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Dax weiter auf Erholungskurs – Bullen gewinnen die erste Runde

Dax weiter auf Erholungskurs - Bullen gewinnen die erste Runde

Die Dax-Bullen haben die erste Runde für sich entschieden, aber noch ist die Trendwende nicht eingeleitet. Der deutsche Leitindex befindet sich weiterhin auf Erholungskurs und setzt sich dabei schwungvoll von der 14.000 Punkte-Marke nach oben ab. Der Ausbruch über die Hürde bei 14.055/80 Punkten hat ihn schließlich bis an die Marke von 14.200 Punkten katapultiert. Wie diverse Male zuvor stand dem Deutschen Aktienindex aber die fallende Trendlinie im Weg. Von dort aus ging es kurzzeitig wieder gen Süden, die Ziellinie überquerte der Dax dennoch nahe seines Tageshochs. Am Ende stand schließlich ein Plus von 221 Punkten (1,59%) bei 14.185 Zählern zu Buche.

Bereits vor der Eröffnung der deutschen Aktienmärkte hatten positive Signale aus Asien die Kurse hierzulande angetrieben. Hoffnung auf baldige Corona-Lockerungen und eine Erholung der chinesischen Wirtschaft ließen Anleger bei Aktien zugreifen. Im Laufe des Handels kamen dann noch positive Konjunkturdaten aus den USA und Europa dazu. Der Hauptgrund für die aktuelle Erholungsrally ist aber technischer Natur, an dem schwierigen Marktumfeld hat sich nämlich nichts geändert.

Nach dem wochenlangen Ausverkauf sind die Aktienmärkte deutlich überverkauft, zudem haben sich in der vergangenen Woche Erschöpfungsanzeichen auf der Verkaufsseite gezeigt. Angesichts der Konstellation einer niedergeschlagenen Stimmung und eines überkauften Marktes bleibt eine Fortsetzung der Kurserholung wahrscheinlich. Die zuletzt dünnen Handelsumsätze tun ihr übriges, den Dax nach oben zu hieven. Mit dem Anstieg über die 50-Tage-Linie, die aktuell bei 14.082 Punkten verläuft, hat das deutsche Börsenbarometer ebenfalls ein positives Signal gesendet.

News und Konjunkturdaten

Heute richtet sich der Blick der Dax-Anleger besonders auf die um 11:00 Uhr kommenden endgültigen Verbraucherpreise (April) der Eurozone. Analysten erwarten hier eine Teuerungsrate von 7,5 Prozent. Am Nachmittag stehen noch die US-Baugenehmigungen (14:30 Uhr) sowie die US-Rohöllagerbestände (16:30 Uhr) auf der Agenda. Unternehmensseitig dürfte ist dagegen ruhiger werden, da nur noch ein paar Nebenwerte auf dem Terminplan stehen.

Dax: Wo heute die wichtigen Marken für den Handelstag liegen

Mit dem Anstieg über die fallende Trendlinie hat der Dax ein positives Signal gesendet. Damit hat sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass er die Erholung weiter ausbaut. Auf kurze Sicht könnte der Leitindex bald eine Pause einlegen, um dann später von einem etwas tieferen Niveau die nächste Aufwärtswelle einzuleiten.

Der Dax notiert vorbörslich nahe der 14.200er Marke. Hält er sich sowohl über dem Pivot als auch der Trendlinie bei 14.169, könnte er nochmal einen Versuch in Richtung des markanten Widerstands bei 14.315 starten. Dafür müsste er zuvor das Nachthoch bei 14.275 überwinden. In der Zone zwischen 14.315 und 14.372 sollten sich die Bullen auf kräftige Gegenwehr einstellen. An dem markanten Widerstandsbereich könnte der Dax zunächst den Rückwärtsgang einlegen.

Unterhalb des Pivot bei 14.169 ist mit einem Rücklauf bis 14.102 zu rechnen. Zudem könnte der Dax nochmal das Ausbruchsniveau bei 14.078/055 von oben testen. Prallt der Dax dort nach oben ab, dann ergeben sich neue Chancen auf der Oberseite. Fällt er allerdings darunter, dann könnte sich der Rücksetzer ausweiten. Die ersten Anlaufpunkte liegen bei 13.992 und bei 13.964 (Gap). Weitere Unterstützungen liegen bei 13.901 und 13.860.

Dax Ausblick: Konsolidierung steht bevor - Bullen im Vorteil

Dax Unterstützungen (US)

14.185 – Schlusskurs 17.05.

14.169 – Pivot Punkt

14.102 – Zwischentief / EMA50 (H1)

14.078 – Ausbruchslevel / Pivot S1

14.056 – Tagestief 17.05.

14.000 – psychologische Marke

13.964 – Gap 16.05.

13.864 – Tagestief 16.05.

13.829 – Tageshoch 11.05.

13.725 – zuvor WS

13.621 – horizontale US

Dax Widerstände (WS):

14.203 – Tageshoch 17.05.

14.275 – Nachthoch

14.315 – Tageshoch 05.05. / 127,2% Ext.

14.351 – Pivot R1

14.372 – WS-Zone

14.444 – Pivot R2

14.502 – Gap 21.04.

14.535 – 161,8% Ext. (13.478-14.132)

14.598 – Tageshoch 21.04.

14.815 – Abrissmarke

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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5 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Der DAX hängt an der Wallstreet. Ohne Dow, Nasdaq und Co. kann der deutsche Leitindex wenig ausrichten.

    Und die amerikanischen Kurse partizipieren, im Wesentlichen, von den seit 1981 fallenden Renditen der Staatsanleihen.

    Beides korreliert im langfristigen Chart. Steigen die Renditen-sinken die Aktienkurse und umgekehrt.

    Die Frage ist: Macht die FED diesmal wirklich ernst oder dreht sie vorher- wieder- ab…?
    Im Moment ist die Inflation außer Kontrolle. Die letzten Daten sind eindeutig, 7,4,…7,9…8,4…8,3 Prozent…liegen weit über dem geldpolitischen Ziel, von unter aber nahe zwei Prozent.
    Daraus folgt: Die FED wird diesmal gezwungensein sein, so lange die Zinsen anzuheben, bis die Inflation wieder auf unter 2 Prozent sinkt.
    Das ist ein weiter Weg. Ein Weg den sie so noch nie in den letzten 40 Jahren beschritten hat.
    Fast nie..? Denn Anfang der Achtziger war ein gewisser Paul Volcker FED Chef. Er erhöhte die Zinsen so lange – bis die Inflation gebrochen war.
    Kommt es diesmal wieder so…oder lässt die FED-im Zweifel für die Märkte,- die Inflation einfach laufen…?

    Das ist hier die Frage…!

  2. Das beste Mittel gegen hohe Preise sind hohe Preise.Die geradezu erzwungene Rezession wird erledigen was die idiotische künstliche Wirtschaftsankurbelung angerichtet hat. Für einige Zeit wirken natürlich noch die Lieferkettenprobleme und die Deglobalisierung der Entspannung entgegen.

    1. „Das beste Mittel gegen hohe Preise sind hohe Preise.“

      So pauschal kann man das nicht sagen.
      Wenn höhere Preise erwartet werden, dann wird der Konsum tendenziell vorgezogen und verursacht eine höhere Nachfrage. Das geht natürlich nicht bei allen Gütern, z. B. (verderbliche) Lebensmittel.

      Wenn das Angebot nicht zu der steigenden Nachfrage aufschließen kann, steigen die Preise noch stärker.

      Wenig Angebot ( z. B. durch Rohstoff Knappheit, schlechte Ernten etc. ) und dennoch hohe Nachfrage (weil einige zu viel Liquidität besitzen) sind gute Voraussetzungen für eine Stagflation… Oder schlimmer noch Rezession mit Inflation.

  3. Verzicht statt Vorgezogen

    @ Richie, das ist ein altes Märchen,in Amerika passiert doch gerade das Gegenteil, weil für die nötigsten Dinge mehr Geld ausgegeben werden muss bleibt weniger für weniger nötige Dinge. 50% der Leute die schon vorher keine Reserven hatten, und jetzt noch weniger haben sollten also welchen Konsum vorziehen? Dies gilt höchstens für Reiche die bei tiefen Zinsen noch Bauvorhaben realisierten, dies ist dann aber kein Konsum sondern Investitionen, was auch später den Abschwung fördert und somit die Aussage dass hohe Preise die hohen Preise bekämpft wieder bestätigt.

    1. @ Verzicht statt Vorgezogen

      Das ist korrekt. Es wird ein Teil der US Gesellschaft aus dem Konsum von nicht benötigten Gütern gedrängt.

      Die Aussage hohe Preise bekämpft hohe Preise trifft aber zugegeben für die USA momentan natürlich zu.

      Die USA sind aber auch ehr ein Spezialfall mit Ihrer Weltleitwährung.

      Hohe Preise bekämpfen meiner Meinung nach nicht immer hohe Preise.

      Wie würden Sie sonst z.B. die seit Monaten laufenden Preissteigerungen in der Türkei erklären?

      Wenn Importe immer teurer werden, da die eigene Währung „Schrott“ ist, dann helfen auch keine höheren Preise um die hohen Preise zu bekämpfen. Es werden dann auch Güter zu höheren Preisen gekauft und wenn möglich flieht man in Sachwerte oder sonstigen Konsum, der einen vor der immer weiter steigenden Inflation schützt.

      Gut also, dass wir den Euro haben ;-)

      Da wird sich noch zeigen, ob die Stabilität gegenüber den für importierten Waren wichtigen Dollar durch die EZB gesichert werden kann bzw. wird.

      Und dann wird sich zeigen, ob Ihre Theorie der hohen Preise, die die hohen Preise automatisch bekämpft bewahrheitet.

      Darüber sollte man vielleicht mal nachdenken. Vielleicht liege ich ja Falsch. Wenn nicht und die EZB verhält sich weiterhin etwas unglaubwürdig, wird die Inflationsentwicklung im Euroraum spannend…

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