Indizes

DAX vor Fed-Entscheid: Warum die Rally jetzt wackelt

DAX vor Fed-Entscheid: Warum die Rally jetzt wackelt
Grafik: ChatGPT

Der DAX hat zum Wochenauftakt spürbar an Momentum verloren und den Schwung der Vorwoche nicht in die neue Handelswoche übertragen können. Vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed hielten sich viele Anleger sichtbar zurück. Besonders deutlich zeigte sich dies an der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Punkten, an der der jüngste Anstieg ins Stocken geriet. Steigende US-Renditen sowie zunehmende Gewinnmitnahmen könnten die viel erhoffte Jahresendrally bremsen und für zusätzliche Unsicherheit an den Aktienmärkten sorgen. Am Ende des Handelstages schloss der Leitindex kaum verändert bei 24.046 Punkten.

Obwohl viele Marktteilnehmer fest mit einer Zinssenkung der Fed rechnen, könnte gerade dieser Moment zur Belastungsprobe werden. Strategen von JPMorgan warnen vor einer möglichen „hawkishen Zinssenkung“, die die Volatilität erneut erhöhen und die jüngste Erholungsbewegung dämpfen könnte. Neue Impulse für die globalen Aktienmärkte werden vor allem von der Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell nach der Zinsentscheidung am Mittwoch erwartet. Seine Worte dürften die Richtung der Aktienmärkte bis Weihnachten und darüber hinaus maßgeblich bestimmen.

Auch charttechnisch steht der DAX am Scheideweg. Mit dem Erreichen des 61,8%-Fibonacci-Retracements bei 24.072 Punkten hat der Index eine wichtige Hürde angelaufen und ist dort zunächst nach unten abgeprallt. Ein nachhaltiger Rückfall unter 24.000 Punkte könnte Abwärtsrisiken bis 23.700 bis 23.500 Punkte eröffnen – und damit die Hoffnung auf eine Jahresendrally erneut dämpfen.

DAX-Rally vor Pause?

Der DAX behauptet sich zwar weiterhin oberhalb der wichtigen 24.000-Punkte-Marke, doch es fehlen ihm aktuell die nötigen Impulse, um die Widerstände bei 24.072 und 24.130/140 Punkten nachhaltig zu überwinden. Scheitert der Index auch im heutigen Handel an diesen Hürden, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Rücksetzers unter die runde Marke. In diesem Fall könnte der DAX zunächst in den Bereich um 23.930 sowie 23.875/23.850 Punkten zurückfallen, bevor ein neuer Anlauf nach oben möglich wird.

Im kurzfristigen Zeitfenster fungiert die 50-Tage-Linie bei 23.844 Punkten als zentraler Trendindikator. Ein Bruch dieser Unterstützung würde den Blick der Marktteilnehmer rasch auf die Zonen bei 23.700, das offene Gap bei 23.693 sowie das 38,2%-Retracement bei 23.665 Punkten lenken. Erst dort könnte ein stabilisierender Impuls entstehen, der den DAX wieder in Richtung Norden führt.

Auf der Oberseite gilt weiterhin: Gelingt dem Leitindex ein nachhaltiger Ausbruch über 24.072 Punkte, öffnet sich der Weg zu den nächsten Erholungszielen bei 24.140 und 24.250 Punkten.

DAX-Erholung am Widerstand - Fed-Entscheid bremst Aktienmärkte

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützung:

23.985 – Tagestief 08.12.

23.929 – Tagestief 05.12.

23.870 – Horizontale

23.844 – EMA50 (daily)

23.797 – Tagestief 04.12.

23.693 – Gap 03.12.

23.646 – Tagestief 03.12.

23.607 – Tagestief 02.12.

23.520 – SMA200 (daily)

DAX Widerstände:

24.072 – 61,8%-Retracement

24.117 – Tageshoch 08.12.

24.130 – Tageshoch 05.12.

24.140 – Horizontale

24.250 – Horizontale

24.340 – Horizontale

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Der DAX wackelt nicht …aber die Pendelei um die 24 000 wird weitergehen…

    Zwar sprach sich Schnabel gestern für Zinserhöhungen aus…allerdings dementierten später die Vertreter Griechenlands, Spaniens und Portugal weitere Zinserhöhungen….

    Die üblichen Verdächtigen also…

    Schon Weidmann und seine Vorgänger konnten sich im EZB Rat nicht durchsetzen..warum sollte es jetzt besser werden…?
    Folglich sinken die Renditen der Staatsanleihen schon wieder auf breiter Front…während gestern… nach Schnabels Offensive… noch das Gegenteil der Fall war…
    Es ist das alte Spiel, Good Cop…Bad Cop…Wir wissen alle wo das endet…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage