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Indizes

Dax: Was alle glauben tritt meist nicht ein! Warum Trump keinen Waffenstillstand braucht..

Was eingepreist ist an den Märkten – und was nicht!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Das Chartbild des Dax sieht derzeit auffallend anders aus, als das der US-Indizes:


(S&P orange, DAx schwarz; Chart durch anklicken vergrößern)

Der Dax hat die Rallys am Dienstag und Mittwoch (nach der Powell-Rede) überhaupt nicht mitgemacht – offenkundig interessiert sich der deutsche Leitindex – anders als die Wall Street – nicht wirklich für die Fed-Politik. Dagegen scheint einzig und allein das Thema Handelskrieg im Vordergrund zu stehen beim Dax – der Handelskrieg USA-China, aber eben auch der Trumpsche Handelskrieg gegen Europa, der derzeit nur durch einen fragilen Waffenstillstand auf Eis gelegt ist, bald aber wieder „heiß“ werden dürfte mit der sich abzeichnenden Einführung von US-Zöllen auf Autos aus der EU.

Solange dieses Damoklesschwert nicht beseitigt ist, wollte der Dax eben auch die Wall Street-Party nicht mitfeiern und sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – nach wie vor handelt der Index im kurzfristigen Abwärtstrendkanal und verengt derzeit seine Handelsspanne, was wiederum auf eine impulsive Bewegung hindeutet, die zeitnah (Montag) ansteht:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Nun ist die Frage: hat der Dax gute Gründe, die Party der anderen nicht mitzufeiern? War es nicht der Dax (und andere Indizes), der besonders ab Juni (Handelskrieg) bereits Schwäche zeigte und damit der Wall Street voraus war, die dann erst im Oktober einbrach?

Jedenfalls wird es jetzt echt heiß: der Dax hat nun mehrfach die 11270/80er-Zone verteidigt, wirkt aber dennoch irgendwie zittrig. Kein Wunder: wie die neueste Umfrage der Deutschen Börse zeigt, sind die Profis so stark auf steigende Kurse eingestellt wie seit 12 Jahren nicht mehr (und sitzen dabei auf nicht realisierten Buchverlusten mit ihren Long-Positionen), dass Anstiege schwierig werden, während ein Bruch des bisherigen Jahrestiefs eine Kaskade von Stop losses auslösen dürfte.

Also angstvolles Starren auf den G20-Gipfel! Ein wirklicher Deal zwischen den USA und China scheint ausgeschlossen, eher – wie das Wall Street Journal gestern berichtete – ein überbrückender Waffenstillstand, bei dem die Amerikaner auf die Erhöhung der Zölle ab dem 01.Januar zunächst verzichten.

Das ist die Erwartung, die nun in den Märkten eingepreist ist: keine Lösung, sondern die Verschiebung des Problems, aber – und das ist für die Märkte die Hauptsache – eben auch keine weitere Eskalation. Vielleicht kommt es so.

Vielleicht aber auch nicht. Denn die Konsensmeinung war nicht sehr zuverlässig in den letzten Jahren. Trump? Keine Chance bei den Wahlen 2016. Brexit? Nein, die Briten werden schon drin bleiben. Es kam dann bekanntlich anders. Und es kann diesmal auch anders kommen, denn was hat Trump zu gewinnen bei einem Waffenstillstand? Trump sieht die Chinesen unter Druck, die brauchen, so meint er, eine schnelle Lösung, während er mit den Zöllen gut leben kann. Also gar kein Handlungsdruck für Trump, und wenn der Gipfel ohne Ergebnis verstreicht, wird der Druck für die Chinesen immer höher – nicht aber für Trump. Ein Waffenstillstand in „Kriegen“ entsteht immer dann, wenn beide Parteien wissen, das sdie Krädteverhäktnisse ausgeglichen sind – aber Trump wähnt sich stretgisch im Vorteil bei diesem Krieg..

Jedenfalls wäre ein solcher Kompromiß (keine Anhebung der Zölle ab 01.Januar gegen chinesische Reformversprechen) auch nicht gerade typisch für die Mentalität Trumps – und genau deshalb hegen wir ein starkes Mißtrauen gegenüber der Konsensmeinung..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Sabine

    3. Dezember 2018 12:39 at 12:39

    Das klingt ja jetzt mal anders.
    a) USA will die Weltmachtstellung behalten. Zumindest bei den US-First-Leuten. Nicht bei Obama, Buzsch- und Clinton-Clan. (Die Globis)
    b) Bei einem Handelskrieg China-US verlieren beide.
    Hier hieß es hier oft, Trump, der Idiot, wird sich nur ins eigene Fleisch schneiden bzw. den US. Die Chinesen wird es nicht jucken. Jetzt kommt raus, daß US den längeren Atem hat.
    c) Denn Chinas Wirtschaft lebt nur von immer neuen Welt-Krediten durch das weltweite Gelddrucken. Dorthin sind die Milliarden geflossen. Wenn das stoppt, bricht die Wirtschaft wie ein Kartenhäuschen zusammen.
    Irlmaier sagt vor 1950, das Geld wird auf einen Schlag wertlos. (–> für Bayern sagt er es – wegen der Vernetzung wohl aber auch weltweit…)

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Rüdiger Born

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

Veröffentlicht

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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