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Dax: Vergiftetes Geschenk der Fed – oder: sei vorsichtig, was du dir wünschst!

Der krampfhafte Versuch von Powell, Abwärtsrisiken klein zu reden, aber gleichzeitig eine Geldpolitik zu verkünden, die nur dann Sinn macht, wenn man eben von massiven Abwärtsrisiken ausgeht!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Es gibt Geschernke, über die man sich lange freuen kann – und es gibt Geschenke, die nach außen hin hübsch aussehen, aber dennoch keinerlei Freude bereiten! Und das, was die Fed und Jerome Powell gestern verschenkt haben, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie!

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Dabei stand das Geschenk doch so eindeutig auf dem Wunschzettel der Märkte – es war das Maximale, was sich die Perma-Bullen an dovisher Wende erhoffen konnten. Aber es ist wie im Leben manchmal auch: man sollte vorsichtig dabei sein, was man sich wünscht! Denn indem die Fed die Hoffnungen faktisch sogar übererfüllte, säte sie gleichzeitig den Zweifel – den Zweifel an der derzeitigen Wunschvorstellung der Märkte, dass es nach einem schwächeren ersten Qaurtal dann wieder schnell nach oben gehe und daher doch alles gut sei!

Vorgestern haben die Aussagen von FedEx diesen Biedermeier-Optimismus schon schwer angekratzt – und dann gestern der krampfhafte Versuch von Jerome Powell, die Abwärtsrisiken klein zu reden, aber gleichzeitig eine Geldpolitik zu verkünden, die nur dann Sinn macht, wenn man eben von massiven Abwärtsrisiken ausgeht!

Es sind die schlauen Anleihemärkte, die den Braten sehr schnell gerochen haben – bei den Aktienmärktn ist die Leitung gelegentlich ja etwas länger, und so dauerte es ein bißchen, bis die Wall Street ins Grübeln kam. Wenn nun reihenweise die Renditen der Anleihelaufzeiten bis sieben Jahre invertieren und damit so eindeutig die rote Warnleuchte „Rezession“ blinkt, dann sollte man schon einmal die Frage stellen, ob es in dieser Situation Sinn macht, nur ca. 4% unter dem Allzeithoch zu handeln (wie der S&P 500)!

Wohl eher nicht. Und eines haben die Märkte wohl auch noch nicht so recht auf dem Zeiger: selbst wenn es zu einem Deal zwischen den USA und China kommt, wird eine globale Rezession wohl kaum mehr zu vermeiden sein! Nur weil sich der Konflikt nicht weiter verschärft (wenn das Szenario der Optimisten stimmt), bringt das ja per se kein Wachstum, zumal Trump gestern klar gesagt hat, dass er nicht daran denke, die bisher erhobenen Zölle gegen China wieder abzuschaffen. China aber fordert, dass eben gerade die bisherigen Zölle abgeschafft werden, damit man bereit ist für diesen Deal.

Der Dax jedenfalls hat sein Kursziel erreicht:

Und prallt von dem erreichten Kursziel recht hart ab:

Shit happens. Aber nicht selten passiert das mit charttechnischer Ansage, so wie diesmal!

Wir gehen davon aus, dass der von der Fed indirekt geschürte Konjunktur-Pessimismus dem Dax nicht gerade gut tun wird..

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    21. März 2019 09:31 at 09:31

    Mein Gott, war das gestern eine peinliche Vorstellung von Jerome Powell. Wenn man schon lügt, dann sollte man es wenigstens in völliger Überzeugung tun und dabei so geschickt, dass sich der, der die Lüge zu erkennen vermag, in seiner Intelligenz geschmeichelt fühlt. Das liegt aber eben beides nicht im Naturell von Jerome Powell und genau deshalb hätte er viel besser daran getan, die Wahrheit offen auszusprechen, anstatt sie zur Unwahrheit zu verdrehen. Sichtlich hatte er sich in seiner Haut auch nicht wohl gefühlt und wird wohl sehr unter Druck gestanden haben. Jetzt hat er wohl das Gegenteil von dem erreicht, was er zu vermitteln suchte.

  2. Avatar

    Puff- Mutter

    21. März 2019 09:51 at 09:51

    Powell hat einmal gesagt: ER SEI NICHT DAS DIENSTMÄDCHEN DER BÖRSE,
    inzwischen ist er zur ZWANGSPROSTITUIERTEN geworden. Klar muss er jetzt die gescheiterte Geldorgie der Vorgänger ausbaden. Er kann nur verlieren, er sollte zurücktreten u.ein Buch schreiben.
    ZWANGSPROSTITUTION IN DER FINANZINDUSTRIE, Wer würde da wohl die Rolle des Zuhälters übernehmen?

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    Prognostiker

    21. März 2019 11:39 at 11:39

    Merken langsam die zahlreichen „ BÖRSENPROFIS“ mit gefühlter 100 jähriger Erfahrung, dass schlechte Wirtschaftszahlen nicht nur immer u.ewig gut sein können für die Börsenkurse ?
    Was ist da los? überdovische Notenbanken u.Aktien steigen nicht mehr? Gestern habe ich geschrieben,
    IRGENDWANN NÜTZTS NICHTS MEHR. Ich denke ,dass sie das Kartenhaus noch eine Weile stützen können u.dann gibt es 2019 EIN SCHÖNES „ SELL IN MAI“

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    Roberto

    21. März 2019 16:41 at 16:41

    Die Mehrheit der Marktteilnehmer kann diesen Anstieg nicht nachvollziehen weil er Notenbank getriebne ist. Es ist halt nicht fundamental unterlegt. Das stimmt und kann auch nicht geleugnet werden.
    Ich selbst würde mir auch wünschen das wir mal ein bereinigendes Gewitter bekommen, da auch ich gerne wieder „längerfristig“ anlegen würde, anstatt nur Swingtrading zu machen.
    Heute sieht man es wieder sehr schön. Alles und jeder ist negativ eingestellt, weil die Kurse zum Handelsende abverkauft wurden, trotz Geschenke der Fed. Aber Punkt 14.30 uhr Start Wall Street vom Punkt weg nur noch steigen, steigen und nochmals steigen.
    Ich persönlich werde niemals herausfinden wer das macht. Ob das PPT oder Algos oder beide. Ich weiß nur das mein Geld sich entweder nicht vermehrt oder sogar weniger wird, wenn ich mich gegen diese Herde stelle. Was soll ich also machen, außer versuchen mit dem Markt zu gehen. Ob es mir passt oder nicht. Und langfristigesAnlegen wird so immer weiter in die Zukunft verschoben bis es endlich mal wirklich crasht. ich selbst warte eigentlich schon seit Jahren darauf. Gut nur das ich die ganze Zeit zwischendurch getradet habe, sonst wäre ich jetzt schwarz vor Ärger :-)))
    Es hilft kein heulen und schimpfen und beleidigen…der Markt zeigt die Richtung. Ob WIR wollen oder nicht….wenn uns das nicht passt, müssen wir uns wo anders austoben.

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      Columbo

      21. März 2019 17:46 at 17:46

      @Roberto
      Auf den Punkt gebracht, so ist es! Ich bin mit meinen Langfristanlagen voriges Jahr ausgestiegen, weil ich keine Lust mehr hatte, mit 60+ Haus und Hof zu riskieren, so viel wie Warren Buffett hab ich schließlich nicht. Jetzt schau ich mir die besonders großmauligen und lässigen Bullen amüsiert von der Seitenlinie an. Manche sehen etwas übernächtigt aus, vermutlich von Albträumen geplagt?.

    • Avatar

      Michael

      21. März 2019 19:38 at 19:38

      @Roberto, ich sehe wie Columbo ebenfalls seit 4 Jahren auch keine Gewinne, sondern nur eine Nullnummer im DAX. Kurz- und mittelfristig sind sicherlich Gewinne zu realisieren, langfristig gesehen ist das Ganze eine sinnlos Energieverschwendung ohne Gewinne.

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    Roberto

    21. März 2019 17:57 at 17:57

    @Columbo, das ist wohl auch der Grund warum das Volumen immer geringer ausfällt. Die Menschen die wirklich ANLEGE wollen halten das Geld aus dem Markt fern und spekulieren mit kleineren Volumina.
    Das ist wohl in der Tat der Ausdruck von Skepsis zu den aktuell steigenden Märkten.
    Ich hoffe nur, das es sehr bald passiert, denn je länger das wieder dauert, könnten wieder einige doch in den Markt einsteigen und so noch weiter befeuern.

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    Roberto

    21. März 2019 18:30 at 18:30

    ..ich persönlich rechne zumindest bei den Amis nicht mehr damit das die Kurse nachgeben. Eher das Gegenteil. man merkt seit heute 14.30 Uhr wer das Zepter fest in der Hand hat. Es sind die Kreise die um keinen Fall sinkende Kurse brauchen. Und diese Kreise sind zu stark. Den Indizes wird immer nur dann ein Eigenleben erlaubt wenn sie sich weit von gefährlichen Marken bewegen. je näher sich diese aber den gefährlichen Marken nähern, umso stärker fällt der Eingriff aus. so werden die Marktteilnehmer natürlich auch Konditioniert. Und man weiß dann irgendwann, dass Unterstützungen IMMER ein Kauf sind…somit nährt die Hausse die Hausse….und man hat als Bär eigentlich kaum eine Chance außer im kurzfristigen Bereich.

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      Columbo

      21. März 2019 19:55 at 19:55

      @Roberto,
      ist das jetzt nicht doch ein wenig Verschwörungstheorie? 1929 und 2000 hat man auch geglaubt, daß nichts mehr fallen kann.

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    Prognostiker

    22. März 2019 10:02 at 10:02

    @ Robero, einverstanden DIE HAUSSE NÄHRT DIE HAUSSE, u.irgendwann ist sie so übergewichtig u.überernährt, dass sie krepiert.Wenn die Kurse so hoch sind,dass sie nicht mehr steigen,haben die Hedge
    Fonds kein Interesse mehr, denn Dividenden unter 2% genügen nicht als Rendite. Die Hedger brauchen Bewegung, u.die kann dann zwangsläufig nur noch abwärts sein.Powell hat übrigens auch zugegeben, dass die Notenbanken nicht jeden beliebigen Kursverfall aufhalten könnten.
    Neben Columbo gibt es dann noch Hunderte von Dickfischen die an der Seitenlinie warten, bis die übergewichtigen überernährten Bullen taumeln.Diesmal sei es anders als 1929, stimmt , aber heute können in einer Tausendstelsekunde Milliarden Aktien verkauft werden.
    Wenn so erfahrene Leute wie Roberto glauben, dass die Börsen noch kaum fallen können, (UNTERSTÜTZUNGEN SIND IMMER EIN KAUF)dann könnte der Zeitpunkt bald erreicht sein, wo es eben doch passiert u.Viele auf d en falschen Fuss erwischt.

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      Roberto

      22. März 2019 12:13 at 12:13

      @ Prognostiker,…wäre schön wenn Sie aus meinem text sich nicht nur einen einzigen Satz herauspicken um darauf rumzureiten, sondern den ganzen Text als Kontext verstehen. Wenn Sie meinen kompletten Bericht lesen und das haben Sie ja sicherlich, dann werden Sie merken, das wir eigentlich einer meinung sind.
      daher verstehe ich jetzt nicht warum Sie das anders darstellen ??? Das die hausse die hausse nährt kennt jeder der etwas mit Börse zu tun hat. Aber so wie ich es geschrieben habe…( den Text vorher dazu ), ist doch der Sinn das wir einer Meinung sind.
      Schade das ich das noch erklären muss.

  8. Avatar

    Hesterberg

    22. März 2019 10:04 at 10:04

    Gemach, Gemach, liebe Leute! Was ist denn so schlimm daran, für seine Langfristinvestments ein paar Jahre an der Seitenauslinie zu stehen und geduldig auf den Crash zu warten? Wir wissen doch alle, dass der Crash kommen wird, weil er kommen muss. Und dann werden sich alle Gewinne der Bullen innerhalb kurzer Zeit pulverisieren. Im Einkauf liegt der Gewinn des Langfristinvestments und deshalb kauft man Aktien nicht jetzt, sondern nach einem Crash. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit Trading und genießen die Informationen der finanzmarktwelt.
    Das Kartenhaus der Notenbanken hat weder ein Fundament noch Grundmauern und wird nur noch notgedrungen immer weiter aufgestockt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es in sich zusammen fällt. Nur ein Dümmling kann daran glauben, es könne immer so weiter gehen.

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    Altbär

    22. März 2019 10:36 at 10:36

    @ Hesterberg, damit ist Alles gesagt, DAS PROBLEM IST NUR ,DASS ES NOCH ZUVIELE HOCHGEBILDETE GUTBEZAHLTEN DÜMMLINGE GIBT,

    • Avatar

      Hesterberg

      22. März 2019 11:30 at 11:30

      @Altbär
      Ja, schon, aber sie können nicht verhindern, was nicht zu verhindern ist. Sie können es nur hinauszögern. Mehr nicht. Solange lehnen wir uns entspannt zurück, in dem Wissen, dass die Realität dem Treiben an den Märkten schon ein Ende bereiten wird, so wie sie es in den vergangenen Jahrhunderten bei völligen Übertreibungen immer getan hatte. :-)

    • Avatar

      Koch

      23. März 2019 17:08 at 17:08

      Allmächt Altbär!Servus aus Unterfranken.Schaut aus,als kriegen mer se doch noch,die Ganzjahresrallyeisten.Auf geht’s Buam,nach unten!Ab Montag geht den Gelddruckern und ihren Jüngern,der Arsch auf Grundeis.Du &ich &die wenigen „Last-Man-Standing“,werden es verdient geniessen.Darauf noch ein Keiler Weissbier aus Lohr/Main.

  10. Avatar

    Beobachter

    22. März 2019 12:26 at 12:26

    Ja lieber Roberto, ich habe ihren Textt extra 2mal gelesen u.es tönt leider so als hätten sie die Meinung ,dass es nie mehr fallen könnte. Die Frage von Columbo wegen „Verschwörungstheorie“ deutet ev. in die gleiche Richtung.

    • Avatar

      Roberto

      22. März 2019 12:53 at 12:53

      @Beobachter, ich mach hier die Erfahrung das es Menschen gibt, die immer NUR das Lesen wollen was sie sich selber denken und nicht das was im Text steht. Sie gehören dann wohl auch dazu. Wahrscheinlich fehlt solchen Lesern das gewisse etwas um Texte zu verstehen. Und ich habe mit Sicherheit noch nicht mal verklausuliert geschrieben….lieber Beobachter Sie brauchen meinen Text nicht noch ein drittes Mal lesen…SIE werden es einfach nicht verstehen, weil Sie es einfach NICHT verstehen wollen.
      Zitieren Sie weiter einfach Ihre „Leute“ die genau das schreiben wie Sie es sich wünschen, dann ist Ihr Tag gerettet und Sie brauchen sich nicht über so einen „komischen Schreiber“ wie ich es bin nicht ärgern….das hilft bestimmt.

  11. Avatar

    columbo

    22. März 2019 13:22 at 13:22

    Rationale Menschen riskieren nicht das, was sie haben, für das, was sie nicht haben und nicht brauchen(Warren Buffett).

  12. Avatar

    Altbär

    24. März 2019 13:14 at 13:14

    @ Koch, DIE ALLZEITHOCHTRÄUMER hatten nur zwei Nächte zum Träumen u. sind wieder in der Wirklichkeit aufgewacht. Nach der unverständlichen Rally der letzten Wochen ist vor allem der Russel 2000
    schon wieder etwa 15 % vom Hoch entfernt. Dieser Index hat schon 2018 die Korrektur früher angekündigt.
    Haben etwa die kleineren Firmen kein Geld um bezahlte Gefälligkeits – Hochstufungen zu bezahlen, wie z.B. Apple u.s.w.? Die extremen Erholungen der Fang u.Nasdaq Titel sind sonst durch Nichts zu erklären.
    Hätte man doch angenommen, das die sowieso hochbewerteten Titel mit der Rückabwicklung der Globalisierung ( Felix Zulauf ) am meisten zu leiden hätten.
    Das Problem der kleineren Firmen ( Hohe Verschuldung, fallende bis negative Gewinne , schwierige Refinanzierung der auslaufenden Kredite) wird sowieso von keiner Notenbank zu lösen sein.Wenn die Rezession kommt wird sich die Sache dominoartig verschärfen.
    Die unfehlbaren Bondmärkte haben gerade ein Zeichen gesetzt.Machen wir noch ein Bier auf, den Sekt nehmen wir später, die in die Enge getriebenen „Notbankmanager „werden schon noch ein betrügerisches Mittel finden um ihr SUPEREXPERIMENT zu verlängern.

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

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am

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

Rüdiger Born

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Dax und S&P 500 sind derzeit gut gelaunt. Ist an den steigenden Kursen derzeit aus charttechnischer Sicht nichts auszusetzen? Oder sind Rücksetzer doch möglich? Mehr dazu im folgenden Video.

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