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DAX: Warum der deutsche Leitindex bald ausbrechen wird

Agata Janik

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am

Das Schreckgespenst des Zerfalls von Europa hängt aktuell wie ein Damokles Schwert über dem Euro und auch dem DAX. Laut Umfragen möchte die italienische und die spanische Bevölkerung aus dem Euro aussteigen. Die Politik hört diese Stimme. Damit man diese Länder retten kann, müssen die Schulden oder das neu benötigte Kapital auf die Länder umgelegt werden. Dies ist zumindest die Meinung der zwei hauptbetroffenen südländischen Mitglieder. Dabei ist die Eurobondfrage nur eine Ablenkung, da bisher die EZB ohne Genehmigung einen unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen vor wenigen Wochen bekannt gegeben hat. Da Deutschland auch für die EZB mit seinem BIP (Bruttoinlandsprodukt) haftet, ist die Eurobondfrage nur noch Makulatur. Deutschland haftet bisher sowieso für die Schulden der anderen. Diese Wahrheit ist jetzt dummerweise durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ans Licht gekommen. Jetzt muss der deutsche Bundestag entscheiden, ob er das zulassen möchte oder nicht. Im Fall einer Zustimmung, würde das bedeuten, dass die EZB die deutsche Finanzpolitik faktisch übernimmt. Nur zur Anmerkung: es gibt über der EZB keine Kontrollinstanz. Der DAX hat auf diese doch sehr bedeutende Situation noch gar nicht reagiert. Vielleicht liegt es daran, dass die mögliche Tragweite gar nicht von allen realisiert wird.

DAX in der Entscheidungsphase

Wie im mittelfristigen Chart des DAX (siehe unten) zu erkennen ist, oszilliert er um einen Mittelwert bei ca. 10.540 Punkten. Die Märkte sind sehr schön zu handeln, da sie aus technischer Sicht gut zu handhaben sind. Das Spiel lautet: Indikator fallend = DAX fallend. Dreht alles um und steigt, dann steigt auch der DAX wieder. Das Ganze geht erfahrungsgemäß eine ganze Weile lang gut. Es gibt aber immer den Punkt des Ausbruchs. An diesem ist der DAX noch lange nicht angekommen.

Der Dax vor dem Ausbruch

Wie im Chart zu erkennen ist, wird der deutsche Leitindex aktuell zwischen dem EMA 420 (Magenta Linie) und dem MA 120 (blaue Linie) eingesperrt. Zusätzlich gibt es auch noch den charttechnischen Widerstand bzw. Unterstützung bei 10.754 Punkten. Diese Hürde wurde schon heute Vormittag leicht überschritten. Dies muss aber erst einmal nachhaltig bestätigt werden. Zu erkennen ist auch, dass beide Begrenzungslinien aufeinander zulaufen. Im Prinzip bildet sich eine dynamische Flaggenformation aus. In dieser Range, die je nach verstrichener Zeit, immer enger wird, hält sich der DAX ohne nennenswerte fundamentale Nachrichten auf. Es gibt derzeit nur Argumente im kurzfristigen Bereich am Markt zu agieren. Eine klare Richtung muss für den DAX erst noch bestimmt werden. Die stattlichen Hilfen, wie im Fall von Sixt heute von 1,3 Mrd. Euro, müssen erst einmal beschlossen werden. Es werden auch nicht die letzten Milliarden sein, die über den Berliner Tisch wandern. Es wird daher spannend werden, wie hoch die Leidensfähigkeit der deutschen Wirtschaft sein wird.

Es ist kein großes Geheimnis, dass sich der DAX stets sehr stark an den amerikanischen Handelstendenzen orientiert. Diese werden heute auch auf den Prüfstand gestellt. Um 14.30 Uhr CET werden die Anträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA veröffentlicht. Die Zunahme der „Hire and Fire“ Politik in den USA kam während der Coronakrise zum vollen Vorschein. Es ist nicht die Frage, ob diese Zahlen nicht gut ausfallen werden. Es ist die Frage, wie schlecht sie sein werden. Das könnte heute den Dow Jones und somit auch den DAX sehr stark in stürmisches Wasser bringen.

Die Lage ist keiner Weise einzuschätzen, da die Märkte bei schlechten Wirtschaftsdaten oftmals gestiegen sind. Je schlimmer die Nachrichten, desto mehr Geld wird der Staat für die Rettung in die Hand nehmen. Diese einfache Formel wurde in den letzten sechs Wochen benutzt. Aber auch solche kurzfristigen Weisheiten nutzen sich schnell ab. Daher ist der heutige Termin 14.30 Uhr mit höchster Spannung zu erwarten. Noch einen Ziegelstein oben drauf gesetzt, wartet der Markt auch noch auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird. Die Volatilität wird daher für DAX & Co in den frühen Nachmittagsstunden ansteigen. Unter Umständen werden diese zwei Tage die Entscheidung für den fälligen Ausbruch bringen. Aktuell sind die Grenzen klar bei ca. 11.040 und 10.525 Punkten gesetzt. Ein Ausbruch auf der Oberseite ist fundamental nicht gerechtfertigt, daher ist im Zweifelsfall die Unterseite zu favorisieren.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Der Dax wartet auf die US-Arbeitsmaktdaten

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Columbo

    7. Mai 2020 18:38 at 18:38

    „es gibt über der EZB keine Kontrollinstanz“

    Eine Kontrollinstanz über der EZB?
    Ich weiß, viele würden Marc Friedrich oder Markus Krall wählen, vor allem wegen deren Goldreserven. Ich würde den Papst vorschlagen, der Vatikan hat sicher mehr davon.

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Finanznews

Aktienmärkte: Buy the rumor, sell the fact? Videoausblick

Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem Biden seinen Stimulus-Plan vorgstellt hat. Buy the rumor, sell the fact?

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem der neue US-Präsident Biden seinen Stimulus-Plan vorgestellt hat. Ist die Reaktion auf Bidens Plan das klassische „buy the rumor, sell the fact“-Schema? Man kauft also die Hoffnung, und verkauft dann, wenn die Hoffnung eintritt? Heute dürfte für die Aktienmärkte auch der kleine Verfall eine Rolle spielen, denn der Bestand an Call-Optionen ist gigantisch. Die Fed hat in Gestalt von Jerome Powell klar gestellt, dass die Zinsen nur dann angehoben würden, wenn die Inflation deutlich über 2% schießen würde. Und in Deutschland drohen Verschärfungen des Lockdowns, was den Dax aber bisher nicht wirklich interessiert – obwohl damit die optimistischen Wirtschafts-Prognosen obsolet wären..

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Indizes

DAX daily: Der Dax startet schwächer zum Wochenabschluss

Stefan Jäger

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Der Dax startet heute mit Abschlägen in den Handel. An der 14.000er Marke geht ihm immer wieder die Puste aus – ist die Hürde zu hoch? Der deutsche Leitindex hadert im gestrigen Handel mehrfach mit der 14.000er Marke, kann sie zeitweise sogar überwinden. Angetrieben wurde der Dax einerseits von guten Konjunkturdaten aus China, andererseits durch eine freundliche Wall Street. Bei der Aussicht auf noch mehr fiskalische Erleichterungen und einem 2 Billionen Hilfspaket ist es wenig überraschend, dass sich die Aktienmärkte auf dem hohen Niveau halten. Damit würde die US-Regierungen erneut Billionen an Stimulus bereitstellen. Die Grundstimmung an den Aktienmärkten bleibt dadurch euphorisch. Das hat auch den deutschen Leitindex dazu verleitet über die Marke von 14.000 Punkten zu springen.

Aus Sicht der Aktienmärkte fällt allerdings auf, dass die scheinbar grenzenlose Geldflut die Anleger nur noch bei Laune hält, aber keine großen Bewegungen mehr auf der Oberseite auslöst. Im Gegensatz dazu hat der Einbruch beim deutschen BIP von 5 Prozent sowie die schwachen US-Arbeitsmarktdaten auch keinen negativen Effekt auf die Kurse. Zum Börsenschluss stand ein Plus von 49 Punkten (0,35%) und ein Schlusskurs bei 13.988 zu Buche. Für ein weiteres Signal in Richtung neuer Rekordstände müsste der Dax aber einen Tagesschlusskurs über der 14.000 erzielen. Die Richtungsentscheidung ist demnach noch nicht gefallen.

News und fundamentale Daten

Zum Wochenabschluss sehen wir nochmal ein paar sehr interessante Wirtschaftsdaten, zudem startet die Bilanzsaison mit den ersten Finanztiteln. Den Auftakt machen die Handelsbilanz der Euro-Zone um 11:00 Uhr. Danach gilt das Augenmerk der Anleger den US-Einzelhandelsumsätzen um 14:30 Uhr. Der Konsum ist das Herzstück der US-Wirtschaft, daher gilt den Daten eine besondere Aufmerksamkeit. Entsprechend könnten die Zahlen für Bewegung sowohl in den US-Indizes, als auch im Dax sorgen. Zeitgleich werden außerdem der NY Empire State Herstellungsindex sowie der Erzeugerpreisindex veröffentlicht. Anschließend folgen die Daten der US-Industrieproduktion. Schließlich erscheinen um 16:00 Uhr noch die Konsumentenerwartungen und das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan. Darüber hinaus berichten die drei großen Finanzhäuser JPMorgan, Wells Fargo und Citibank ihre Quartalszahlen. Ungeachtet der Wirtschaftsdaten steht heute noch der kleine Verfall auf der Agenda. Dabei verfallen an den Terminbörsen die Optionen auf Aktien und Indizes.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der deutsche Leitindex wird heute schwächer in den Handel starten, vorbörslich notierte er bereits 100 Punkte tiefer. Die US-Futures verkaufen die guten News der Biden-Rede ab, dass zieht wiederum den Dax mit nach unten. Im frühen Handel rutscht der Index sogar unter die Marke von 13.900.

Damit hat er das Tagestief vom 13.01. bei 13.868 erreicht. An dieser Stelle sollte der Kurs wieder drehen, ansonsten geht es zur wichtigen Unterstützungszone bei 13.800. An der Unterkante der Range könnte eine kurzfristige Richtungsentscheidung fallen. Unterhalb der Zone bei 13.800/770 trübt sich das Bild ein und es droht ein Abrutschen bis zur nächsten markanten Unterstützung bei 13.600.

Kann sich der Dax allerdings über der 13.800 halten, dann dürfte sich die Seitwärtsrange der letzten Tage fortsetzen. Folglich könnte es wieder in Richtung der 14.000er Marke gehen. Den ersten Gegenwind könnte der Dax in dem Bereich bei 13.930/950 erhalten. Durchbricht er die Zone, dann könnte es zu einem erneuten Versuch an der 14.000 kommen. Oberhalb von 14.000 befinden sich weitere Widerstände am gestrigen Tageshoch bei 14.030, dem Gap bei 14.049 und der 127,2 Extension bei 14.115.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 15.01. - H1-Chart - Geldflut beflügelt nicht mehr

Dax Unterstützungen (US):

13.868 – Tagestief 13.01.

13.806 – Tagestief 11.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.948 – mehrfacher WS / US

14.000 – psychologische Marke

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

14.201 – 261,8 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Euphorie – aber das ist die größte Gefahr! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte weiter in Euphorie: viele Indizes mit neuen Allzeithochs. Aber da ist eine Gefahr, die die Märkte vielleicht nicht auf dem Zettel haben..

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind weiter in Euphorie: der Dax, aber auch die viele Indizes der Wall Street heute mit neuen Allzeithochs. Was soll schon schief gehen: die Fed und andere Notenbanken bleiben auf dem Gaspedal, dazu nun noch das erwartete große Stimulus-Paket der neuen US-Regierung unter Biden. Wo also ist das Risiko für die Aktienmärkte, speziell für die über-bullische Wall Street? Das größte Risiko dürfte der neue US-Präsident sein, der zwar viel Stimulus verspricht, aber der eben auch (anders als Trump) einem viel härteren Lockdown auch in den USA den Weg bereiten könnte. Noch härtere Lockdowns nämlich sind der aktuelle Trend schlechthin: Frankreich verhängt eine Ausgangssperre ab 18Uhr, in Deutschland überlegt man gar, den Nah-und Fernverkehr einzustellen aus Sorge um die aggressive Corona-Mutation..

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