Folgen Sie uns

Indizes

DAX wahrt Chance auf Jahresendrally: Ausblick auf die Woche

Über die entscheidenden Trigger-Marken beim Dax..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eine Analyse von Andreas Mueller (alias Bernecker1977)

Per Saldo verzeichneten wir ein Wochenplus von 2,27 Prozent und könnten dies als Start in die Jahresendrally nutzen, oder? Dabei startete die Handelswoche schon recht stark und stützte sich auf die US-Steuerreform, welche noch am Wochenende im US-Senat verabschiedet wurde. Über 13.000 Punkten standen wir jedoch nicht die ganze Woche. Rückfälle unter diese Marke wurden dabei aber immer wieder als Kaufgrund genutzt und zum Wochenausklang konnte schliesslich ein neues Wochenhoch markiert werden. Damit wahrt der DAX die Chance auf Jahresendrally.

Rückblick auf die Ereignisse der Handelswoche

Nach der Abstimmung im Senat zur US-Steuerreform gab es gleich zum Wochenstart eine „grüne Eröffnung“. Massive Steuererleichterungen sollen dabei vor allem den Unternehmen in den USA Einsparungen bringen und damit Raum schaffen, weitere Investitionen vornehmen zu können. Dieser Effekt müsste sich nach dem Lehrbuch und den Plänen von Donald Trump dann auf die Gesamtwirtschaft positiv auswirken. Soweit die Theorie und mit einer ersten positiven Reaktion fand auch die Finanzwelt Gefallen an dem Szenario. Damit wurde das Szenario aus der Vorwochenanalyse (zum Nachlesen) quasi angerissen.


(Charts durch Anklicken vergrößern!)

Wir liefen damit auch zurück zu der rot markierten Zone, um die herum reines Trading den Handel bestimmte. So handhabten es auch viele Daytrader und so wurde es von mir im Chartbild am Montag auf Facebook gezeigt:

Mit 13.08x vorbörslich und 12.98x auf XETRA war diese Range im DAX quasi genau um den Mittelpunkt 13.030 gut sichtbar und konnte entsprechend gehandelt werden. Einen konkreten Trade dazu zeigte ich am Nachmittag beim Trading auf nextmarkets auf:

Doch mehr Kaufkraft entstand dann nicht mehr. Eher im Gegenteil, wenn man auf die Chartverläufe an der Wall Street umschwenkte. Dort schickte sich der Dow Jones an, das entstandene GAP auf Basis der Steuerreform langsam aber sicher zu schließen. Vom neuen Allzeithoch bei 24.538 Punkten verlor er am Montag gleich mehr als 200 Punkte. Dem konnte sich der Deutsche Aktienmarkt auch nicht entziehen und berührte dann am Mittwochmorgen noch einmal den Bereich um 12.850 Punkte.

Zur Erinnerung und ebenfalls in der Vorwochenanalyse vermerkt: Dies war/ist die Unterstützung im Tageschart aus Mai/Juni (Chartbild als Wiederholung):

Von diesem Niveau aus erfolgten erneut Käufe und ein schneller Rücklauf zur 13.000-Punktemarke. Mit einer beinahe „Punktlandung“ konnte der Mittwoch dann noch versöhnlich enden und das so entstandene GAP fast komplett schließen:

Es wurde dann jedoch am Donnerstag vollständig geschlossen.

Bester Tag der Woche war der Freitag mit einem Wochenhoch von 13.240 Punkten. Ganz halten konnte der Markt dieses Level nicht, aber wie eingangs geschrieben ein Wochenplus von 2,27 Prozent zeigen. Ein toller Aufschlag im Vergleich zum Dow Jones, der nur auf ein Wochenplus von 0,4 Prozent kam und per Freitagsschluss noch 200 Punkte unter dem Wochenhoch vom Montag (welches gleichzeitig neues Allzeithoch darstellte) blieb.

Im Wochenrückblick des Stundencharts sieht man den starken Wochenstart mit GAP, die Schließung des GAPs und das spätere Zurückkämpfen auf dieses Niveau sehr gut:

Doch schauen wir nun auf die kommende Woche und hierbei auf den DAX und dessen Chance auf Jahresendrally.

Ausblick mit Chance auf Jahresendrally

Die Bandbreite der Bewegungen im DAX ist bisher begrenzt gewesen. Teilweise unter starker Volatilität schwankte der DAX letztlich zwischen diesen beiden Marken: Oben die 13.210 und unten circa 12.850

Über nunmehr vier Wochen zog sich diese Bandbreite hin – vom 10. November bis heute den 10. Dezember. Ein Ausbruch daraus fand nicht statt, auch wenn wir kurzzeitig einmal darunter und einmal darüber notierten.

Hierbei dürften sich aber alle Charttechniker einig sein: Gelingt ein Ausbruch auf Tagesbasis, ist dieser wegen der Kürze der verbleibenden Handelstage in diesem Jahr trendbestimmend. Über 13.210 per Schlusskurs könnte somit die Jahresendrally eingeleitet werden und das Allzeithoch bei 13.525 Punkten erneut ins Visier geraten. Dies sollen folgende Pfeile symbolisieren:

Kurzfristiger muss man auf das GAP im XETRA-Chartbild achten, welches zu Donnerstag noch geöffnet ist. Das GAP zu Dienstag wurde geschlossen, das zu Donnerstag noch nicht. Im 15-Minutenchart daher einmal beide GAPs eingezeichnet:

Es gilt somit für das Daytrading erhöhte Aufmerksamkeit unter 13.140 mit der Option auf GAP-close.

Übergeordnet behalte ich den Widerstand um 13.210 im Auge und würde hier auf einen Ausbruch aus der 4-wöchigen Seitwärtsphase spekulieren.

Ableitungen für Ihr Trading

Fasse ich beide in einem Chartbild zusammen, entstehen folgende Triggermarken für mein Trading in der kommenden Handelswoche:

Terminlich steht die kommende Woche im Zeichen der Notenbanken. Nach den Verbraucherpreisen aus den USA am Mittwoch wird die US-Notenbank FED am Mittwochabend zum Zinsentscheid vielleicht schon die nächste Zinsanhebung bekannt geben. Immerhin waren die Arbeitsmarktdaten am Freitag mit 228.000 neu geschaffenen Stellen sehr robust. Donnerstag tritt dann Mario Draghi vor die Mikrofone nach dem EZB-Zinsentscheid. Hier wird allerdings keine Änderung erwartet, jedoch ein Statement zum Anleihekaufprogramm und den Inflationsaussichten.

Beide Events dürften den Kursen entsprechende Impulse verleihen. Wir werden darüber lesen und uns austauschen.

Mehr von Andreas Mueller unter http://www.trading-treff.de

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Bitcoin

Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Ich melde mich im folgenden Video mit einem kurzen Überblick zur aktuellen Marktlage. Denken Sie an den heute verkürzten Handelstag in den USA!

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage