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Sommerloch-Korrektur DAX vor Trendwende? Warum eine 10%-Korrektur jetzt möglich ist

Grafik: ChatGPT

Nach einer langen Aufwärtsphase mehren sich die Anzeichen für eine mögliche Korrektur. Inmitten eines zunehmend fragileren Marktumfelds, das von Trumps Zollkonflikt geprägt ist, rückt die Frage nach einer Trendwende in den Fokus. Dabei spielt auch die Saisonalität eine zentrale Rolle, denn historische Muster deuten ausgerechnet jetzt auf eine Schwächephase hin. Handelt es sich dabei nur um eine vorübergehende Konsolidierung oder ist dies der Beginn eines größeren Rückschlags? Der DAX steht am Scheideweg.


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DAX vor Trendwende?

Nach einer deutlichen Aufwärtsbewegung sendet der DAX derzeit erste Anzeichen für eine mögliche Korrektur. Laut dem Analysten Jochen Stranzl von CMC Markets ist diese auf mehrere Einflussfaktoren zurückzuführen. Die technische Chartstruktur steht kurz vor einem klassischen Wendemuster, das in Kombination mit saisonalen Effekten eine Trendwende nahelegen könnte. So verweist der Analyst auf die typische Saisonalität im sogenannten „Sommerloch”, in dem der DAX historisch betrachtet Schwäche zeigt – ein Muster, das sich aktuell wieder ausspielen könnte.

Der DAX befindet sich derzeit in einer kritischen Phase: Sollte er unter die zentrale Unterstützungszone von rund 24.000 Punkten fallen, wäre dies ein deutliches Indiz für eine sich vertiefende Korrektur. In diesem Fall würde die Wahrscheinlichkeit steigen, dass sich der noch intakte Aufwärtstrend umkehrt und eine Trendwende einsetzt. Ein stabiles Halten dieser Zonen signalisiert hingegen, dass Käufer das aktuelle Niveau verteidigen und nach einem Rücksetzer einen erneuten Anstieg einleiten könnten, um doch noch neue Rekordstände ins Visier zu nehmen.

Argumente für eine Korrektur

Die makroökonomischen Rahmenbedingungen liefern weitere Argumente für diese skeptische Bewertung. Die jüngsten Signale einer restriktiveren Geldpolitik in Europa und den USA, wie etwa ein mögliches Ende der expansiven Liquiditätszufuhr, stehen im Spannungsfeld zur erwarteten konjunkturellen Erholung. Sollte sich die Inflation unerwartet dynamisch entwickeln, drohen sogar wieder steigende Zinsen. Das würde wiederum Druck auf alle riskanteren Anlagen ausüben. Hinzu kommt der brodelnde Handelskonflikt mit den USA. Die EU hat nur bis zum 1. August Zeit, um eine Zollerhöhung auf 30 % abzuwenden. Diese hätte drastische Auswirkungen auf die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Genau jetzt kommt auch noch die saisonale Schwäche ins Spiel: Anleger neigen im sogenannten Sommerloch dazu, Gewinne mitzunehmen – gerade in der saisonal typischen Abschwungphase rund um den August. Somit wirkt die Saisonalität als Katalysator für eine mögliche Trendwende im DAX.

Trotz dieser negativen Faktoren betont der Analyst, dass ein echtes Trendwende-Szenario nur durch den Durchbruch wichtiger Chartmarken aktueller Tiefpunkte bestätigt würde. Solange die Region um die Marke von 24.000 Punkten hält, bleibt die technische Ausgangslage des DAX positiv. Auch fundamental sieht es gar nicht schlecht aus. Weltweit locken steigende Unternehmensgewinne und die globalen Kapitalströme richten sich wieder stärker auf Europa aus. Dies könnte jede kurzfristige Korrektur in eine neue Kaufgelegenheit transformieren, ohne direkt das Ende des Aufwärtstrends zu bedeuten.

Tauziehen zwischen Bullen und Bären

Jochen Stranzl verweist schließlich auf ein zunehmendes Muskelspiel zwischen Bullen und Bären. Die technische Struktur im Chartbild signalisiert eine mögliche 123-Topformation. Eine wichtige charttechnische Marke wird wohl kurzfristig darüber entscheiden, ob es zu weiteren Käufen oder Verkäufen kommt. Die klare Botschaft lautet: Kommt es zu einem nachhaltigen Rücksetzer unter diese Marke, steigt das Risiko einer Trendwende. Verweigert sich der Aktienmarkt diesem Szenario, könnte der DAX nach einer temporären Korrektur in die Aufwärtsbewegung zurückfinden. Der folgende DAX-Chart von TradingView zeigt die mögliche Topformation.

DAX vor Trendwende: Die Saisonalität spricht für eine Korrektur

Das Fazit der Video-Analyse lautet: Die Kombination aus technischen Signalen, saisonaler Schwäche und makroökonomischer Unsicherheit erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende im DAX. Die Situation ist jedoch noch nicht eindeutig: Vieles hängt davon ab, ob zentrale Unterstützungen gehalten werden. Anleger sollten diese Marken daher im Blick behalten, um rechtzeitig auf eine möglicherweise beginnende Korrektur oder eine Fortsetzung des Aufwärtstrends reagieren zu können.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Über den RedakteurStefan Jäger

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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