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Dax: Wann löst er die Handbremse? Der (wahrscheinliche) Grund, warum der Index schlechter läuft als die US-Märkte

Das alte Bild: die US-Märkte stürmen weiter nach oben, der Nasdaq sogar mit einem Schlusskurs auf Allzeithoch – und der Dax kommt nicht wirklich vom Fleck. Eine Erklärung dafür könnte die neu erwachte Hoffnung auf Steuersenkungen in den USA sein, die US-Finanzminister Mnuchin gestern erneut anheizte..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das alte Bild: die US-Märkte stürmen weiter nach oben, der Nasdaq sogar mit einem Schlusskurs auf Allzeithoch – und der Dax kommt nicht wirklich vom Fleck. Eine Erklärung dafür könnte die neu erwachte Hoffnung auf Steuersenkungen in den USA sein, die US-Finanzminister Mnuchin gestern erneut anheizte. Das würde bedeuten, dass die Margen der US-Unternehmen sich deutlich besser entwicklen als bei europäischen Unternhemen, was wiederum die unterschiedliche Performance derzeit nachvollziehbar macht.

Mit anderen Worten: die Trump-Rally ist in den USA wieder intakt, Trump-Rally deshalb, weil unter Clinton eine solche Steuersenkung für Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gekommen wäre, sondern nur unter Trump (oder eben einem anderen republikanischen US-Präsidenten). Die Wall Street ist also wieder ins Lager der Gläubigen gewechselt und sieht derzeit eine Art „goldilock“-Szenario: könnte nicht besser sein! Die Steuern, so die Annahme, werden gesenkt, die US-Schuldenobergrenze angehoben im Angesicht der Flutkatastrophe, keiner redet mehr über Nordkorea. Keiner redet derzeit auch über das Chaos der Trump-Admnistration – also wird gekauft!

US-Steuersenkungen aber würden im globalen Wettbewerb für US-Unternehmen ein Vorteil sein – gut möglich, dass in den letzten Wochen, seit der Glaube an die Steuersenkung wieder zum Leben erwacht ist, US-Investoren wieder umschichten – raus aus Europa, zurück in den amerikanischen Aktienmarkt. Diese Bewegung könnte sich noch beschleunigen, wenn der Euro schwächer würde, weil dann das, was trotz der schlechteren Entwicklung der Aktienmärkte selbst ein Plus war – nämlich Währungsgewinne – sich in Luft auflösen würde!

Heute die US-Arbeitsmarktdaten – fallen sie etwas schwächer aus (die Flutkatastrophe ist in den Daten noch nicht erfaßt, wird sich aber in den nächsten Monaten dann dort deutlich niederschlagen), wäre das für die Wall Street kein Problem, sondern würde die Hoffnung stimulieren, dass die Fed weiter zögert mit der Straffung ihrer Geldpolitik. Schwache US-Arbeitsmarktdaten aber würden den Dollar wieder unter Druck bringen, also den Euro nach oben hieven – was wiederum nicht im Sinne des Dax wäre.

So oder so: der Dax enttäuscht bisher auf ganzer Linie und bleibt weit hinter dem großen Bruder zurück:


(S&P500 orange, Dax schwarz)

Und so ist die Lage:

Etwa bei 12120/30 würde der Dax wieder in den kurzfristigen Aufwärtsrtrend eintauchen, knapp unter der 12200 verläuft der Abwärtstrendkanal – bräche der Dax darüber hinweg, wäre wieder alles schick. Ist aber noch ein weiter Weg bis dahin – warten wir erstmal die US-Daten heute ab..

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    gerd

    1. September 2017 09:30 at 09:30

    Man kann sich drehen und winden, der A… bleibt immer hinten.

  2. Avatar

    Beobachter

    1. September 2017 09:53 at 09:53

    Tönt plausibel,nach meiner Meinung hat aber der DAX sein Hoch nach der Macron Euphorie gemacht,weil viele meinten der Le PEN Verhinderer könne über Wasser laufen, das kann man im Moment leider nur in Texas u.nicht in Paris.Macron wird jetzt schon recht zurückgestutzt bevor er die die ganze EU reformiert.Wenn man DAX u.S-P Performance über 1 Jahr vergleicht sind die beiden Indices fast auf Gleichstand.Das heisst für mich das Überschiessen beim DAX von 12400 auf 12900 war übertrieben aus genannten Gründen.

    • Avatar

      gerd

      1. September 2017 11:24 at 11:24

      Mittlerweile neige ich auch immer ein bisschen mehr Ihrer Ansicht zu, die Sie ja schon seit vielen Monaten vertreten. Renditevorsprung der Aktien hin oder her. Ist das Land erst ruiniert, fällt der DAX ganz ungeniert.

      Vor kurzem las ich ein fingiertes Wahlplakat, wo Frau Merkel spricht:
      Bitte wählt mich noch mal, denn ich bin noch nicht fertig mit der Zerstörung Deutschlands. Schon lange hatte ich diese Vermutung, bezog das aber immer „nur“ auf die Bevölkerung.

      Nein, das betrifft auch den Industriestandort. Während ringsherum mit deutschen Geldern Staaten über Wasser gehalten werden, wird hierzulande versucht, die deutsche Unternehmenskultur kaputtzumachen. Kapitalistisch orientierte Unternehmen sind wohl ganz insgeheim pfui bei der laut Biografen angeblich ehemaligen FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda.
      Oder wird sie von den Mächten in Amerika gesteuert, denen auch Obama angehört(e)?

      Ein guter Ansatz um Deutschland den Garaus zu machen wäre schon mal, wenn die deutsche Autoindustrie vom Markt verschwinden würde. Alle nicht nur Volkswagen, auf die als erstes eingeprügelt wurde. Da so sehr viele Nebenindustriezweige mit dranhängen, könnte das schon der Untergang sein.
      Zwar wir bei allen Autofirmen geschummelt, auch bei den Ausländischen. Sie alle machen mehr Dreck und Gestank als „erlaubt“, aber auf die großen Drei
      aus Deutschland schlägt man ein. Nicht dass es mir als Fahrradfahrer nicht auch oder sogar erst recht stinkt, dass die Autos so stinken. Leider nur zu oft. Aber nicht nur wenn es ein deutsches Fahrzeug ist, welches mich überholt.

      Für Deutschland hat Frau Merkel die Atomkraft als nicht mehr tragbar deklariert. Ich möchte gar nicht meckern und würde es sogar sehr begrüßen, wenn es diese Kraftwerke nicht mehr gäbe – nirgends auf der Welt. Aber zumindest nirgends mehr dort, wo Frau Merkel sonst alles nach ihrer Vorstellung durchsetzen will – in der EU. Und besonders nicht um unsere Grenzen herum. Sonst könnte man die deutschen auch weiter am Netz halten.
      Aber nein, deutsche Atomkraftwerke sind scheinbar viel gefährlicher als alle anderen. (Nur Südkorea steigt auch aus. Wohl, dass die nicht bombardiert werden können?)
      Dafür beginnt im Großraum Aachen gerade die große Verteilaktion von JOD-Tabletten an die Bevölkerung wegen dem belgischen Thiange.
      Wo sie gerade dabei sind, könnten sie die an der Tschechischen, Französischen und auch Schweizer Grenze ebenfalls aushändigen.

      Tja, 12400-12900 war vielleicht wirklich ein übertriebenes Überschießen.
      Aber nur „vielleicht“ – ne kleine Hintertür müssen Sie mir noch offenlassen.

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    1. September 2017 12:52 at 12:52

    Ich glaube hier liegt wieder ein Fall für das Thema – die Kurse machen die Nachrichten – vor. Monatelang konnten wir hier hören wie überbewertet die US-Märkte sind, Shiller-KGV, schrumpfende Frühindikatoren u.s.w. Insbesondere die FAANG seien reine Luftnummern, während im Dax der Ifo immer weiter stieg, ebenso wie die Unternehmensergebnisse und die Ifo-6-Monatssicht, die auch weiter gestiegen ist. Jetzt seit zwei Monaten soll es anders sein? Die US-Börsen stabil und wegen der Steuersenkungsgeschichte auch noch aussichtsreich? Zahlt Apple eigentlich viel Steuern? Ich habe eine andere Vermutung: Der Dax wird zu fast 60% von Angelsachsen gekauft, die in der historisch schwachen Börsenphase (Spätsommer) zurückhaltend sind und wegen des starken $ auch Gewinne mitnehmen. Dazu kommt ein weiterer Effekt: Sowohl vor der Holland- als auch vor der Frankreichwahl blieben diese vorsichtig, weil es instabile politische Verhältnisse geben könnte. Da insbesondere die US-Boys nicht so gut über Europa informiert sind, könnten diese erst die deutschen Wählen abwarten, obwohl für die meisten Deutschen diesbezüglich schon „der Käse gebissen ist“ . Wenn dann die Aussichten für D nicht eingebrochen sind, dürften die Investoren wieder zurückkehren. Der Dax ist doch erheblich billiger als die großen US-Indizes (auch mit Steuerreform??) und mittel-und langfristig sind es doch die Unternehmensgewinne, die die Kursbarometer bestimmen. Gruß

    • Avatar

      Gerd

      2. September 2017 18:11 at 18:11

      „.., könnten diese erst die deutschen Wählen abwarten, obwohl für die meisten Deutschen diesbezüglich schon „der Käse gebissen ist“ .“

      Ja, ja, für die meisten Deutschen gilt die Wahl bereits als gelaufen.
      Muss man ja auch zwangläufig annehmen – wenn man den Wahlumfragen vertraut.
      Auch ich gehe jede Wette ein, dass die CDUgruppe die stärkste Kraft wird.
      Ich würde mir aber schon eher einen Bit-Coin kaufen als den selben Betrag darauf zu verwetten, dass die SPD die Zweitstärkste wird.
      Und dass die CDU oberhalb von 30% liegen wird, das s c h w ö r e ich Ihnen (und sei es meineidlich) – aber w e t t e n darum wäre mir doch gleichfalls zu riskant.

      • Avatar

        Wolfgang M.

        3. September 2017 22:32 at 22:32

        @Gerd. Was sagen Sie nach dem TV-Duell? Riecht schon verdammt stark nach großer Koalition 2.0!

  4. Avatar

    Columbo

    1. September 2017 13:12 at 13:12

    In meiner Gegend wurde das Bärenschutzprogramm auf Eis gelegt, wegen zu vieler Wildschäden. Die Bären werden entnommen, das heißt abgeknallt.
    An der Börse genau das Gegenteil, die Bären sterben aus. Die letzten Reservate, beispielsweise FMW, sind nicht mehr sicher, auch dort gibt es die ersten „Entnahmen“. Rettet die Bären! Bitte.

  5. Avatar

    Beobachter

    1. September 2017 13:25 at 13:25

    @Gerd,es freut einem immer wenn es Leute gibt die gleicher Meinung sind auch wenn man am Schluss vielleicht doch ( noch ) falsch liegt.Ihre obgenannte Meinung würde ich auch zu 100% unterstützen.Bei der Autoindustrie sind auch nur wenige hoch dotierte Kälber die den ganzen Saustall zu verantworten haben.Wenn man in den Chefetagen Leiharbeiter hätte könnte man die nach jeder falschen Entscheidung kostenlos entlassen.
    Es stört mich auch dass der bekannte Autoprofessor die Autoindustrie ( lebte ja auch ein wenig davon ) kritisiert u. dem Hochstapler Musk 5 Jahre Vorsprung attestiert ? ?
    Er hätte als allwissender Autoprofi der Industrie schon früher Vorschläge machen können.
    Zum DAX, ich staune selber auch wie schnell die Macron -Rally endete, sind die Europäer ev, realistischer.
    Die Trump Rally ist nach fast einem Jahr immer noch im Gang, die Gründe ,weil er nichts erreicht hat fällt der Dollar= pos.für die Börse ,weil die Steuerreform immer hinausgeschoben wird haben wir jetzt schon etwa 5 .STEUERREFORM-HOFFNUNGSRALLY gehabt.
    Mein alter Spruch “ die Fallhöhe wird immer grösser“ wird sich irgendwann bewahrheiten.Wie Sie auch erwähnten sehe ich neben dem schon lange bestehendem Währungskrieg auch die Probleme mit den Abgasen als Industriekrieg der USA gegen Mitbewerber.Haben sie doch auch die CH Banken zu Tode gebüsst ,während sie gleichzeitig in Zürich öffentlich Kundenwerbung für Ihre EIGENEN STEUEROASEN gemacht haben !Der Trump Bonus besteht wahrscheinlich darin, dass er mit seinem Charakter am fähigsten ist den US Egoismus durchzubringen, wobei man sagen könnte dass z.B die Steuerfluchtgeschichte noch unter Obama passierte,also
    Obama= Wolf im Schafspelz
    Trump =Wolf im Wolfspelz

  6. Avatar

    Wolfgang M.

    1. September 2017 15:18 at 15:18

    Noch ein Gedanke zum derzeitigen Verhältnis zwischen dem Anlegen im Dollar- und Euroraum. Wer zum Beispiel Anfang Januar in den MSCI World auf Dollarbasis investierte hat jetzt nach gut 10% Performance in Euro gerechnet keine Rendite. Der Amerikaner, der zur gleichen Zeit Dax-Anteile erwarb, hat neben 5/6% Anstieg zusätzlich fast 15% Währungsgewinn. Mitte Juni, beim Dax-ATH von 12951 stand der € bei 1,11 zum $, anschließend erfolgte in kurzer Zeit der Anstieg bis auf 1,20. Wenn das für die Angelsachsen (auch GB) keine Gelegenheit zum Profit-taken war (ist). Gleichzeitig stieg die Attraktivität der eigenen Indizes.

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