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Dax: Verwirrende Lage bei Sentimentindikatoren

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Die Auswertung der Anlegerstimmung (neudeutsch: Behavioral Finance) ist mittlerweile ein wichtiges Instrument geworden, um Hinweise auf die Positionierung der Anleger und Erkenntnisse für mögliche Indexentwicklungen zu bekommen –  in diesem Fall für den Dax. Was aber ist, wenn sich die Befragungen selbst für eine Region widersprechen? Der Handelsstreit macht anscheinend alle kirre!

Die Stimmung der Anleger im Dax

Der wöchentlichen Sentimentumfrage des Handelsblatts zufolge, hat der dreiprozentige Kursrutsch des Dax in der Vorwoche deutliche Spuren hinterlassen. Die Stimmung der Befragten ist zwar eingebrochen, zeigt aber noch keine Panikwerte an. So die Bewertung des Analysehauses AnimusX. Plötzlich sieht jeder Zweite den Dax in einem Abwärtstrend, ein Plus von 34 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Damit liegt der Wert des Sentiment-Indikators mit minus 4,4 Prozent wieder fast so niedrig wie Mitte August. „Es gibt aber noch Luft nach unten“, meint der Inhaber des Hauses, Stephan Heibel.

Um diesen Wert einstufen zu können: Bevor der Dax Mitte August auf 11.266 Punkte abrutschte, lag dieser Wert bei minus 4,8. Am 23. August stand er sogar bei minus 6,2. Dass es noch tiefer gehen kann, verdeutlichte der Wert von 7,5 im Dezember 2018, nach dem starken Abverkauf. Wie unsicher sich die Anleger sind, zeigt auch die Zahl von 65 Prozent diejenigen betreffend, die noch nicht über ihre nächsten Handelsaktivitäten entschieden haben.

Was sagen die anderen Sentimentumfragen?

Beim Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart wird deutlich, dass viele Privatanleger ihre Absicherungspositionen in den Ausverkauf hinein geschlossen haben. Ihre Positionierung ist nach diesen Gewinnmitnahmen als neutral zu bezeichnen.

Erstaunlicherweise (oder auch nicht) hatten institutionellen Anleger an der Frankfurter Terminbörse Eurex auf eine Fortsetzung der Rally gesetzt. Sie mussten ihre Falschpositionierung in den vergangenen Tagen korrigieren. Das Put/Call-Verhältnis an der Eurex stieg von 0,7 auf 2,0 und es wurden demzufolge Put-Absicherungen gekauft.

Insgesamt steht nach Einschätzung von AnimusX eine zweite Ausverkaufswelle bevor, im Gegensatz zu manch anderem deutschen Analysehaus.

Joachim Goldberg glaubt nach seiner Umfrage an der Börse Frankfurt daran, dass es nach dem Einbruch der Nachfrage mit dem Dax dennoch nach oben gehen könne.

Die Investmentberatungsfirma Sentix erkennt sogar Kaufsignale.

Insgesamt also ein „Mixed Picture“.

Wie sieht es in den USA aus?

Das Put/Call-Ratio war zu Wochenbeginn in den USA nicht so hoch wie in Deutschland, dennoch ist der Trend zur Absicherung erkennbar, an der Chicagoer Terminbörse mit einem Anstieg von 0,9 auf 1,1.

Die US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote hingegen um sieben Prozentpunkte auf 57 Prozent vermindert. Dies entspricht einer extrem geringen Investitionsquote, die Cashquote war in diesem Jahr noch nie so hoch.

Die US-Privatanleger sind sehr pessimistisch eingestellt, der Bull/Bear-Index liegt bei minus 18 Prozent, damit fast auf Höhe des extrem negativen Wertes von Anfang August. Der Fear&Greed-Index für die US-Aktienmärkte zeigt mit 30 Prozent steigende Angst im Markt an.

Die Daten aus den USA weisen eigentlich darauf hin, dass viele von einem Einbruch nicht überrascht würden und nach der Sentimentheorie wäre dann Geld für einen verbilligten Einstieg da. Also eine Kursstütze, falls man den Einbruch nicht als Gezeitenwende interpretiert.

Fazit – diffuse Lage bei Dax und anderen Aktienmärkten

Es herrscht gerade eine psychologisch sehr diffuse Lage an den Börsen. Die Frühindikatoren sind gewaltig eingeknickt, dazu gibt es die großen Hoffnungen auf Zinssenkungen. Eine Pattsituation, in der selbst erfahrene Profis sehr vorsichtig geworden sind und an der Seitenlinie verharren. Denn es ist eine börsenpsychologisch extreme Situation entstanden. Eine aus der Not geborene kleine Lösung im Handelsstreit könnte ein kurzes Kursfeuerwerk erzeugen, allein schon aus technischen Gründen. Viele Absicherungspositionen müssten ganz schnell eingedeckt werden – wieder einmal eine kleine Short Squeeze – und die Kurse könnte wie von Geisterhand getrieben, steigen. Bei einer Enttäuschung hingegen wäre der Raum nach unten sehr weit offen. Wer will sich in einer solchen 50/50-Lage kurzfristig eindeutig positionieren?

Die Sentiment-Indikatoren für den Dax sind seltsam diffus

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