Aktien

Dax: War das schon alles? Oder warum der Wind dreht, und der Dax die Windrichtung spürt..

FMW-Redaktion

So furchtbar beeindruckend war das nicht, was der Dax an Erholung bisher gezeigt hat. Vorgestern der Anlauf auf 12300 Punkte, aber seitdem ist das übergeordnete Motiv wieder omnipräsent: hoher Euro ist schwacher Dax. Und die Gemeinschaftswährung hat gestern dem Sprung über die 1,19er-Marke die nächste Duftmarke gesetzt, es wäre schon fast ein Wunder, wenn die runde Marke von 1,20 nicht erreicht würde – der Markt wird den Euro dorthin treiben, im kurzen Zeitfenster ist dann wohl erst einmal eine Pause angesagt, bevor dann ein nächster Anlauf droht in Richtung der eigentlich wichtigeren Marke bei 1,25.

Das alles heißt: keine wirkliche Entlastung in Sicht für den Dax von der Devisen-Seite, bis zur Draghi-Rede in Jackson Hole in drei Wochen schwebt das Gespenst des Tapering über dem deutschen Leitindex. Und solange das Gespenst da ist, so unsere These, so lange wird sich der Dax nicht nachhaltig nach oben bewegen können.

Wenn die Fed ernst macht mit ihrer Bilanzreduzierung – und die gestrigen Aussagen der Fed-Mitglieder Mester und Williams legen das nahe – dann schrumpft die Bilanz der Fed, die der EZB würde zwar weiter steigen, wenn die EZB ab Januar „tapert“ (also das Volumen der Anleihekäufe reduziert), aber der Trend ist klar: die EZB wird ihr QE früher oder später einstellen, die Fed ihre Bilanzsumme reduzieren. Die Ausweitung der Notenbank-Bilanzen war der wichtgigste Treiber der AKtienmärkte der letzten Jahre, insofern müsste die Reduzierung der Bilanzen logischerweise also den gegenteiligen Effekt haben!

Das genau ist jetzt das Problem: die helfende Hand der Notenbanken ist zwar noch nicht ganz weg, doch weht ein jetzt anderer Wind. Der Dax scheint die Änderung der Windrichtung schon wahrgenommen zu haben, die US-Märkte sind wohl noch zu besoffen, um das Kommende abzuschätzen. Im Zweifel glaubt man dort der Fed nicht, und das Problem ist, dass diese Haltung in den vergangenen Jahren ja richtig war, aber in Zukunft sehr teuer werden könnte!

Kommen wir zum Dax: da ist von einer wirklichen Erholung noch nichts zu sehen, jetzt steht die Frage im Raum, ob der Index vielleicht shon heute den fragilen Boden im Bereich der unteren Kante des Macron-Gaps wird verteidigen können:

Widerstand bei 12210, vor allem aber in der Zone 12300/10, dann die 12345. Erst wenn der Dax letztere Marke nachhaltig überwindet, könnte man wieder im mittleren Zeitfenster über Long-Positionen nachdenken. Betonung auf „könnte“ – saisonal ist die Zeit nicht gerade günstig, im August gibt es nämlich eine überdurchschnittliche Häufung von (Börsen-)Gewittern..



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

2 Kommentare

  1. Kurze FRage: Wo sehen Sie den Grund für den Conti-Einbruch von -40%?

  2. Scheinbar Kurs falsch gewesen. Hat sich erledigt.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage