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Märkte bleiben nervös DAX vor Gap-Down: Iran-Krise bringt die Erholung ins Wanken

DAX vor Gap-Down: Iran-Krise bringt die Erholung ins Wanken
Grafik: ChatGPT

Der DAX hat sich am Mittwoch deutlich von seinem vorherigen 1.500-Punkte-Rückgang erholt und dabei die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten zurückerobert. Damit reagierte der deutsche Leitindex auf eine spürbare Stabilisierung der internationalen Aktienmärkte. Vor allem Hoffnungen auf eine mögliche diplomatische Annäherung zwischen dem Iran und den USA sorgten kurzfristig für Entspannung unter Anlegern. Zwar wurden entsprechende Meldungen aus Teheran umgehend dementiert, dennoch reichte bereits die Aussicht auf Gespräche aus, um die Risikobereitschaft an den Märkten vorübergehend zu erhöhen. In der Folge legten Aktien, Edelmetalle sowie Kryptowährungen im Gleichschritt zu, während die Ölpreise eine gegenteilige Bewegung zeigten.

Der Brent-Ölpreis, der zuvor stark gestiegen war, gab von seinen jüngsten Höchstständen nach und fiel zeitweise wieder unter die Marke von 80 US-Dollar je Barrel. Diese Entwicklung deutete darauf hin, dass Marktteilnehmer eine mögliche Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten zumindest teilweise einpreisen. Die Aktienmärkte haben auch positiv darauf reagiert, dass Trump Versicherungen sowie Eskorten für die Tanker in der Straße von Horumus versprochen hat. Dennoch bleibt die Situation weiterhin äußerst fragil. Denn der Konflikt im Iran könnte längern andauern und sich jederzeit verschärfen, wodurch sich auch das Marktumfeld schnell erneut verändern könnte. Entsprechend steht die aktuelle Erholung an den Börsen vorerst auf einem eher wackeligen Fundament. Dies deutet sich bereits im vorbörslichen Handel am Donnerstag an, sowohl die US-Futures als auch der DAX notieren tiefer.

Stabilisierungsversuch an den Märkten

Während sich der DAX zwar stabilisieren konnte, zeigt sich an den US-Aktienmärkten bereits eine deutlich stärkere Gegenbewegung. Amerikanische Anleger griffen wieder vermehrt zu Aktien, sodass die großen US-Indizes ihre zuvor durch den Iran-Konflikt ausgelösten Verluste mittlerweile vollständig wettgemacht haben. Der DAX hingegen notiert weiterhin rund 1.000 Punkte unter seinem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Die Dynamik in den USA wurde am Vortag insbesondere von Technologieaktien getragen, die zuvor besonders stark unter Verkaufsdruck geraten waren.

Gleichzeitig zeigen die jüngsten Marktschwankungen jedoch, dass die Risikotoleranz vieler Anleger weiterhin begrenzt ist. Sowohl der Abverkauf im Zuge der geopolitischen Eskalation im Nahen Osten als auch die Unsicherheit rund um mögliche Disruptionen durch Künstliche Intelligenz haben verdeutlicht, wie schnell Investoren derzeit auf neue Risiken reagieren. Bereits kleinere negative Nachrichten können kurzfristig größere Kursbewegungen auslösen. Diese erhöhte Sensibilität dürfte daher auch in den kommenden Handelstagen ein prägendes Element für die Märkte bleiben. Belastend wirkt sich aktuell auch der Anstieg des Ölpreises in Richtung seiner jüngsten Höchststände aus.

Aus charttechnischer Sicht hat der DAX mit dem Anstieg bis in die Nähe des 38,2-%-Fibonacci-Retracements bei 24.290 Punkten bereits einen wichtigen technischen Orientierungspunkt erreicht. Diese potenzielle Widerstandszone könnte die jüngste Erholung des DAX auf die Probe stellen. Scheitert der Index an dieser Marke, bleibt das Risiko einer Fortsetzung der Korrektur erhöht.

DAX: Erholung auf der Probe

Nach der gestrigen Erholungsrally könnte zunächst Ernüchterung in den DAX zurückkehren. Der Index notiert vorbörslich deutlich tiefer und dürfte daher mit einem Gap-down in den Handel starten. Damit rückt auch die gestern zurückeroberte Marke von 24.000 Punkten wieder in den Fokus. Fällt der DAX darunter, gerät die Zone um 23.850 Punkte erneut ins Visier. Ein Rutsch unter dieses Niveau würde das kurzfristige Chartbild wieder eintrüben und die jüngste Erholung gefährden. In diesem Fall könnte auch ein Test des Verlaufstiefs bei 23.601 Punkten folgen.

Auf der Oberseite rücken hingegen die wichtigen Hürden bei 24.175 Punkten – die 200-Tage-Linie – sowie das 38,2-%-Retracement bei 24.290 Punkten in den Fokus. Solange diese Marken nicht überwunden werden, bleibt der DAX technisch angeschlagen.

DAX-Erholung auf der Probe: Iran-Krieg und Ölpreise belasten Aktienmärkte

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützung:

24.000 – Psycho-Marke

23.853 – Horizontale

23.601 – Tagestief 03.03.

23.455 – Horizontale

23.315 – Horizontale

DAX Widerstände

24.175 – SMA200 (daily)

24.205 – Gap 04.03.

24.239 – ex Doppeltief (durchl. Kurse)

24.261 – Tageshoch 05.03.

24.272 – Xetra-Doppeltief

24.290 – 38er Retracement

24.475 – MOB-Marke

24.620 – Horizontale

24.638 – Gap 02.03.

24.750/800 – WS-Zone

24.835 – SMA50 (daily)

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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2 Kommentare

  1. Parallel zur iranpolitischen Ausgangslage sind die US-Techriesen Facebook, Instagram und die Amazon Prime Video-App im Zusammenhang mit mobilen Endgeräten zur Zeit entsprechend aufgestellt. Und der Ölpreis informiert uns weiterhin in aktuelle Sache Naher und Mittlerer Osten.

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Jenseits aller Spekulationen…. im Ersten – und Zweiten Irakkrieg waren die Kurse günstig……heute sind die Kurse oben….das Potenzial war 91 und 03 um eine Vielfaches höher als heute…

    Jeder der dabei war wird mir das bestätigen….

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