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Dax: Warum der Erholung die Puste ausgehen könnte – Wochenausblick

Dax: Warum der Erholung die Puste ausgehen könnte - Wochenausblick

Zum Wochenauftakt notiert der Dax etwas tiefer – macht sich nach der dynamischen Erholung Ernüchterung breit? Auch in der neuen Woche müssen sich Anleger auf stärke Kursschwankungen einstellen. Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon vier Wochen an und ein Ende ist weiterhin nicht in Sicht. Die Nachrichtenlage sowie die geopolitischen Spannungen zwischen dem Westen und Russland dürften demnach weiter Einfluss auf die Märkte haben. Zudem könnte sich der Hexensabbat noch negativ auswirken. Da die Karten nach dem großen Verfall neu gemischt werden, kommt es häufig zu einem Richtungswechsel. Während der Dax eine technische Erholung vollzogen hat, trüben sich die Fundamentaldaten weiter ein. Je länger der Krieg andauert, desto größer ist die Belastung für das makroökonomische Umfeld.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat zuletzt seine Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft halbiert. Zuvor war man von einem BIP-Wachstum von 4 Prozent ausgegangen, hat dieses aber inzwischen auf 2,1 Prozent reduziert. Steigende Energiepreise, weitreichende Sanktionen und gestörte Lieferketten sind dafür der Grund. Ökonomen und Experten befürchten außerdem eine Rezession, sollte sich die Lage nicht bald bessern. Die hohen Energie- und Ölpreise könnten ein Trigger für eine Rezession sein, auf jeden Fall sind sie ein verlässlicher Indikator. Aus technischer Sicht hat sich indessen die Lage im Dax aufgehellt.

Rückblick und Wochenvorschau

Die vergangene Handelswoche stand immerhin im Zeichen einer technischen Erholung. Der Dax schloss am Freitag mit einem kleinen Plus von 25 Punkten (0,17%) bei 14.413 Zählern. Damit hat er fast punktgenau 2.000 Punkte von seinem März-Tief aufgeholt. Unter dem Strich legte der Deutsche Aktienindex auf Wochensicht um satte 5,76% zu. Der Nasdaq konnte dies noch überbieten, er stieg um mehr als 8 Prozent und führte damit das internationale Ranking der Indizes an.

Kurzfristig stellt sich die Frage, ob die dynamische Erholung nur eine Aufwärtskorrektur darstellt und der Dax wieder den Weg gen Süden aufnimmt? Der Bereich bei 14.500/550 Punkten hat sich in der Vorwoche als harte Nuss erwiesen. Dort hat der Leitindex mehrfach auf die Mütze bekommen. Bricht er darüber aus, dann könnte sich die Bewegung bis zum nächstgrößeren Widerstand bei 14.800 Punkten fortsetzen. Zuletzt gab es immerhin Unterstützung von den US-Indizes, die sich wieder im Aufwind befinden.

Sollte der Dax den 14.500er-Bereich nicht überschreiten, ist ein erneuter Rutsch bis 14.100 und tiefer nicht auszuschließen. Bei einem Bruch der wichtigen Unterstützung bei 14.100/080 rückt das Gap vom Mittwochmorgen bei 13.917 Punkten in den Fokus.

News und Konjunkturdaten

In dieser Woche lohnt sich der Blick auf die Konjunkturdaten, vor allem die Stimmungsdaten könnten Hinweise geben, wie sich der Krieg auswirkt. Aufgrund der hohen Energie- und Rohstoffpreise nimmt der Druck auf das produzierende Gewerbe zu. Anleger sollten daher ihren Blick auf den Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes am Donnerstag richten. Hier erwarten Analysten einen Wert von 56 Punkten, was noch deutlich über einem Rezessionsniveau liegt. Einen Tag später folgen dann noch die Stimmungsdaten des ifo-Geschäftsklimaindex. Hier wird ebenfalls mit einem Rückgang gerechnet, vor allem bei der Geschäftserwartung im Industriesektor. Heute Morgen stehen aber zunächst die deutschen Erzeugerpreise im Blickpunkt. Die Daten sind im Jahresvergleich mit 25,9% erneut dramatisch hoch ausgefallen, liegen aber etwas unter der Erwartung von 26,2% (vorher 25,0%). Jenseits des Atlantiks erscheinen außerdem am Mittwoch die Auftragseingänge für langlebige Güter sowie weitere Stimmungsdaten der Konsumenten am Freitag.

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Die neue Woche könnte dem deutschen Aktienmarkt vorerst wieder Verluste einbrocken. Am Montagmorgen notiert der Dax tiefer und dürfte mit einem Gap starten. Um die Kurslücke bei 14.413 zu schließen, muss er die Hürden bei 14.355 und 14.382 überwinden. Oberhalb des Freitagshochs könnte er nochmal die Widerstandszone bei 14.500/550 anvisieren. Erst ein Ausbruch darüber eröffnet weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung der 50-Tage-Linie bei 14.638 und dem großen Widerstand bei 14.815.

Unterhalb des Pivot Punkts bei 14.355 bleibt der Dax eher im Rückwärtsgang. Eine erste Unterstützung befindet sich im Bereich der 14.270. Darunter könnte die Abwärtsdynamik zunehmen. Der nächste Anlaufpunkt liegt im Bereich von 14.214/200. Ein Rutsch unter das 38er Retr. bei 14.183 dürfte ihn dann wieder seinem Freitagstief und der wichtigen Unterstützung bei 14.100/082 führen. Darunter wartet immer noch ein Gap bei 13.917 darauf, geschlossen zu werden.

Dax Ausblick: Fortsetzung der Konsolidierung

Dax Unterstützungen (US)

14.273 – Nachttief

14.214 – Pivot S1

14.183 – 38,2% Retr.

14.082 – Ausbruchslevel

14.000 – psychologische Marke

13.949 – 61,8% Retracement

13.917 – Gap 15.03.

13.820 – hoirzontale US

Dax Widerstände (WS):

14.355 – Pivot Punkt

14.382 – Zwischenhoch

14.413 – Gap 18.03.

14.432 – Zwischenhoch

14.509 – Tageshoch 17.03.

14.542 – 127,2% Ext.

14.553 – Tageshoch 16.03.

14.638 – 50-Tage-Linie

14.800 – Ausbruchsmarke

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