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DAX vor Entscheidung – Impulse der US-Börsen fehlen

DAX vor Entscheidung – Impulse der US-Börsen fehlen
Grafik: ChatGPT

In einem weiterhin von Unsicherheit geprägten Marktumfeld dürfte sich der Dax auch zum Wochenauftakt schwertun. Nach dem jüngsten Fehlausbruch bleibt fraglich, ob der deutsche Leitindex die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten nachhaltig überwinden kann. Denn oberhalb dieser runden Schwelle setzen regelmäßig Gewinnmitnahmen ein, wodurch Aufwärtsimpulse immer wieder abgewürgt werden. Zudem fehlen externe Treiber, zumal die US-Börsen am Montag wegen des Presidents‘ Day geschlossen bleiben und somit keine richtungsweisenden Signale liefern.

Während der Dax bis Mitte Januar noch geopolitischen Risiken trotzte und neue Rekordstände markierte, agieren Investoren inzwischen deutlich vorsichtiger. Einerseits ist der KI-Boom nicht mehr der verlässliche Kurstreiber, der er noch vor wenigen Monaten war. Zwar gibt es immer noch einige Gewinner, doch geraten zunehmend jene Branchen unter Druck, die von der disruptiven Kraft künstlicher Intelligenz betroffen sind. Insbesondere Software-Aktien zählten zuletzt zu den Verlierern, während jede neue KI-Schlagzeile ganze Sektoren am Aktienmarkt belastet.

Andererseits haben sich die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank Fed nach den jüngsten US-Daten zwar leicht erholt. Dennoch ändern selbst moderat rückläufige Inflationsdaten wenig an der Einschätzung, dass die Fed ihren restriktiven Kurs voraussichtlich bis zum Ende der Amtszeit von Jerome Powell im Mai beibehalten wird. Eine erste Zinssenkung gilt daher frühestens im Juni oder Juli als realistisch.

Frische Impulse für die Börsen

Im weiteren Wochenverlauf rücken die US-Konjunkturdaten, darunter das BIP-Wachstum sowie die PCE-Preisdaten, in den Fokus. Gleichzeitig liefern hierzulande die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag und die Einkaufsmanagerindizes am Freitag wichtige Hinweise, da sie als konunkturelle Frühindikatoren gelten.

Unverändert bleiben zudem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie die schwer kalkulierbare Politik von US-Präsident Donald Trump zentrale Risikofaktoren. Charttechnisch präsentiert sich die Lage ebenfalls fragil. Der DAX verharrt weiterhin in einer Seitwärtsrange um die Marke von 25.000 Punkten, während die zuletzt deutlich gestiegene Volatilität als potenzielles Warnsignal für eine Korrektur interpretiert werden kann. Sie zeigt sich häufig am Ende eines ausgedehnten Bullenmarktes – wenngleich sie kein verlässlicher Timing-Indikator ist.

DAX weiter seitwärts

Der DAX pendelt weiterhin seitwärts um die Marke von 25.000 Punkten, wenngleich eine leichte Aufwärtstendenz erkennbar ist. Auf der Oberseite bleiben jedoch die runde Schwelle selbst sowie insbesondere die Zone zwischen 25.075 und 25.100 Punkten als zentrale charttechnische Widerstände im Fokus. Nachhaltige Tagesschlusskurse oberhalb dieses Bereichs stehen bislang aus. Entsprechend rücken diese Marken auch im heutigen Intraday-Handel in den Mittelpunkt. Denn ohne einen tragfähigen Ausbruch steigt die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Rücksetzers. Gelingt hingegen der Sprung über 25.100 Punkte, dürfte im Bereich von 25.240 bis 25.280 Punkten mit Gegenwehr seitens der Bären gerechnet werden.

Auf der Unterseite richtet sich der Blick zunächst auf die Unterstützungszone bei 24.820 bis 24.798 Punkten. Oberhalb dieses Bereichs bleibt das kurzfristige Bias konstruktiv. Ein nachhaltiger Bruch würde dagegen weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 24.715 sowie 24.620 Punkte eröffnen. Darüber hinaus fungiert die markante Horizontale bei 24.500 Punkten auch in der neuen Woche als übergeordnete Schlüsselunterstützung und damit als strategisch relevante Bastion der Bullen.

Dax nähert sich 25.000-Punkte-Marke - US-Börsen gescholossen

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützung:

24.813 – Tagestief 12.02.

24.800/798 – Horizontale / EMA200

24.750 – Tagestief 13.02.

24.714 – Tagestief 09.02.

24.620 – Horizontale

24.475 – MOB-Marke

24.393 – Tagestief 06.02.

24.350 – Horizontale

24.272/266 – Doppeltief

DAX Widerstände

24.953 – Tageshoch 13.02.

24.965 – Horizontale

25.000 – Psycho-Marke

25.098 – Horizontale

25.239 – Tageshoch 12.02.

25.279 – Gap 16.01.

25.356 – Horizontale

25.507 – Rekordhoch

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Die Aktienmärkte in den USA sind heute geschlossen, richtig, aber die Rentenmärkte nicht.

    Die Rendite der richtungsweisenden Zehnjährigen sinkt schon wieder…seit Wochen bedenklich.

    Offenbar rechnet man mit weiter sinkenden Zinsen und damit mit sinkenden Preisen für Kredite. In einer überschuldeten Welt… wie in den USA…. ist das essentiell…. für das weitere Vorgehen des Marktes.

    Die Wallstreet wird sich nicht so schnell geschlagen geben. Sie wird weiter versuchen… die Blase nicht platzen zu lassen.
    In Verbund mit der Fed.

  2. Die Wall Street ist am Montag, den 16.02.26 wegen des Presidents‘ Day in den USA geschlossen. Auf daß ein Ölabkommen mit dem OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran zur Agenda von Trump-Administration-Mitglied Steve Witkoff gehört. Es ist zumindest noch nicht sozusagen ganz vom Tisch, daß der 47. US-Präsident Donald John Trump die Flugzeuge Richtung Teheran aufsteigen lässt. Für den Fall, daß sich im Zusammenhang mit der Iran-Politik von Präsident Trump der Ölpreis verändert, kann sich letzteres auch auf den Dax auswirken.

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