Nach der rasanten Erholung der Vorwoche sind die Aktienmärkte zum Wochenauftakt erneut unter Druck geraten. Der DAX gab nach und folgte damit den schwächeren Vorgaben aus den USA. Vor allem Rüstungswerte standen im Fokus, nachdem neue Friedensgespräche zwischen den USA, der Ukraine und Russland als „produktiv“ bezeichnet wurden und damit kurzfristig die Fantasie weiterer Rüstungsaufträge dämpften. Zusätzlich belastete der erneute Einbruch bei Bitcoin, der zuletzt als ein guter Proxy für die Risikobereitschaft an den Aktienmärkten gegolten hatte.
Nach der Erholung um rund eintausend Punkte vom Tief unter 23.000 Zählern verließen den DAX zum Wochenbeginn der Mut und die Momentum-Käufer. Der Ausbruch über die wichtige Widerstandszone um 23.850 Punkte misslang ebenso wie der nahtlose Übergang in eine mögliche Jahresendrally. Gewinnmitnahmen drückten den Index zeitweise bis an die technisch bedeutende Marke von 23.500 Punkten, die jedoch verteidigt werden konnte. Am Ende schloss der Leitindex rund ein Prozent tiefer bei 23.589 Punkten.
Erholung in Gefahr?
Trotz der erneuten Risikoscheu hat sich das charttechnische Bild nicht verschlechtert. Solange die Unterstützungen halten, bleibt die Chance auf eine Fortsetzung der Erholung und einen Anlauf auf die 24.000-Punkte-Marke bestehen. Dafür müsste der DAX allerdings nachhaltig die kurzfristig entscheidende 50-Tage-Linie bei 23.850 Punkten überwinden.
Auch die Wall Street startete mit leichten Verlusten in die Woche, während Anleger auf frische Konjunkturdaten sowie eine Rede von Fed-Chef Jerome Powell warteten. Eine Zinssenkung im Dezember gilt als vollständig eingepreist, weshalb neue Impulse begrenzt sein dürften – gleichwohl könnten die anhaltenden Zinsfantasien die Märkte vorerst stützen.
DAX auf Richtungssuche
Der DAX steckt aktuell in einer klar definierten Seitwärtszone zwischen zwei wichtigen gleitenden Durchschnitten fest. Auf der Oberseite begrenzt die 50-Tage-Linie bei rund 23.850 Punkten den Spielraum, während nach unten die 200-Tage-SMA um 23.500 Punkte stabilisierend wirkt. Ein nachhaltiger Ausbruch aus dieser Spanne dürfte die Richtungsentscheidung bringen und frische Impulse für den Markt liefern.
Auch heute rückt erneut der Bereich zwischen 23.500 und 23.433 Punkten in den Mittelpunkt. Halten die Bullen diese Zone, könnte die Erholung erneut an Schwung gewinnen. Dafür müsste der DAX zunächst das Zwischenhoch bei 23.620 Punkten überwinden, um anschließend die nächsten Zielmarken bei 23.675 und 23.720 Punkten anzulaufen. Ein dynamischer Ausbruch darüber würde den Blick wieder auf die entscheidende 23.850er-Marke lenken. Ein Break dieser Hürde käme einem Befreiungsschlag gleich und würde zusätzliches Potenzial in Richtung 24.000 Punkte und darüber hinaus freisetzen.
Scheitert der DAX hingegen an den Intraday-Widerständen, bleiben Rücksetzer wahrscheinlich. Ein Abrutschen unter 23.500 Punkte dürfte den Index zurück an das gestrige Tief bei 23.433 führen. Unterhalb davon wären weitere Abgaben bis 23.375 und 23.300 Punkten möglich. Dort liegt zudem das 61,8%-Retracement des jüngsten 1.000-Punkte-Aufwärtsimpulses – eine Zone, in der die Bullen spätestens aktiv werden sollten. Andernfalls droht eine Fortsetzung der Korrekturphase.
Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützung:
Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
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Bei den 24 TDS im DAX Performance Index scheint sich so ein richtiges Plateau ausgebildet zu haben…
Weder die Bullen noch die Bären konnten ihn in die eine oder andere Richtung ziehen…
Die Seitwärtsphase geht jetzt schon über ein halbes Jahr…