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Dax: Warten auf den Ausbruch

FMW-Redaktion

Der Dax wartet auf den Ausbruch – wobei noch völlig unklar ist, in welche Richtung dieser Ausbruch erfolgen wird. Als positiv wird gesehen, dass Deutschland möglicherweise auf eine große Koalition zusteuert, doch wird die SPD einen hohen Preis verlangen für ihre Beteiligung an einer Merkel-Regierung – was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Gespräche am Ende doch scheitern oder die SPD-Mitglieder, die dann befragt werden, eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei ablehnen.

Das ist die deutsche Perspektive, aber der Markt wird ohnehin weitgehend in den USA „gemacht“, und jenseits des Atlantiks sind ganz andere Faktoren wirksam. Vor allem die Frage, ob der US-Senat seinen Entwurf zur Steuerreform durchwinken wird, noch ist unklar, ob schon in dieser Woche darüber abgestimmt wird. Und dann morgen die Anhörung von Jerome Powell mit der Frage, ob seine Nominierung erstens bestätigt wird, und zweitens ob er die bisherige Politik der Fed fortsetzen wird.

Der X-Dax eröffnet heute etwas schwächer nach erneuten Turbulenzen in China – die Risikoprämien für chinesische Unternehmensanleihen steigen weiter, gleichzeitig hat die Notenbank eine weitere Liquiditätszufuhr verweigert, Rohstoffe wie Nikkel und Kupfer unter Druck, nachdem die Regierung in Peking Eisenbahnprojekte lokaler Behörden auf den Prüfstand stellen will im Kampf gegen die massive Verschuldung der öffentlichen Hand im Reich der Mitte:

Der Dax gewissermaßen im Niemandsland, erst ein deutlicher Ausbruch über den Bereich 13210/13230 würde die Ampel auf grün stellen, während das Unterschreiten der 12910-12840 wohl bedeuten würde, dass die Jahresendrally diesmal ausfällt! Zwischen diesen Zonen besteht kein Handlungsbedarf!

Auf die Gefahr hin uns zu wiederholen: eigentlich ist die Saisonalität derzeit günstig, die Woche nach Thanksgiving sehr häufig positiv an der Wall Street, dazu ist zu erwarten, dass der heutige Cyber Monday (Online-Shopping) eine Steigerung der Umsätze um ca. 20% zum Vorjahr bringen wird.

Vor allem Ende November, also der 30.November ist in schöner Regelmäßigigkeit ein starker Tag, danach wird es meist schwieriger. Bis 08.Dezember aber muß die US-Schuldenobergrenze angehoben werden, was diesmal deutlich schwieriger werden dürfte als bei der temporären Anhebung im September unter dem Eindruck der Hurrikane-Katastrophen. Am 12.Dezember sind darüber hinaus Gouverneurswahlen in Alabama, wo mit Roy Moore ein hoch umstrittener Kandidat für die Republikaner antritt (Mißbrauchsvorwürfe gegen Minderjährige), den Trump unterstützt. Sollte Moore verlieren oder selbst bei einem Sieg vom Senat nicht bestätigt werden, wird die Mehrheit im Senat für die Republikaner immer knapper, ergo die US-Steuerreform unwahrscheinlicher.

Da deutet sich also Ärger an, dementsprechend zeichnet sich ab, dass die Hausse im Dezember entweder unterbrochen wird oder gar eine größere Korrektur ansteht..



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