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Der Druck nimmt zu DAX vor Rückfall? Warum die Wall Street weiter davonzieht

Grafik: ChatGPT

Der DAX bleibt im Vergleich zu den US-Börsen deutlich angeschlagen. Während die Wall Street weiterhin von der KI-Euphorie und starken Tech-Werten getragen wird, droht dem deutschen Leitindex ein Rückfall. Vor allem die Eskalationsgefahr im Iran-Konflikt sowie steigende Ölpreise sorgen aktuell für Zurückhaltung bei Anlegern. Gleichzeitig rücken am Dienstag wichtige Konjunktur- und Inflationsdaten in den Fokus, die neue Impulse für den weiteren Kursverlauf liefern könnten.


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DAX fällt hinter Wall Street zurück

Der DAX startet mit einem fragilen technischen Bild in den Dienstagshandel. Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, hohen Ölpreisen und steigenden Inflationsrisiken belastet insbesondere zyklische und exportabhängige Werte aus Deutschland. Während US-Indizes im Zuge des KI-Booms weiterhin von Technologiewerten profitieren, fehlt dem „Old-Economy“-Index derzeit ein vergleichbarer Treiber. Entscheidend wird deshalb sein, ob die Käufer die wichtige Unterstützungszone oberhalb der 200-Tage-Linie verteidigen können.

Schlüsselmarken für den Handelstag

Charttechnisch befindet sich der DAX weiterhin in einer engen Range, auf der Unterseite gestützt durch die 200-Tage-Linie bei rund 24.120 und der 24.000-Punkte-Marke, und dem Widerstandsbereich um 24.400 Punkte auf der Oberseite. Erst ein nachhaltiger Ausbruch aus dieser Handelsspanne dürfte die Richtung vorgeben und eine größere Bewegung auslösen.


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Fundamental dürften Anleger vor allem auf die neuen Inflationsdaten aus den USA und Europa achten. Zusätzlich rückt der ZEW-Index zur Konjunkturerwartung in den Fokus. Die Daten könnten Hinweise darauf liefern, wie groß der Spielraum der Notenbanken für weitere Zinsschritte bleibt. Parallel beobachten Marktteilnehmer die Entwicklung im Nahostkonflikt sowie die Lage rund um die Straße von Hormus, da steigende Ölpreise die Inflationssorgen zusätzlich verschärfen.

Szenarien für den Intraday-Handel

Szenario A: Der DAX stabilisiert sich oberhalb SMA200 bei 24.118 Punkten und startet einen erneuten Versuch, den Widerstand bei 24.380/400 Punkten anzulaufen. Gelingt der Ausbruch nachhaltig, könnten Anschlusskäufe den Index zunächst in Richtung 24.600 Punkte treiben. Darüber rücken anschließend 24.750 sowie 24.820 Punkte in den Fokus.

Szenario B (präferiert):Der DAX fällt unter die wichtige Durchschnittslinie und testet die Unterstützungszone von 24.000 bis 23.975 Punkte. Spätestens dort wird es kritisch, sofern keine schnelle Stabilisierung gelingt. Ein nachhaltiger Bruch dieser Zone würde das Chartbild eintrüben und weiteres Korrekturpotenzial in Richtung 23.896 sowie 23.715 Punkte freisetzen. Gelingt hingegen eine Stabilisierung oberhalb der 24.000er-Marke, könnte der DAX eine Gegenbewegung in Richtung der oberen Range-Begrenzung starten..

Widerstände: 24.380/400 (richtungsweisend), 24.490, 24.600, 24.750, 24.823 (61,8%)

Unterstützungen: 24.118 (SMA200), 24.000, 23.975, 23.896 (38,2%), 23.855. 23.715

DAX schwächer als Wall Street - Fokus auf Inflationsdaten und Iran-Konflikt

Dax-Chart von TradingView

Was bewegt den DAX

Im Mittelpunkt steht weiterhin die geopolitische Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt. Die Hoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung haben zuletzt einen deutlichen Dämpfer erhalten, nachdem Donald Trump die iranische Antwort auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts scharf zurückgewiesen hatte. Damit bleibt eine weitere Eskalation möglich.

Besonders kritisch bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus. Eine anhaltende Blockade könnte die Ölpreise weiter antreiben und den Druck auf die europäische Industrie erhöhen. Gerade die exportorientierte „Old Economy“ in Deutschland reagiert sensibel auf steigende Energiepreise und zunehmende Konjunktursorgen.

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt in dieser Woche dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping in China. Anleger hoffen auf diplomatische Fortschritte zwischen beiden Ländern. Zudem dürfte die laufende Berichtssaison mit Zahlen von Bayer, Allianz, Siemens, Deutsche Telekom und Münchener Rück für Einzelimpulse im DAX sorgen.

Der DAX bleibt kurzfristig in einer schwierigen Marktphase gefangen. Während die Wall Street von der KI-Dynamik profitieren, dominieren in Deutschland weiterhin geopolitische Risiken, Inflationssorgen und hohe Energiepreise. Entscheidend für den Dienstag dürften deshalb die Inflationsdaten, der ZEW-Index sowie die Entwicklung der Ölpreise werden. Charttechnisch bleibt die Zone zwischen 24.120 und 24.400 Punkten richtungsweisend – ein Ausbruch aus dieser Spanne dürfte die nächste größere Bewegung im DAX einleiten.



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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2 Kommentare

  1. das einzige was indizes noch nach oben zieht ist, wenn das land entsprechend im ki-konzert mitspielen kann. und da inzwischen noch konzentrierter im hardwarebereich. die wirklich einzige story die noch zieht. der rest (ex rüstung und energie) dümpelt nicht erst seit ein paar wochen dahin.

    der dax ist das was er immer schon war. die internationale orientierung der dax konzerne mag schon sein – damit wird ja auch der anstieg seit 2022 gerechtfertigt. aber mit ki-holodero ist da nichts – sogar im gegenteil – sap z.b. wird softwarelastig als einer der verlierer gesehen. und die zielmärkte mit den größten anteilen (eu und asien) sind jene, die durch den irankrieg die größten verlierer sein werden.

  2. Manchmal wirkt sich die Wall Street auf den Dax aus. Manchmal aber eben nicht. Zur Zeit ist es eben so, daß sich die Thematik Straße von Hormus nicht auf die US-Techriesen Facebook, Instagram, Google TV-App und Amazon Prime Video-App auswirkt, jedoch auf die Dax-Old Economy, jedenfalls so lange, bis es aktuelle Zahlen, beispielsweise von Siemens gibt.

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