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DAX: Warum er kurz vor dem Turnaround steht

Agata Janik

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am

Der DAX handelt die Zukunft. Die Börse ist emotional. Die Börse kommt zur Vernunft. Die Börse beruhigt sich. Die Börse atmet durch. Wer kennt nicht all diese Börsensprüche aus den Medien? Sie sind wahr und sie sind treffend. Wenn also die Börse, respektive der Deutsche Aktienindex die Zukunft handelt, dann stellt sich aktuell zwangsläufig die Frage: Wann wird ein Turnaround im Dax eintreten? Die schlimmsten Nachrichten haben uns schon erreicht. Deutschland und die meisten europäischen Länder haben dicht gemacht. Alles wird mindestens die nächsten zwei Wochen stillstehen. Der wirtschaftliche Schaden wird immens ausfallen und die Regierungen in Europa müssen jetzt oder demnächst die Geldtasche weit aufmachen (hier die Ankündigung der Bundesregierung vom Freitag), ansonsten wird die Krise für viele Unternehmen und Unternehmer bitter ausfallen. Aber die Solidarität wird in den kommenden zwei Wochen wachsen.

Die Luxusgüter, die stets umsonst gekauft werden, treten in den Hintergrund. Jetzt sind ganze Nationen im Krisenmodus und das Augenmerk wird wieder auf das wirkliche Leben zurückgeführt. Die Ausgangssperre wird in Deutschland kommen. Es gilt in diesen Zeiten, die Bevölkerung nicht auf einmal zu überfordern. Daher kommt die Sperre erst in wenigen Tagen. Wenn sie da ist, wird die Familie wieder zusammengeführt. Das Telefon wird unser bester Freund werden und die Eltern, die so weit weg sind, an diese wird man wieder denken. Eines ist aber sicher: Das viele Geld, das durch Zinssenkungen bereitgestellt wird und die beschwichtigen Worte von Donald Trump konnten dem DJI (Dow Jones Industrial) und DAX nicht helfen. Vielleicht begreifen die Politiker jetzt, dass das Volk keine leeren Worte benötigt, sondern Vertrauen.

Daher einen hohen Respekt an unsere Führung – und man bewahre uns vor Politikern wie Donald Trump, die vor drei Wochen noch behauptet haben, dass das Covid-19 eine lächerliche Sache sei. So jemand führt unsere Welt an und macht Europa noch für die Verbreitung verantwortlich. Mehr ist zu diesem Thema nicht zu sagen. Der DAX hat in den letzten Wochen zu Recht stark geblutet. Die 14.000er Marke war schon zum Greifen nah, und jetzt ist jeder in den gleichen Maßen von den wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 betroffen. Keiner kann sich beschweren, dass es nur ihn getroffen hat. Die Natur oder vielleicht auch jemand anders hat den „Reset-Button“ gedrückt. Jetzt sind wir auf einem Level angekommen, der wieder ausbaufähig ist. Das stetige, exponentielle Wachstum war heiß gelaufen. Jetzt sind wir alle im Urlaub, können überlegen, in uns gehen und uns wieder aufbauen.

Eine Dax-Krise endet nie an einem Tag

Es gibt immer den so genannten Turnaround in einer Bewegung. Jetzt ist der Zeitpunkt: Genug ist genug. In der Fachsprache nenn man es „eingepreist“, obwohl dieses Wort nicht im Duden zu finden ist. Es wird noch ein Prozess werden, bis die Händler und die Menschen wieder wirklich an den Markt zurückfinden werden. Es wird daher noch eine hohe Volatilität zu verzeichnen sein. Das Schlimmste hat der DAX vermutlich hinter sich. Alle stehen jetzt im Regen und jeder weiß das. Jeder Regen wird einmal aufhören und danach folgt Sonne. Dieser erste Sonnenschein wird vielleicht schon jetzt gehandelt. Diejenigen, die verkaufen wollten, haben es bereits getan. Die Kostolany-Anhänger sind schon längst als Jäger und Sammler unterwegs. Die Masse hat noch nie Geld verdient, weil nicht mutig und vorrausschauend agiert wurde. Die Betonung liegt hier auf „agiert“ und nicht „reagiert“.

Der Dax ist technisch überverkauft

In solchen fundamental emotionalen Märkten ist die technische Analyse nicht ganz leicht bzw. zu 100% aussagefähig. Da aber hoffentlich alle schlechten Nachrichten schon auf dem Markt sind, kann man in Zusammenhang der technischen Analyse behaupten, dass wir dem Turnaround sehr nahe sind. Maßgeblich wird in den nächsten 24 Stunden das letzte Low bei 8.197 Punkten sein. Wird dieses Low gebrochen, geht die Reise weiter bis in den 7000er Bereich. Dieses Szenario ist aber aus jetziger Sicht unwahrscheinlich. Kommt es zur schnellen Umkehr, dann sind die Obermarken bei 9.519 und 10.340 Punkten zu sehen. Dies klingt aus jetziger Sicht utopisch, aber mit der aktuellen Volatilität wird unser jetziges Vorstellungvermögen getestet.

Dax im Kursverlauf als Chart

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Helmut Härle

    17. März 2020 14:06 at 14:06

    Wenn unsere Politiker agiert und nicht nur reagiert hätten, und diese Massnahmen vorsorglich schon vor 10 Tagen getroffen hätten, dann hätte die Ausbreitung deutlich verlangsamt werden können und wir müssten nicht mit den drastischen Konsequenzen rechnen, die wohl erst noch kommen werden.
    Ausserdem bringen unsere Politiker und vor allem Zentralbanker mit dem immensen Gelddrucken noch in allergrösste Schwierigkeiten. S. dazu z.B. die heutigen Videos in FMW oder die von Markus Krall. Und wir sind es, die dann alles ausbaden dürfen.
    Helmut

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Aktienmärkte: Dänemark, der Börsenstar des Jahres

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Jeden Tag blicken wir gespannt auf die Aktienmärkte in den USA, um an der Wall Street die wundersame Rally der Hightechwerte zu verfolgen. Apple, Amazon und Co haben den Nasdaq zu einem Highflyer gemacht, dessen Performance aufgrund von nur sieben Titeln die Indizes der Welt in den Schatten gestellt hat.

Aber relativ unbemerkt gibt es in Europa einen der kleinsten Aktienmärkte, der sogar in Schlagweite zur Technologiebörse in den USA geblieben ist: der OMX in Dänemark.

Aktienmärkte: Der dänische Leitindex trotzt Corona

Dänemark ist nicht nur ein relativ kleines Land in Europa mit gerade einmal 5,8 Millionen Einwohnern, auch umfasst der Leitindex OMX Copenhagen nur 20 Aktien. Was ihn aber nicht davon abgehalten hat, sich im Coronajahr an die Performance-Spitze der größeren Aktienmärkte der Welt zu setzen. Zum Ende letzter Woche ergab sich dabei folgende Performance zum 1.1. 2020:

OMX Kopenhagen + 16,9 Prozent
CSI China + 11,6 Prozent
S&P 500 + 0,5 Prozent
Dax – 9,1 Prozent
Einzig der Nasdaq 100 lieferte mit plus 22 Prozent noch etwas mehr. Allerdings spielt auch der Wechselkurs noch eine Rolle und da hat die dänische Krone gegenüber dem Euro sogar noch etwas aufgewertet.

Gründe für das gute Abschneiden

Da ist zum einen die Entwicklung von COVID-19 in dem skandinavischen Land zu nennen. Aufgrund eines frühen Lockdowns litt das Land nicht so sehr unter den ökonomischen Folgen der Pandemie, das dänische Bruttoinlandsprodukt verlor im zweiten Quartal um 6,9 Prozent, weniger als der Durchschnitt in Europa (-12,1%), aber auch weniger als Deutschland oder den USA (-9,7%/9,5%). Hinzu kommen die weltweit üblichen Rettungspakete, die auch die dänische Regierung verabschiedet hat. Alles das wäre aber nicht in der Lage, den Index so zu „pushen“ – es ist vielmehr die Zusammensetzung des Leitindex in Dänemark.

Es sind eine Reihe von Pharma- und Biotechfirmen, die im Index sehr dominant vertreten sind und die von der Pandemie im Besonderen profitiert haben: Der weltgrößte Insulinhersteller Novo Nordisk, die Medizintechnikfirma Ambu, Coloplast, Genmab, CHR Hanssen und Novozymes, Firmennamen, die in unseren Breiten nicht allzu bekannt sind. Damit kommen die Gesundheitsfirmen auf die Hälfte der Marktkapitalisierung des Index in Höhe von 370 Millionen Euro. Dennoch ganz schon imposant im Vergleich zu unserem DAX, dem Leitindex in einem Land mit 83 Millionen Menschen, der gerade eine gute Billion Euro auf die Wage bringt.

Ein großer Nachteil eines Engagements ist damit schon erklärt, denn man fokussiert sich dann ziemlich stark auf eine Branche mit wenigen Titeln. Zumal die Unternehmensbewertung durch die Hausse deutlich nach oben gegangen ist. KGVs von 22 (Novo Nordisk) bis hin zu 60 (Genmab) oder 110 (Ambu) zeigen ein weiteres Gefahrenmoment auf. Aber die Wachstumsstory ist noch intakt und der dänische Index ist noch wenig auf dem Radar internationaler Fonds gesichtet – anders als etablierte Aktienmärkte dieser Welt. Natürlich gibt es zu Zeiten von Corona auch Verlierer im OMX, wie den Bürodienstleisters ISS, die Danskebank oder die Brauerei Carlsberg. Diese vermochten es aber nicht, die Performance des Index arg zu dezimieren.

Fazit

„We Are Red We Are White, We Are Danish Dynamite“, lautete einmal ein Song des fußballbegeisterten Dänemark, insbesondere beim Gewinn des Europameistertitels 1992 in Schweden. Ausgerechnet gegen den damals amtierenden Weltmeister Deutschland. Scheint so, als ob für die Börse des kleinen nordischen Landes in diesem Jahr auch wieder so ein kontinentaler Titel möglich ist.

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