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Renditen erhöhen den Druck DAX vor wichtigem Fed-Signal: Rücksetzer gewinnt an Dynamik

Bär an der Frankfurter Börse. Foto: Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.de

DAX-Anleger richten ihren Blick am Mittwoch auf die US-Geldpolitik, während der deutsche Leitindex seine Konsolidierung am Vortag fortgesetzt hat. Im Fokus steht das FOMC-Sitzungsprotokoll, das neue Hinweise auf den weiteren Zinskurs der Fed liefern könnte. Gleichzeitig sorgen die kräftig gestiegenen Ölpreise und die geopolitischen Risiken für neuen Inflationsdruck. Damit stellt sich die Frage, ob der DAX seine Konsolidierung beendet oder die Korrektur weiter an Fahrt gewinnt.


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Fed-Protokoll rückt in den Fokus

Das wichtigste Ereignis des Tages folgt erst nach dem europäischen Börsenschluss. Um 20:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer Sitzung vom 28. und 29. Juli. Für die Aktienmärkte dürfte vor allem entscheidend sein, wie die Notenbanker das Verhältnis zwischen Inflationsrisiken und der Entwicklung des Arbeitsmarktes beurteilt haben.

Zuletzt hatten schwächere Arbeitsmarktsignale sowie moderatere Inflationsdaten die Erwartungen an eine weitere Straffung der Geldpolitik gedämpft. Das Fed-Protokoll könnte nun zeigen, wie breit diese Einschätzung innerhalb des FOMC tatsächlich getragen wird. Hinweise auf anhaltend hohe Inflationsrisiken könnten die Renditen am US-Anleihemarkt weiter nach oben treiben und insbesondere zinssensitive Wachstumswerte belasten. Ein weniger restriktiver Tenor würde dagegen die Hoffnung stärken, dass die Fed im September keine erneute Straffung vornehmen muss.


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Genau hier entsteht jedoch ein neuer Unsicherheitsfaktor: der Ölpreis. Brent stieg am Dienstag über 91 Dollar. Die weiterhin angespannte Lage rund um Iran und die Straße von Hormuz hält die geopolitische Risikoprämie hoch. Steigende Rohöl-, Benzin- und insbesondere Dieselpreise können über höhere Transport- und Produktionskosten erneut Inflationsdruck erzeugen.

Anleihemarkt sendet Warnsignal

Gleichzeitig senden die weltweit steigenden Anleiherenditen ein Warnsignal für die Aktienmärkte. In den USA stieg die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen zeitweise auf 5,33 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2007, während auch die langfristigen Renditen in Deutschland und Japan deutlich anzogen. Höhere Marktzinsen belasten insbesondere hoch bewertete Technologieaktien und dürften damit ein Grund für die deutlichen Verluste an der Nasdaq gewesen sein.

Bereits um 11:00 Uhr werden die endgültigen Verbraucherpreise der Eurozone für Juli veröffentlicht. Erwartet werden derzeit eine Inflationsrate von 2,9 Prozent und eine Kerninflation von 2,5 Prozent. Größere Revisionen könnten die Zinserwartungen für die EZB beeinflussen und damit auch den DAX bewegen.

DAX-Prognose: Konsolidierung vor Fortsetzung

Charttechnisch baute der DAX seine Konsolidierung aus. Am Dienstag unterschritt der Index die kurzfristige Unterstützung bei 26.275 Punkten und erreichte anschließend ein Tagestief von 26.119 Punkten. Damit wurde das Abwärtsziel der vorherigen Analyse angelaufen. Nun entscheidet die Zone zwischen 26.100 und 26.000 Punkten darüber, ob aus der bisherigen Konsolidierung ein größerer Rücksetzer entsteht.

Bullisches Szenario

Im bullischen Szenario verteidigt der DAX die Unterstützungszone zwischen 26.100 und 26.000 Punkten. Gelingt anschließend die Stabilisierung, wäre zunächst ein erneuter Anstieg bis 26.270 sowie zum Dienstagshoch bei 26.293 Punkten möglich. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das kurzfristige Chartbild aufhellen und weiteres Potenzial in Richtung 26.415 und der Widerstandszone zwischen 26.500 und 26.570 Punkten freisetzen. Erst oberhalb dieses Bereichs hätten die Bullen die jüngste Konsolidierungsstruktur klar überwunden.

Bärisches Szenario

Im bärischen Szenario unterschreitet der DAX zunächst das Dienstagstief bei 26.119 Punkten und anschließend die horizontale Unterstützung bei 26.100 Punkten. Damit würde die runde Marke von 26.000 Punkten in den Mittelpunkt rücken. Fällt auch diese Unterstützung, liegen bei 25.895 Punkten sowie am 38,2-Prozent-Retracement bei 25.839 Punkten die nächsten Auffangzonen. Bei einer ausgedehnteren Konsolidierung wird anschließend der Bereich bis zum 50-Prozent-Retracement bei 25.612 Punkten entscheidend. Dort könnte die Basis für einen neuen Aufwärtsimpuls entstehen.

DAX-Widerstände: 26.293 (TH), 26.500, 26.573, 26.629 (161,8%)

DAX-Unterstützungen: 26.119 (TT), 26.103, 26.000, 25.895, 25.839 (38,2%)

DAX in der Konsolidierung: Fed-Signal und Ölpreise geben die Richtung vor

Dax-Chart auf TradingView-Basis

Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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2 Kommentare

  1. Ölpreis, Preise für veredeltes Rohöl, diesbezügliche Risikoprämien und weltweit hohe Renditen für Staatsanleihen sprechen dafür, daß der Dax momentan seine Konsolidierung fortsetzt.

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Wie ich hier schon öfters schrieb, die FED hat in den letzten beiden Wochen ihre Schlagzahl erhöht und mehr Anleihen erworben als ursprünglich vereinbart….

    Es ist nicht davon auszugehen das sich das so schnell ändert…deshalb wäre ich vorsichtig von steigenden Renditen zu sprechen…die FED wird eher eine weitere Verwässerung der Geldmenge in Kauf nehmen… als die Renditen auf über 5 Prozent kommen zu lassen ( gemeint ist hier amerikanische Umlaufrendite )…
    Vergessen Sie bitte nicht die amerikanische Währung ist nicht mehr goldgedeckt ..die FED kann Geld drucken im ungedecktem US- Papiergeldsystem… so viel sie will..
    Wo stand die FED Bilanz zur Jahrtausendwende und wo heute…?
    Wo stand der Goldpreis 99/00 und wo heute…?
    Sie dürfen eines niemals vergessen…wir haben es nicht mit freien sondern mit gesteuerten Märkten zu tun.. wo die FED …wie bei Corona… zu jeder Zeit eingreifen kann…

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