlt und wird wohl sehr unter Druck gestanden haben. Jetzt hat er wohl das Gegenteil von dem erreicht, was er zu vermitteln suchte.

  2. Avatar

    Puff- Mutter

    21. März 2019 09:51 at 09:51

    Powell hat einmal gesagt: ER SEI NICHT DAS DIENSTMÄDCHEN DER BÖRSE,
    inzwischen ist er zur ZWANGSPROSTITUIERTEN geworden. Klar muss er jetzt die gescheiterte Geldorgie der Vorgänger ausbaden. Er kann nur verlieren, er sollte zurücktreten u.ein Buch schreiben.
    ZWANGSPROSTITUTION IN DER FINANZINDUSTRIE, Wer würde da wohl die Rolle des Zuhälters übernehmen?

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    Prognostiker

    21. März 2019 11:39 at 11:39

    Merken langsam die zahlreichen „ BÖRSENPROFIS“ mit gefühlter 100 jähriger Erfahrung, dass schlechte Wirtschaftszahlen nicht nur immer u.ewig gut sein können für die Börsenkurse ?
    Was ist da los? überdovische Notenbanken u.Aktien steigen nicht mehr? Gestern habe ich geschrieben,
    IRGENDWANN NÜTZTS NICHTS MEHR. Ich denke ,dass sie das Kartenhaus noch eine Weile stützen können u.dann gibt es 2019 EIN SCHÖNES „ SELL IN MAI“

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    Roberto

    21. März 2019 16:41 at 16:41

    Die Mehrheit der Marktteilnehmer kann diesen Anstieg nicht nachvollziehen weil er Notenbank getriebne ist. Es ist halt nicht fundamental unterlegt. Das stimmt und kann auch nicht geleugnet werden.
    Ich selbst würde mir auch wünschen das wir mal ein bereinigendes Gewitter bekommen, da auch ich gerne wieder „längerfristig“ anlegen würde, anstatt nur Swingtrading zu machen.
    Heute sieht man es wieder sehr schön. Alles und jeder ist negativ eingestellt, weil die Kurse zum Handelsende abverkauft wurden, trotz Geschenke der Fed. Aber Punkt 14.30 uhr Start Wall Street vom Punkt weg nur noch steigen, steigen und nochmals steigen.
    Ich persönlich werde niemals herausfinden wer das macht. Ob das PPT oder Algos oder beide. Ich weiß nur das mein Geld sich entweder nicht vermehrt oder sogar weniger wird, wenn ich mich gegen diese Herde stelle. Was soll ich also machen, außer versuchen mit dem Markt zu gehen. Ob es mir passt oder nicht. Und langfristigesAnlegen wird so immer weiter in die Zukunft verschoben bis es endlich mal wirklich crasht. ich selbst warte eigentlich schon seit Jahren darauf. Gut nur das ich die ganze Zeit zwischendurch getradet habe, sonst wäre ich jetzt schwarz vor Ärger :-)))
    Es hilft kein heulen und schimpfen und beleidigen…der Markt zeigt die Richtung. Ob WIR wollen oder nicht….wenn uns das nicht passt, müssen wir uns wo anders austoben.

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      Columbo

      21. März 2019 17:46 at 17:46

      @Roberto
      Auf den Punkt gebracht, so ist es! Ich bin mit meinen Langfristanlagen voriges Jahr ausgestiegen, weil ich keine Lust mehr hatte, mit 60+ Haus und Hof zu riskieren, so viel wie Warren Buffett hab ich schließlich nicht. Jetzt schau ich mir die besonders großmauligen und lässigen Bullen amüsiert von der Seitenlinie an. Manche sehen etwas übernächtigt aus, vermutlich von Albträumen geplagt?.

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      Michael

      21. März 2019 19:38 at 19:38

      @Roberto, ich sehe wie Columbo ebenfalls seit 4 Jahren auch keine Gewinne, sondern nur eine Nullnummer im DAX. Kurz- und mittelfristig sind sicherlich Gewinne zu realisieren, langfristig gesehen ist das Ganze eine sinnlos Energieverschwendung ohne Gewinne.

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    Roberto

    21. März 2019 17:57 at 17:57

    @Columbo, das ist wohl auch der Grund warum das Volumen immer geringer ausfällt. Die Menschen die wirklich ANLEGE wollen halten das Geld aus dem Markt fern und spekulieren mit kleineren Volumina.
    Das ist wohl in der Tat der Ausdruck von Skepsis zu den aktuell steigenden Märkten.
    Ich hoffe nur, das es sehr bald passiert, denn je länger das wieder dauert, könnten wieder einige doch in den Markt einsteigen und so noch weiter befeuern.

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    Roberto

    21. März 2019 18:30 at 18:30

    ..ich persönlich rechne zumindest bei den Amis nicht mehr damit das die Kurse nachgeben. Eher das Gegenteil. man merkt seit heute 14.30 Uhr wer das Zepter fest in der Hand hat. Es sind die Kreise die um keinen Fall sinkende Kurse brauchen. Und diese Kreise sind zu stark. Den Indizes wird immer nur dann ein Eigenleben erlaubt wenn sie sich weit von gefährlichen Marken bewegen. je näher sich diese aber den gefährlichen Marken nähern, umso stärker fällt der Eingriff aus. so werden die Marktteilnehmer natürlich auch Konditioniert. Und man weiß dann irgendwann, dass Unterstützungen IMMER ein Kauf sind…somit nährt die Hausse die Hausse….und man hat als Bär eigentlich kaum eine Chance außer im kurzfristigen Bereich.

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      Columbo

      21. März 2019 19:55 at 19:55

      @Roberto,
      ist das jetzt nicht doch ein wenig Verschwörungstheorie? 1929 und 2000 hat man auch geglaubt, daß nichts mehr fallen kann.

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    Prognostiker

    22. März 2019 10:02 at 10:02

    @ Robero, einverstanden DIE HAUSSE NÄHRT DIE HAUSSE, u.irgendwann ist sie so übergewichtig u.überernährt, dass sie krepiert.Wenn die Kurse so hoch sind,dass sie nicht mehr steigen,haben die Hedge
    Fonds kein Interesse mehr, denn Dividenden unter 2% genügen nicht als Rendite. Die Hedger brauchen Bewegung, u.die kann dann zwangsläufig nur noch abwärts sein.Powell hat übrigens auch zugegeben, dass die Notenbanken nicht jeden beliebigen Kursverfall aufhalten könnten.
    Neben Columbo gibt es dann noch Hunderte von Dickfischen die an der Seitenlinie warten, bis die übergewichtigen überernährten Bullen taumeln.Diesmal sei es anders als 1929, stimmt , aber heute können in einer Tausendstelsekunde Milliarden Aktien verkauft werden.
    Wenn so erfahrene Leute wie Roberto glauben, dass die Börsen noch kaum fallen können, (UNTERSTÜTZUNGEN SIND IMMER EIN KAUF)dann könnte der Zeitpunkt bald erreicht sein, wo es eben doch passiert u.Viele auf d en falschen Fuss erwischt.

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      Roberto

      22. März 2019 12:13 at 12:13

      @ Prognostiker,…wäre schön wenn Sie aus meinem text sich nicht nur einen einzigen Satz herauspicken um darauf rumzureiten, sondern den ganzen Text als Kontext verstehen. Wenn Sie meinen kompletten Bericht lesen und das haben Sie ja sicherlich, dann werden Sie merken, das wir eigentlich einer meinung sind.
      daher verstehe ich jetzt nicht warum Sie das anders darstellen ??? Das die hausse die hausse nährt kennt jeder der etwas mit Börse zu tun hat. Aber so wie ich es geschrieben habe…( den Text vorher dazu ), ist doch der Sinn das wir einer Meinung sind.
      Schade das ich das noch erklären muss.

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    Hesterberg

    22. März 2019 10:04 at 10:04

    Gemach, Gemach, liebe Leute! Was ist denn so schlimm daran, für seine Langfristinvestments ein paar Jahre an der Seitenauslinie zu stehen und geduldig auf den Crash zu warten? Wir wissen doch alle, dass der Crash kommen wird, weil er kommen muss. Und dann werden sich alle Gewinne der Bullen innerhalb kurzer Zeit pulverisieren. Im Einkauf liegt der Gewinn des Langfristinvestments und deshalb kauft man Aktien nicht jetzt, sondern nach einem Crash. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit Trading und genießen die Informationen der finanzmarktwelt.
    Das Kartenhaus der Notenbanken hat weder ein Fundament noch Grundmauern und wird nur noch notgedrungen immer weiter aufgestockt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es in sich zusammen fällt. Nur ein Dümmling kann daran glauben, es könne immer so weiter gehen.

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    Altbär

    22. März 2019 10:36 at 10:36

    @ Hesterberg, damit ist Alles gesagt, DAS PROBLEM IST NUR ,DASS ES NOCH ZUVIELE HOCHGEBILDETE GUTBEZAHLTEN DÜMMLINGE GIBT,

    • Avatar

      Hesterberg

      22. März 2019 11:30 at 11:30

      @Altbär
      Ja, schon, aber sie können nicht verhindern, was nicht zu verhindern ist. Sie können es nur hinauszögern. Mehr nicht. Solange lehnen wir uns entspannt zurück, in dem Wissen, dass die Realität dem Treiben an den Märkten schon ein Ende bereiten wird, so wie sie es in den vergangenen Jahrhunderten bei völligen Übertreibungen immer getan hatte. :-)

    • Avatar

      Koch

      23. März 2019 17:08 at 17:08

      Allmächt Altbär!Servus aus Unterfranken.Schaut aus,als kriegen mer se doch noch,die Ganzjahresrallyeisten.Auf geht’s Buam,nach unten!Ab Montag geht den Gelddruckern und ihren Jüngern,der Arsch auf Grundeis.Du &ich &die wenigen „Last-Man-Standing“,werden es verdient geniessen.Darauf noch ein Keiler Weissbier aus Lohr/Main.

  10. Avatar

    Beobachter

    22. März 2019 12:26 at 12:26

    Ja lieber Roberto, ich habe ihren Textt extra 2mal gelesen u.es tönt leider so als hätten sie die Meinung ,dass es nie mehr fallen könnte. Die Frage von Columbo wegen „Verschwörungstheorie“ deutet ev. in die gleiche Richtung.

    • Avatar

      Roberto

      22. März 2019 12:53 at 12:53

      @Beobachter, ich mach hier die Erfahrung das es Menschen gibt, die immer NUR das Lesen wollen was sie sich selber denken und nicht das was im Text steht. Sie gehören dann wohl auch dazu. Wahrscheinlich fehlt solchen Lesern das gewisse etwas um Texte zu verstehen. Und ich habe mit Sicherheit noch nicht mal verklausuliert geschrieben….lieber Beobachter Sie brauchen meinen Text nicht noch ein drittes Mal lesen…SIE werden es einfach nicht verstehen, weil Sie es einfach NICHT verstehen wollen.
      Zitieren Sie weiter einfach Ihre „Leute“ die genau das schreiben wie Sie es sich wünschen, dann ist Ihr Tag gerettet und Sie brauchen sich nicht über so einen „komischen Schreiber“ wie ich es bin nicht ärgern….das hilft bestimmt.

  11. Avatar

    columbo

    22. März 2019 13:22 at 13:22

    Rationale Menschen riskieren nicht das, was sie haben, für das, was sie nicht haben und nicht brauchen(Warren Buffett).

  12. Avatar

    Altbär

    24. März 2019 13:14 at 13:14

    @ Koch, DIE ALLZEITHOCHTRÄUMER hatten nur zwei Nächte zum Träumen u. sind wieder in der Wirklichkeit aufgewacht. Nach der unverständlichen Rally der letzten Wochen ist vor allem der Russel 2000
    schon wieder etwa 15 % vom Hoch entfernt. Dieser Index hat schon 2018 die Korrektur früher angekündigt.
    Haben etwa die kleineren Firmen kein Geld um bezahlte Gefälligkeits – Hochstufungen zu bezahlen, wie z.B. Apple u.s.w.? Die extremen Erholungen der Fang u.Nasdaq Titel sind sonst durch Nichts zu erklären.
    Hätte man doch angenommen, das die sowieso hochbewerteten Titel mit der Rückabwicklung der Globalisierung ( Felix Zulauf ) am meisten zu leiden hätten.
    Das Problem der kleineren Firmen ( Hohe Verschuldung, fallende bis negative Gewinne , schwierige Refinanzierung der auslaufenden Kredite) wird sowieso von keiner Notenbank zu lösen sein.Wenn die Rezession kommt wird sich die Sache dominoartig verschärfen.
    Die unfehlbaren Bondmärkte haben gerade ein Zeichen gesetzt.Machen wir noch ein Bier auf, den Sekt nehmen wir später, die in die Enge getriebenen „Notbankmanager „werden schon noch ein betrügerisches Mittel finden um ihr SUPEREXPERIMENT zu verlängern.

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York: Biden vs Trump – Wall Street in Wartestellung

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Amerikaner warten heute gespannt auf die heute Nacht um 3 Uhr deutscher Zeit stattfindende erste Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden.

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Indizes

Dax: Die Stimmung geht weiter in den Keller – „Stockpicker Markt“

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

„…doch ich kann der aktuellen Stimmungslage nicht entnehmen, ob wir vor der Wiederaufnahme der Rallye noch einen Rücksetzer verkraften müssen, oder nicht“, schrieb ich am 22. September – letzten Montag ging’s dann gen Süden bis auf 12.500 Punkte im DAX, letzten Freitag wurde diese wichtige Unterstützung nochmals nach unten durchbrochen. Aus charttechnischer Sicht kommen nun die 11.700 Punkte ins Visier.

Die zweite Coronawelle, Bilanzskandale, Geldwäsche der Deutschen Bank, unfairer Management Buy-Out bei Rocket Internet, Wahlkampf in den USA und mahnende Worte des US-Notenbankchefs waren dann doch zu viel für die seit Monaten verwöhnten Anleger. Letzte Woche setzten dann Verkäufe ein und es entwickelte sich eine Abwärtsspirale, die noch immer im Gang ist.

Unser Stimmungsindikator ist von -0,1 auf -3,8 eingebrochen, Niedergeschlagenheit macht sich auf dem Parkett breit. Es gibt nun wohl doch zu viele Anleger, die ihre Buchgewinne nicht rechtzeitig realisiert haben und nun zuschauen müssen, wie der unverhofft erzielte Reichtum dahin schmilzt.

Das nagt am Selbstwertgefühl, Verunsicherung macht sich zusätzlich breit (von -1,5 in der Vorwoche auf nun -5,3). Damit haben wir zwar noch nicht die Extremwerte vom März erreicht, aber seit März war die Verunsicherung nicht mehr so groß.

Mit fallenden Kursen kommt Trotz auf: Die Erwartung an den DAX für die kommenden Monate steigt an. Während 30% der Umfrageteilnehmer für den DAX in drei Monaten höhere Kurse erwarten, gehen nur 18% von tieferen Kursen aus. Das Bullenlager hat sich gefüllt.

Und entsprechend ist auch die Investitionsbereitschaft auf +2 gestiegen, das Kaufinteresse wächst bei rückläufigen Kursen.

Auch das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist in die Höhe geschnellt. Der Wert von 3 zeigt an, dass sich deutlich mehr Anleger für steigende Kurse positioniert haben, als Absicherungsgeschäfte gegen fallende Kurse getätigt wurden.

Ganz anders haben die Profis agiert, die sich über die Eurex absichern: Das Put/Call-Verhältnis ist auf 2 gesprungen und zeigt somit an, dass institutionelle Anleger viele Put-Absicherungen gekauft haben.

In den USA zeigte das Put/Call-Verhältnis der CBOE bis vor kurzem noch einen extremen Überhang von optimistisch eingestellten Call-Käufern an. Dieser Wert geht nun zurück, die Call-Käufe lassen langsam nach.

US-Fondsmanager hatten in den Ausverkauf der US-Märkte Anfang September hinein ihre Investitionsquote drastisch verkleinert und bleiben auch diese Woche bei mageren 55%.

Unter den US-Privatanlegern dominieren nun ganz klar wieder die Bären mit einem Bulle/Bär-Verhältnis von -21%.

Technisch ist der S&P 500 neutral einzustufen, wenn wir dem Angst und Gier Indikator glauben.

Dax Stimmung: die Interpretation

Wichtige Unterstützungen im DAX bei zunächst 13.000 Punkten und dann noch 12.500 Punkten wurden unterschritten, dennoch springt der Optimismus unter vielen Anlegern, insbesondere in Deutschland, reflexartig an. Das ist zwar grundsätzlich und langfristig betrachtet richtig, doch kann es lange dauern, bis sich der Mut auszahlt, wenn man schon zu früh einsteigt.

Die Investitionsbereitschaft, um den Ausverkauf zu stoppen, ist vorhanden. Doch zu viel Optimismus ist nicht gut für ein Ende einer Korrektur. Korrekturen enden in der Regel in Panik, doch davon sind wir weit entfernt.

Unsere Disziplin gebietet uns, in stark fallende Kurse hinein den einen oder anderen Kauf zu tätigen, denn den Boden treffen wir ohnehin nie. Doch ich würde die Cashreserven nicht zu schnell einsetzen, da die Stimmungsindikatoren noch keine Extremwerte erreicht haben.

Zur Erinnerung: Die Sentiment-Analyse hat ihre Probleme, Hochpunkte am Ende einer Rallye zu definieren. Die Stärke der Sentiment-Analyse liegt jedoch in der Bestimmung des Tiefs: Panik lässt sich gut erkennen, doch die Panik haben wir noch nicht.

Wie der Blick auf die 160 DAX-Unternehmen zeigt, erfolgte der Ausverkauf auch nicht thematisch oder branchenorientiert, sondern trifft aus allen Branchen einzelne Vertreter. So wie schon seit Wochen am Aktienmarkt die Rotation vorherrscht, bei der schwache Aktien verkauft und starke eingesammelt werden, so traf der Ausverkauf nun sowohl die schwachen als auch die überbewerteten Corona-Gewinner besonders hart, während günstige Aktien, deren Unternehmen relativ gut durch die Corona-Krise segeln, glimpflich davon kommen.

Wir befinden uns in einem Stockpicker Markt, einem Markt, in dem man Einzelwerte auswählen muss. Was sich über Wochen abzeichnete, erfährt in diesen Tagen eine Beschleunigung und dürfte, wenn wir uns an die Sentiment-Theorie halten, erst noch schlimmer werden, bevor es endet.

Die regelmäßige Teilnahme an der animusX Investoren Umfrage ist unter https://www.animusx.de/ möglich. Bei aktiver Beteiligung an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos.

 

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Die Stimmung geneüber dem Dax geht in den Keller - aber die Investitionsbereitschaft wächst

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Aktienmärkte: Ist es wirklich möglich, den Markt richtig zu timen?

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Ist es wirklich möglich, die Aktienmärkte richtig gut zu timen? Das Thema ist so alt wie die Börse: Wie gelingt es mir den Markt zu schlagen, durch geschickte Aktienauswahl, durch überragende Analysefähigkeiten- und Hilfsmittel, durch beste Marktinformationen oder durch ein gutes Bauchgefühl? Dass dies für die allermeisten Anleger und Fondsmanager auf Dauer nicht möglich ist, zeigen viele Statistiken, die nicht so gerne herumgereicht werden. Selbst Nobelpreisträger in Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsprofessoren sind teilweise grottenschlechte Kurzeitinvestoren, der Markt mit seinem Rückkoppelungssystem macht es unendlich schwer, ihn zu schlagen. Wie wir auch gerade wieder in der aktuellen Entwicklung sehen können.

Aktienmärkte: Die gerne verschwiegene Langzeitbilanz

Wenn man genau hinsieht, findet man die Statistiken, die aufzeigen, wie schwierig es is,t zum Beispiel den Leitindex der Welt, den S&P 500, über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel über 15 Jahre, zu schlagen. Das gelingt nur wenigen – und selbst der größte Investor alive, Warren Buffett, hat in den letzten Jahren so seine Schwierigkeiten am Markt dranzubleiben.

So gilt vermutlich nach wie vor der Spruch des legendären Fondsmanagers von Fidelity, der das Timingproblem der Aktienmärkte auf den Punkt brachte:

„Anleger haben mit der Vorbereitung auf oder dem Antizipieren von Marktkorrekturen viel mehr Geld verloren als in den Marktkorrekturen selbst.”

Betrachten wir hier nur einen Chart von advisorperspective, der die Korrekturen der Aktienmärkte in ihrer Tiefe und ihrem zeitlichen Verlauf während des letzten Zyklus seit der Finanzkrise aufzeigt:

Aktienmärkte, Timing und Korrekturen

Es gab in der Zeit seit der Finanzkrise 19 Phasen im S&P 500, in denen der Markt über fünf Prozent korrigiert hat und nur einen Bärenmarkt (Corona 2020), zweimal blieb man nur wenige Zehntel über der Eintrittsschwelle. Jedes Mal sprang die Federal Reserve ein, um ein weiteres Durchsacken der Aktienmärkte nach unten zu verhindern. Deshalb habe ich vor ein paar Tagen geschrieben, dass es unsinnig wäre zu glauben, dass die Notenbank gerade in der jetzigen brenzligen Situation am US-Arbeitsmarkt in Attentismus verfallen würde und einen Einbruch der Aktienmärkte mit all seinen Konsequenzen für den US-Konsum ohne Intervention zuließe. Irgendwann kommt natürlich der Moment, wo dies nichts mehr hilft.

Aber ein Weiteres ist aus diesem Chart zu lesen. Es gab gar nicht so viele richtige Einbrüche der Aktienmärkte – der Notenbank und der Alternativlosigkeit geschuldet – und vor allem wurden diese Korrekturen zumeist in sehr kurzer Zeit wieder ausgebügelt. Was ein Timing am Markt wieder einmal sehr schwierig gemacht hat.

Zu dieser Thematik des Timings gibt es auch eine interessante Untersuchung eines Fondsmanagers von HQ Trust, Sven Lehmann. Dieser hat berechnet, dass es in den letzten 14.524 Handelstagen beim Dax (entsprechend 55 Jahre) um sechs Prozent per annum nach oben ging. Diese Performance wurde an nur 55 Handelstagen erzielt –  wer da nicht investiert war, hätte eine Null-Performance erreicht. Natürlich könnte man sagen, wenn man die 55 schlechtesten Tage ausgelassen hätte, dann…..! Aber dies wäre das umgekehrte Glücksspiel.

Was uns nicht davon abhält, es immer wieder zu versuchen.

Die aktuelle Korrektur

Dass eine Korrektur der Aktienmärkte im Herbst ansteht, konnte so ziemlich jeder erkennen, der die Exponentialfunktion gewisser Charts betrachtet hat – Apple, Tesla, Nasdaq und Co. Die Frage war „nur“, wann diese genau einsetzen wird, wie tief sie ausfallen wird und natürlich wann man wieder einsteigen sollte. Ähnliches hatten wir schon im Rekordeinbruch vom Februar/März erlebt, als die großen Indizes binnen eines guten Monats eine Korrektur in Rekordgeschwindigkeit vollzogen hatten. Einige Geldverwalter hatten blitzschnell die brisante Lage erkannt und waren sukzessive aus dem Markt ausgestiegen, viele Anleger aus Sachzwängen. Aber wann wieder einsteigen, angesichts einer Nachrichtenlage, die unser limbisches System aktiviert, welches unentwegt mit emotionalen Attacken Alarm schlägt?

Wie lautete ein Spruch, den ich vor Kurzem in diesem Zusammenhang gelesen habe? „Wer behauptet zu Höchstkursen ausgestiegen zu sein und dann zu Tiefstkursen wieder zurück in den Markt, ist entweder ein Lügner oder der Teufel“. Natürlich gibt es auch Zufallstreffer, aber das ist wiederum eine andere Geschichte.

Fazit

Es geht weiter im Kampf um die Deutungshoheit an den Märkten – der Einzelne gegen Millionen von Marktteilnehmern, die nicht auf die Gegenwart blicken, sondern zu antizipieren versuchen, was Wirtschaft und Aktienmärkte in sechs bis neun Monaten machen werden (Daytrader ausgenommen). Die unbekannte Zukunft: Was macht das Rennen um die Präsidentschaft, was der Covid-19-Impfstoff oder sogar eine beginnende Herdenimmunisierung, wie sie aus manchen Metropolen in Ansätzen gemeldet wird? Was die Gelddruckorgien? Kommt es zu einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen und einer leichten Rückkehr der Inflation?

Führt 2021 ausgerechnet eine Wirtschaftserholung zu einem Einbruch der Aktienmärkte, weil dann das Geld in der Wirtschaft gebraucht wird? Alles Fragen, für die keiner derzeit eine Antwort parat hat. Aber deshalb funktioniert Börse (und nicht das Market Timing), denn ansonsten wäre das System Börse von einem Moment auf den anderen tot..

 

Wie gut funktioniert Timing für die Aktienmärkte wirklich?

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