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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Dax: Warten auf Trump, der Tag danach – und das Hoffnungs-Tier Mensch

Was passiert, wenn die Hoffnung weitgehend erfüllt ist? Bekanntlich ist der Mensch ein Hoffnungs-Tier, und nichts ist schlimmer für dieses Tier als das Fehlen von Hoffnung!

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Neben der umgeschwenkten Fed ist es vor allem die Hoffnung auf eine Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, die die Kurse in den letzten Wochen nach oben getrieben hat. Nun aber heißt es: „Butter bei die Fische“, jetzt muß die Hoffnungs-Rally also mit Substanz gefüllt werden!

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Das Idel-Szenario: Abschaffung aller wechselseitigen Zölle, also Friede, Freude, Eierkuchen. Eintrittswahrscheinlichkeit eher gering.

Das Konsens-Szenario: Verschiebung der Deadline 01.März auf einen entweder definierten Folgetermin – oder, aus Sicht der Märkte besser – Verschiebung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Dazu Gesten des guten Willens Chinas, also Kauf von endlos vielen US-Landwirtschaftsprodukten etc.

Das Katastrophen-Szenario: kein Deal, Erhöhung der Zölle am 01.März – das würde die Märkte komplett auf dem falschen Fuß erwischen mit einer explosionsartig anziehenden Volatilität!

Nehmen wir an, es tritt das Konseens-Szenario ein – was passiert dann an den Märkten? Gibt es Gewinnmitnahmen, weil all das eingepreist ist nach dem Motto „buy the rumor sell the fact“. Oder bringt das einen weitere Schub nach oben, weil die Katastrophe verhindert wurde? Wir tendieren hier eher zur ersten Variante: Gewinnmitnahmen, aber doch kein starker Abverkauf.

Aber gleichwohl stellt sich dann die Frage: welches Hoffnungs-Motiv können die Märkte denn nun aus dem Hut zaubern? Denn bislang marschierten die Märkte hinter dieser Hoffnung her wie der Esel hinter der Karotte: Die globale Konjunktur säuft ab? Macht nichts, Hauptsache die USA und China machen einen Deal, so lautet bisher das Mantra. Die inzwischen eher dovishe Fed dürfte nun inzwischen wohl auch eingepreist sein, also woher kommt dann das nächste Hoffnungs-Motiv, das die immer weiter fallenden Erwartungen für die Unternehmensgewinne kaschieren könnte? Was kann von der stark steigenden Rezessions-Wahrscheinlichkeit ablenken?

Mithin ist also die Frage: was passiert morgen, wenn die Hoffnung weitgehend erfüllt ist? Bekanntlich ist der Mensch ein Hoffnungs-Tier, und nichts ist schlimmer für dieses Tier als das Fehlen von Hoffnung!

Der Dax jedenfalls hat seine Hoffnung noch nicht verloren! Aber was kommt morgen bzw. dann am Montag?


(Chart durch anklicken vergrößern)

Entscheidend heute sind also die „leaks“, wie die Gespräche laufen – und dann natürlich das Treffen zwischen Trump und Liu He um 20.30Uhr..

 

Von Human_evolution_scheme.svg: M. Gardederivative work: Gerbil (talk) – Human_evolution_scheme.svg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8858092

14 Kommentare

14 Comments

  1. Macwoiferl

    22. Februar 2019 10:06 at 10:06

    Hoffnung auf Exit vom Brexit.
    Hoffnung auf das zweite Halbjahr.
    Hoffnung auf Draghi, Powell, Bank of Japan.
    Hoffnung auf Treffen Trump mit xxx.
    Hoffnung auf Tax Reform 2.0
    Hoffnung auf die unbekannten Strippenzieher, die jetzt im ersten Halbjahr sagen: Es MUSS steigen, egal wie und warum.
    Hoffnung auf Frühling und damit mehr Autokäufe.
    Hoffnung auf Hoffnung.
    Hoffnung auf Bla-Bla.
    Bla-Bla, das macht noch mehr Hoffnung.
    Für Hoffnung gibt es immer einen Grund.
    Für steigende Kurse ebenso, wenn die Hintermänner sagen: es MUSS jetzt sein.

  2. Columbo

    22. Februar 2019 10:24 at 10:24

    Hoffnung haben-Aktien kaufen.
    Keine Hoffnung haben-Gold kaufen.
    Nichts haben-Nichts kaufen.

  3. Borout

    22. Februar 2019 11:16 at 11:16

    Es knallt so richtig hoch , wenn es einen ungeregelten , harten Brexit gibt . Man darf nicht so rational denken , Herr Fugmann. Dann klappt´s auch mit den Gewinnen an der Börse.

    • Michael

      22. Februar 2019 11:38 at 11:38

      @Borout, leichter gesagt, als getan. Wie soll ein rational-vernunftmäßg denkender Mensch aufhören, so zu denken? Nicht soviel Zeit im Wasser verbringen, Herr Fisch…
      Das klingt so, als müsste man etwas bescheuert sein, um an der Börse Gewinne zu machen. Was wiederum vielleicht gar nicht so von der Hand zu weisen ist 😉

    • Koch

      22. Februar 2019 11:45 at 11:45

      Seit die Gelddrucker sich die Weltbörsen durch feindliche Übernahmen einverleibt haben,kommt man mit DENKEN überhaupt nicht mehr voran!Nur eine Vitamin-B-Beziehung zu einer Sekretärin im Notenbankbereich ist noch zielführend.Also versuche ich mein Glück mal als Loverboy und treibe mich demnächst verstärkt im Frankfurter Ostend herum.

  4. Prognostiker

    22. Februar 2019 11:53 at 11:53

    Wie man so sagt ,DIE BESTE ALLER WELTEN, mindestens für Aktien u.Immo-Besitzer, während für die Normalos jede schlechte Wirtschaftsnachricht Existenzängste auslösen dürfte, werden die SCHONHABENDEN mit immer steigenden Vermögen belohnt.Die Umverteilungsmaschine der Notenbanken
    läuft solange bis das gemeine Volk mit den gelben Westen daherkommt.
    ( Anmerkung ,ich bin Profiteur u.nicht neidisch)

  5. Juza

    22. Februar 2019 12:41 at 12:41

    Also ich denke die Aktienmärkte gehen nach oben, weil die Verkäuferseite einfach dünn ist und die meisten einfach abwarten. Und ein paar risikofreudige Anleger kaufen. (Deshalb auch kaum Liquidität in den Märkten). Nebenbei war letztes Jahr ein negativ für alle Indizes – und es gibt sehr selten 2 negative Jahre in Folge an den Börsen.
    Und falls es einen Rutsch nach unten gibt, springen die Notenbanken ein.

    Rein von den Fundamentalwerten in Japan, EU, China, USA und den Gewinnerwartungen der Einzelaktien sind die Indizes deutlich überbewertet – doch wohin sonst mit dem Geld? 🙂

  6. Beobachter

    22. Februar 2019 12:56 at 12:56

    @ Koch, eigentlich braucht es keine Insider, wir wissen in der Zwischenzeit Alle was die machen,
    die Frage ist nur, OB DIE WISSEN WAS SIE MACHEN ? u.langfristig verursachen.

  7. Altbär

    22. Februar 2019 13:05 at 13:05

    @Juza, u.die Endjahresrally hat es ja auch immer gegeben nur 2008 nicht. Also je schlechter die Wirtschaft, desto höher die Aktienkurse ( Firmenwerte) u.steigende Preise für Hochrisikoanleihen.Wo sehen sie dann etwa das Ziel, oder anders gefragt, wie schlecht müsste dann die Wirtschaft laufen, dass der DJ die 50 000
    erreicht?

    • Juza

      22. Februar 2019 14:09 at 14:09

      Also Altbär, ich sehe das so: wie wir nun sehen wurde das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre ausschließlich mit der Notenpresse erkauft, ansonsten würde es nicht auf so wackeligen Beinen stehen. Je schlechter die Wirtschaft läuft, desto mehr wird dem mit Hilfe der Notenbanken entgegengesteuert. Somit gibt es (anscheinend) keinen Grund für fallende Kurse (auf Jahressicht). Aber eher so in Richtung DJ 28k oder 29k. 50k erscheint mir recht hoch 😉
      Ausnahme: es gibt einen größeren Knall aufgrund einer Kettenreaktion, Auslöser hierfür gibt es ja genug (Brexit, Italien, Japan-Exporte, Handelskrieg, …) – erscheint aber unwahrscheinlich in diesem Jahr. Eher 2020 oder noch wahrscheinlicher erst ab 2021.
      PS: das alles ist eine aktuelle, persönliche Einschätzung. Niemand kann wissen was der nächste Tweet bring … LOL

  8. Hesterberg

    22. Februar 2019 13:48 at 13:48

    Gemach, gemach! Der Mega-Crash ist nicht mehr aufzuhalten. Wir können in aller Ruhe auf ihn warten. Die Realisten sind short oder warten an der Seitenauslinie. Nach dem Warnschuss im Dezember ist die Bullenherde wieder zurück auf der Weide und sonnt sich in Unbekümmertheit. Solange noch die Sonne scheint, können die Bullen in der ihnen eigenen Sorglosigkeit dem Herannahen der Sintflut nicht gewahr werden. Und wenn die großen Wassermassen dann auf sie zurollen, können sie nicht mehr schnell genug rennen. So war es schon immer und so wird es wieder sein.

  9. Macwoiferl

    22. Februar 2019 15:19 at 15:19

    @Hesterberg:
    Wann soll es crashen? Wo? Warum?
    In den USA? Dort wird Trump ALLES dransetzen, dass es NICHT crasht. Zur Not das Militär.
    Denn die Amerikaner sind Aktienfreaks. Da MUSS es steigen für Donald, den dumpfbackigen Diktator.
    In Europa? Hier wird die Notenpresse gerade wieder angeworfen.
    China? Gerade wurde eine Ladung Helikoptergeld über dem Land verteilt.
    Brexit = löst sich in Wohlgefallen auf.
    Was hier immer nicht verstanden wird:
    KEIN Politiker der Erde – ich wiederhole: KEIN Politiker der Erde wird: jemals eine Entscheidung GEGEN die Märkte treffen.
    Mein Tipp: Dow 30.000 bis zur Wiederwahl Trumps. Dax 14.000.
    Die Bullen werden noch Jahre grasen und sich dick und rund fressen in der Sonne!!

    • Hesterberg

      22. Februar 2019 16:06 at 16:06

      Ich schließe es nicht aus, dass Sie Recht behalten.

  10. Prognostiker

    22. Februar 2019 20:47 at 20:47

    @Macwoiferl, Sie glauben also, dass Trump der erste Mensch wäre dem es gelingt den Konjunkturzyklus
    zu verlängern, u.das nach mehrjähriger kreditgetriebener Hausse ?
    FMW hatte kürzlich eine Aussage von ich glaube Ewald Mises erwähnt:
    Es gibt keinen Ausweg einen kreditgetriebenen Boom ohne Kollaps zu beenden.H. Fugmann könnte den Spruch sicher hervorholen.

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Finanznews

Chimerica zerbricht! Marktgeflüster (Video)

Warum das Auseinanderbrechen der Nutz-Beziehung USA-China ein ökonomisches und politisches Erdbeben auslösen wird!

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Der britische Historiker Niall Ferguson prägte 2007 den Begriff „Chimerica“ – und meinte damit die unausgesprochenen Deal beider Länder, wonach China produziert und Amerika konsumiert, wobei China die Schulden der USA kauft und damit das Ungleichgewicht ausgleicht. Diese unausgesprochene Wirtschaftsallianz scheint nun zu zerbrechen durch den Bann von Huawei und den daraus resultierenden praktischen Konsequenzen (Google blockt Zugang zu Android-Systemen etc.). Die Folgen des absehbaren Auseinanderbrechens von „Chimerica“ sind unabsehbar – und werden vor allem in den USA stark unterschätzt, denn damit ist das „Leben über die eigenen Verhältnisse“ in Frage gestellt! Die US-Aktienmärkte, zuletzt gestützt vor allem durch defensive Werte, sind noch weit entfernt davon, dieses Auseianderbrechen adäquat einzupreisen!

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Indizes

Über Prognosen und Prognostiker an den Finanzmärkten – „Dartpfeile werfender Schimpansen“

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Von

Von Thomas Müller

Seit ich mich mit Finanzmärkten und entsprechend mit Prognosen beschäftige – also seit rund 25 Jahren – fällt mir auf, dass immer wieder Prognostiker zu großer Bekanntheit gelangen oder gar so etwas wie Gurus werden, also von einer eingeschworenen Schar Anhänger gegen jede Kritik verteidigt werden, obwohl die Prognosen nach meinem subjektiven Empfinden diesen Status keineswegs rechtfertigen. Bei einigen Prognostikern/Kommentatoren war ich sogar sehr sicher, dass sie wenig Ahnung haben, wovon sie sprechen, ohne dies aber wirklich geprüft zu haben. Allerdings war da auch immer die Stimme im Kopf, die mir sagte, diese Leute haben so viele Anhänger und tauchen regelmäßig in den Medien auf, irgendetwas muss an diesen Leuten dran sein.

 

„Superforecasting“

Nun bin ich kürzlich auf das Buch „Superforecasting“ von Philip Tetlock gestoßen und muss dabei immer wieder an die diversen aus Fernsehen und Presse bekannten Prognostiker denken. Gleich am Anfang stellt er fest: „Viele verkünden ihre Prognosen mit dem Brustton der Überzeugung. Und einige verkaufen sich als Propheten, die Jahrzehnte in die Zukunft blicken können. Von einigen Ausnahmen abgesehen stehen sie nicht etwa vor der Kamera, weil sie sich durch hervorragende Weitsichtigkeit ausgezeichnet hätten. Ob sie mit ihren Prognosen richtigliegen oder nicht, scheint niemand wissen zu wollen. [..] Die Fernsehorakel haben vor allem ein Talent: Sie können selbstbewusst auftreten und eine überzeugende Geschichte erzählen. Mehr müssen sie gar nicht können.“

Das, was hier noch eine Behauptung ist, belegt Tetlock dann im Weiteren. Über einen Zeitraum von 20 Jahren untersuchte Tetlock die Prognosen zahlreicher Experten und kam zu dem Ergebnis, dass die meisten nicht besser waren, als ein Dartpfeile werfender Schimpanse – oft waren die Prognosen der Experten sogar schlechter.

Die Unterschiede, ob ein Prognostiker gut oder schlecht war, führt Tetlock auf die Methodik zurück und unterscheidet zwei (Extrem-)Typen: Die Füchse und die Igel. Die Bezeichnungen sind angelehnt an einen Satz des griechischen Dichters Archilochos: „Der Fuchs weiß viele Dinge, aber der Igel eine große Sache.“

Soll heißen, es gibt die eine Gruppe, die viele Aspekte mit in eine Prognose einbezieht und in Wahrscheinlichkeiten denkt. Es fallen selten Wörter wie „unmöglich“ oder „unausweichlich“, aber oft Wörter wie „möglicherweise“, „einerseits und andererseits“. Die andere Gruppe verfolgt einen großen Gedanken, um den alles kreist und auf den alles hinausläuft. Die Füchse geben in allen Bereichen bessere Prognosen ab und zwar sowohl zuverlässiger als auch schärfere Prognosen. Die Igel aber sind viel häufiger in den Medien gefragt als die Füchse. Die Zuschauer/Leser wollen kein „vielleicht“ und „möglicherweise“ hören, sondern eine konsistente Story mit einem klaren Ergebnis.

 

Crashpropheten und ihre Prognosen

Die Untersuchung Tetlocks fand zwar in den USA statt, passt aber genauso auch nach Deutschland. Seit Jahren wird prophezeit, dass wir uns „im Endspiel befinden“, dass der finale Crash nun bald kommt, die Systemwende bevorsteht. Es werden also einerseits Extremprognosen aufgestellt; der totale Zusammenbruch, ein großer, wenn nicht gar der endgültige Crash, das Ende von Euro, USD, der EU. Das ist das die „große Sache“ des Igels.

Alle (Teil-)Prognosen laufen auf dieses Szenario hinaus, egal was auch passiert, alles wird durch die Brille dieser einen großen Prognose gesehen. Jeder Rückgang der Börsenkurse, jede Abschwächung des BIP-Wachstums, jeder noch so kleine Wahlerfolg einer eurokritischen Partei dient dann als Beleg. Obwohl die Prognosen scheinbar so eindeutig sind, sind sie tatsächlich sehr weich, d.h. es wird kein Zeithorizont angeben und die Ereignisse werden nicht konkretisiert.

Das Ergebnis kann regelmäßig beobachtet werden. Die Kritiker sagen, die Prognosen sind nicht eingetroffen, die Anhänger sagen, „abwarten“, es deutet doch bereits alles darauf hin. Und selbst gegenteilige Entwicklung werden dann umgedeutet. Erholt sich z.B. die Konjunktur heißt es, das zögert den Zusammenbruch nur hinaus, der wird dann umso schlimmer. Ist die Inflation nicht wie seit Jahren prognostiziert gestiegen, wird die Definition kurzerhand geändert. Aus Sicht der Anhänger (und ihrer eigenen) haben die Igel also immer Recht, selbst wenn sie seit Jahren komplett danebenliegen. Das sorgt zwar nicht für gute Prognosen, aber für regelmäßige Medienauftritte.

Umgekehrt erlebe ich sowohl im Alltag im echten Leben als auch in Internetforen oft, dass Prognosen aus meiner Sicht zu Unrecht angegriffen werden. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die US-Präsidentschaftswahl 2016. Nate Silver schätze die Siegchancen von Trump auf rund 30% und als Trump dann bekanntermaßen gewonnen hatte, wurde ihm vorgeworfen, die Wahl falsch prognostiziert zu haben. Tetlock nennt hier als Beispiel Wetterprognosen, wo häufig bei einer Prognose von z.B. 70% Regenwahrscheinlichkeit von den allermeisten „Konsumenten“ davon ausgegangen wird, dass es regnet – regnet es dann nicht, ist die Prognose falsch.

 

Wetterbericht

Tetlock wählt das Beispiel Wetterbericht, weil es da leicht zu zeigen ist, wo der Irrtum liegt: Sagt ein Meteorologe in 100 Fällen eine Regenwahrscheinlichkeit von 70% voraus und regnet es tatsächlich in rund 70 dieser 100 Fälle, sind die Prognosen sehr gut. Bei der US-Präsidentschaftswahl lässt sich das nicht so leicht testen, das Grundprinzip ist aber das gleiche. Und letztlich bestätigt es das oben genannte Prinzip: Die Medienkonsumenten (und die meisten Internet-Foristen) schätzen Prognostiker mit sehr pointierten und scheinbar klaren, selbstbewusst vorgetragenen Prognosen weit mehr als abwägende, in Wahrscheinlichkeiten formulierte Prognosen.

Tetlock hofft, dass sich dieses Verhaltensmuster mittel- bis langfristig ändert, so wie auch in anderen Bereichen – er nennt z.B. die Medizin – im Vergleich zu früher mehr Rationalität etwa in Form von Doppelblindstudien Einzug gehalten hat. Angesichts des medialen Erfolgs der Igel bin ich da weniger optimistisch. Letztlich befriedigen die Igel eine im Publikum vorhandene Nachfrage, bei der es allenfalls vordergründig um die korrekte Prognose geht, tatsächlich aber um die Projektion und Bestätigung eines bestimmten Weltbilds.

 

Von Jeremy Weate from Abuja, Nigeria – Chimpas at Tacugama Sanctuary, near Freetown, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38733073

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Devisen

Rüdiger Born: Spannender Markt! Blick auf die Charts

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Der Markt ist momentan sehr spannend. Schauen wir im folgenden Video direkt auf die Charts. Der Dow könnte in Kürze eine Trendewende hinlegen und steigen. Interessante Chartverläufe will ich auch bei mehreren Devisenpaaren ansprechen. Haben Sie den Trade des Tages (heute USDJPY) noch nicht abonniert? Jeden Tag gibt es eine Detail-Analyse! Es ist vollkommen kostenlos! Einfach dazu hier anmelden.

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