Devisen

Dax: was macht er jetzt?

FMW-Redaktion

Was wird nach dem schwierigen Wahlausgang in UK mit dem Dax passieren? Derzeit läuft doch wieder das Brexit-Muster: das Pfund stürzt ab, was der englische Leiitndex FTSE100 zum Anlaß nimmt, zu steigen. Der Dax ist da im frühen Handel noch eher skeptisch, und rein sachlogisch hat er damit recht: im Grunde ist Theresa May auf ganzer Linie gescheitert, das ist eine klare Absage an ihren „harten Brexit“, den die Leute nicht wollten. Und wenn May ihn immer noch will, ist sie die falsche Person im Amt. Derart geschwächt, ist ein Rücktritt früher oder später wahrscheinlich, auch wenn May selbst das noch nicht einsehen will. Und das wiederum bedeutet wahrscheinlich Neuwahlen, was wiederum bedeutet, dass die Brexit-Verhandlungen wohl viel länger dauern werden (wenn er denn überhaupt kommt). Großbritannien ist damit instabil, die Lage unsicherer denn je – und normalerweise heißt es ja, dass die Märkte Unsicherheit hassen.

Aber was ist derzeit schon „normalerweise“ – in einer Zeit, in der man die Volatilität abgeschafft zu haben scheint? Schon die asiatischen Märkte reagierten eher apathisch, nur der Nikkei kräftiger im Plus wegen des schwächeren Yen:

Shanghai Composite +0,05%
CSI300 +0,26%
ChiNext -0,16%
Nikkei +0,45%

Unser hochverehrter (X-)Dax ist noch unentschlossen, weiß noch nicht, was er machen soll:

Es wird Sie schwer überraschen, wenn wir sagen, dass die wichtigen Marken beim Dax nicht wesentlich andere sind als gestern, oder vorgestern oder vorvorgestern: Als da wären die Zone zwischen 12730 und 12750 als erster Widerstand, dann der Bereich um das alte Allzeithoch bei 12840 Punkten. Auf der Unterseite der vorgestern gebildete Doppel-Boden im Bereich 12630/40, dann die 12580 und die 12490.

Manches deutet nach X-Dax-Eröffnung darauf hin, dass der deutsche Leitindex auch heute keine allzu großen Sprünge machen, mithin also die 12630/40er-Zone verteidigen wird, auf der Oberseite aber auch nicht allzu weit hinaus schießen wird. Man zuckt eben wieder mit den Schultern und sagt sich: was haben wir mit politischen Großereignissen zu tun? Warum sollte uns das davon abhalten, weiter im Sandkasten zu spielen?

Das gleiche Bild ja auch in den USA: dort schiebt man das Geld von einem Sektor in den anderen, gestern vor allem in Finanzwerte, raus aus defensiven Versorgerwerten. Warum? Weil es möglich ist. Nicht sehr logisch, aber eben möglich. Normalerweise – aber was ist schon „normal“ – laufen Finanzwerte ja dann gut, wenn die Zinsen steigen, die Versorgerwerte wiederum laufen wegen ihrer hohen Dividendenrendite dann gut, wenn die Zinsen fallen (sie haben damit gewissermaßen die Funktion von Anleihen übernommen). Haben sich die Zinserwartungen gestern in den USA nach oben entwickelt, sodaß das Switchen von Versorger- in Finanzwerte Sinnmachen würde? Nein. Aber das Wort „Sinn“ ist wohl überbewertet – an den Märkten zumal. Da geht es eher um Instinkte (Herdentrieb) und Impulse (so bei Trump), nicht um so etwas kompliziertes wie Sinn..



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2 Kommentare

  1. steigen , was sonst

    1. alles net mehr normal…..

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