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Dax: Warum er besser laufen dürfte als der schwächelnde große Bruder in den USA!

FMW-Redaktion

Der Dax hält sich im Vergelich zu den US-Indizes erstaunlich gut in den letzten Handelstagen, und dafür könnte es mherere Gründe geben: erstens ist der Höhenflug des Euro gestoppt, sodass derzeit die Gefahr einer weiteren Aufwertung der Gemeinschaftswährung deutlich geringer erscheint. Zweitens scheint ein Dickfisch wie Bridgewater, der größte Hedgefonds der Welt, seine Short-Poisitonierung bei Dax-Aktien deutlich reduziert zu haben – mithin trat also Bridgewater zuletzt als Käufer auf, indem man Short-Positionen eindeckte. Und drittens ist der Dax deutlich günstiger als die US-Indizes und auch weniger Tech-lastig – das scheint derzeit ein Vorteil zu sein!

Überhaupt erleben wir ja eigentlich einen Niedergang der USA in Zeitlupe – die Tech-Werte sind ein weiteres Anzeichen dafür. Ist es etwa gerechtfertigt, dass der amerikanische Aktienmarkt mehr Marktkapitalisierung aufweist als der Rest der („entwickelten“) Welt (51% der globalen Marktkapitalisierung)? Ist da etwas aus dem Ruder gelaufen, entspricht diese Dominanz noch der Relität? Eher nicht – das zeigt derzeit die Auseinandersetzung zwischen den USA und China – bei der China viel selbstbewußter auftritt als die Trump-Administration das erwartet hatte! China weiß, dass ihm die Zukunft gehört, die USA dagegen ahnen, dass man relativ absteigen wird und damit seine totale Dominanz verlieren wird.

Das bedeutet: die Gewichtungen verschieben sich immer mehr von den USA Richtung Asien, das ist ein großer Trend, den wir kaum wahrnehmen, und wenn dann in Zeitlupe. Es ist kein Zufall, dass auch amerikanische Geldverwalter immer hörbarer äussern, dass sie das Geld in den Emerging Markets oder in Europa anlegen, wo die Bewertungen noch deutlich attraktiver seien.

Das also könnte jetzt ein Mega-Trend werden: die Wall Street verliert scheibchenweise ihre totale Leitfunktion, und es ist sehr viel Bonus in den Aktienkursen der US-Unternehmen enthalten.

Das gilt auch und vor allem für die großen US-Tech-Werte – auch sie werden relativ absteigen und an der derzeit noch ausgeübten Dominanz nicht festhalten können. Wessen Geschäftsmodell auf ungehinderter Globalisierung beruht, wird in einer Zeit, deren Hauptttrend eine Rückabwicklung von Globalisierung ist, seine Probleme bekommen. Aber die Tech-Riesen stehen für ein Viertel des S&P 500, sind also von ihrer Gewichtung her dominant. Zum Vergleich: der gesamte Bereich Energie + Versorger kommt nur auf 6% im S&P 500 – mithin zieht also Tech die US-Indizes nach unten, was beim Dax schlicht nicht der Fall ist!

Das bedeutet: wenn in den USA Tech schwach bleibt, wird der Dax relativ besser laufen als die US-Indizes! Wenn dann noch der Euro-Dollar weiter fallen sollte, wäre das noch eine zusätzliche Verstärkung – allerdings wäre ein zu starker Verfall des Euro zum Dollar dann auch wieder kontraproduktiv für ausländische Dax-Investoren.

So oder so – auch beim Dax geht es jetzt in dieser Woche um viel: gelingt der Wiederanstieg über die 200-Tage-Linie?


(Chart durch anklicken vergrößern)

Es bleibt dabei: der Dax muß über die 12650er-Marke und über die 200-Tage-Linie, sonst ist alles beim Dax nur relatiuv besser als bei den US-Indizes!



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