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Dax: Welt-Handelskrieg – Deutschland ist als nächstes dran!

Wenn eines sich klar abzeichnet, dann die Tatsache, dass Donald Trump den Handelskrieg mit China zwar eröffent hat, aber das Ganze logischerweise nicht auf China beschränkt bleiben wird, sondern nur der Auftakt für einen von den USA geführten Welt-Handelskrieg ist!

Markus Fugmann

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Wenn eines sich klar abzeichnet, dann die Tatsache, dass Donald Trump den Handelskrieg mit China zwar eröffent hat, aber das Ganze logischerweise nicht auf China beschränkt bleiben wird, sondern nur der Auftakt für einen von den USA geführten Welt-Handelskrieg ist. Und wie Trump selbst das schon öfter thematisiert hat: das logische und wahrscheinliche nächste Ziel des Trumpschen Handelskriegs ist Deutschland, sind vor allem deutsche Autos.

Wir sind also jetzt in einer Phase der Entgrenzung – was vor allem die Wall Street nicht wirklich realisiert hat. Dort geht man davon aus, dass das alles nur „noise“ (Lärm) sei – aber das verkennt die Situation total und wird daher ein sehr teures Mißverständnis sein! Irgendwie werde es Verhandlungen geben, dann werde sich das alles schon in Luft auflösen, so meint man.

Aber nicht nur den Chinesen ist doch inzwischen klar geworden, dass man faktisch mit Trump gar nicht verhandeln kann! Wer derart unzuverlässig ist und sekundenweise seine Meinung ändert, ist und kann gar kein Verhandlunsgpartner sein, daher hat sich China auch von diesem Gedanken längst verabschiedet.

Trump fordert, dass China sich öffnet – indem er mit (Handels-)Krieg droht und damit meint, China zum Einlenken bringen zu können. Aber wenn China nicht sein Gesicht und damit seine Ehre verlieren will – was sich Peking als die kommende Großmacht schlechthin unter keinen Umständen erlauben darf, schon gar nicht im asiatischen Moral-Kontext – dann kann man gar nicht nachgeben. Die ganze Welt würde ein solches Nachgeben als Schwäche und Unterordnung interpretieren, schon deshalb will und muß China hart dagegen halten. Und für diesen Fall hat Trump ja bekanntlich die nächste Eskalationsstufe mit weiteren 200 Milliarden an Zöllen bereits angekündigt!

Für den Dax sind das naturgemäß besonders schlechte Nachrichten! Erstens ist Deutschland nach China das nächste logische Angriffsziel, und zweitens ist das schon deshalb besonders folgenreich, weil das Volumen der Exporte und Importe in Deutschland 71% des BIP ausmacht (bei China sind es nur 36%, bei den USA nur 20%). Wir, also unsere deutschen Konzerne, sind daher besonders verwundbar.

Verwundbar ist auch der Dax, wie der Blick auf den Chart verdeutlicht:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Da ist nicht nur die große Aufwärtsbewegung von über 300 Punkten des Dax vom letzten Donnerstag wieder zunichte (mit der EZB-Garantie keiner Zinsanhebung bis Sommer 2019), sondern sogar noch mehr Porzellan zerschlagen worden! Ein Abwärtsgap unter die nächstliegende Unterstützung bei 12720 Punkten verschlechtert die charttechnische Ausgangslage weiter, nun ist für heute ein Test der 12600/12610er-Unterstützung wahrscheinlich. Sollte auch dieses Niveau nicht halten, bietet die 12540 noch einmal Halt..

 

 


Von Ww2_allied_axis.gif: User:Hohumderivative work: 36ophiuchi (talk) – Ww2_allied_axis.gif, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11788014

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    tm

    19. Juni 2018 09:42 at 09:42

    „weil das Volumen der Exporte und Importe in Deutschland 71% des BIP ausmacht“

    ja, stimmt zwar und insbesondere im Vergleich mit ähnlich großen Volkswirtschaften ist der deutsche Anteil sehr hoch (dass große Volkswirtschaften geringere und kleinere höhere Werte aufweisen, ist normal). Nach wie vor wird aber ein großer Teil des deutschen Handels mit anderen Ländern der Eurozone sowie mit anderen Ländern, bei denen kein Handelskrieg droht, abgewickelt.

    Hier wäre es eher mal interessant zu schauen, wie hoch die Anteile für die USA, China, Deutschland dann sind, wenn unterstellt wird, dass die USA sich mit Kanada, Mexiko, der EU und China anlegen, Deutschland und China aber nur mit den USA.

  2. Avatar

    Eidgenoss

    19. Juni 2018 09:56 at 09:56

    @ tm, dem könnte ich beipflichten. ich habe auch gelesen ,dass die Schweiz einer der grössten Abnehmer von deutschen Produkten ist, n.m. Meinung aber bei der Brüsseler –Zentrale nicht grosse Unterstützung bekommt.Hätte Merkel nicht bei einer von vielen Krisenflügen nach GR einen Zwischenhalt machen können.
    Doch ,sie war einmal für einige Minuten auf Besuch !

  3. Avatar

    Hans

    19. Juni 2018 11:47 at 11:47

    Deutschland hat einen Handelsüberschuss mit China, wie etliche andere sehr enge USA verbündete auch. http://www.worldstopexports.com/chinas-top-import-partners/ Die Chinesischen Firmen werden sicher die Trump Zollkosten auch an ihre Lieferanten in Taiwan 110,9Mrd.$ Handeldefizit, Süd Korea 74,7Mrd.$, Australien 53,1$, Schweiz 29,8$, Brasilien 29,4$, Japan 28,1$ oder Deutschland 28,1$ weiter geben müssen. Da werden die Käufe von Rohstoffen, Vorprodukte, Maschinen oder Autos neu verhandelt, storniert oder gar nicht bezahlt. Trumps Zölle werden sicher nicht wenige Deutsche Firmen indirekt hart treffen.

  4. Avatar

    Lausi

    19. Juni 2018 11:52 at 11:52

    Manchmal muss man wirklich an dem Sachverstand von Trump zweifeln – und das nicht nur bei Wirtschaftsfragen. Glaubt Trump wirklich mit seinen Zöllen die wirtschaftliche Lage der USA verbessern zu können, damit Arbeitsplätze zu schaffen und das Handelsbilanzdefizit zu verringern? Und was sind eigentlich seine konkreten Forderungen an die anderen Länder? Sollen die Löhne steigen? Die Produkte teurer werden? Die Zölle auf null gesenkt werden oder was wünscht er sich konkret? Ich habe diesbezüglich noch nie etwas gehört. Jemand anderes vielleicht schon?

  5. Avatar

    Columbo

    19. Juni 2018 12:36 at 12:36

    Erste Zusage Trumps: In China hergestellte Iphones sollen von Zöllen verschont bleiben. So langsam werden andere „Ausnahmen“ folgen. Typisch und zu erwarten.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      19. Juni 2018 12:44 at 12:44

      qColumbo, dazu kommt in einer halben Stunde ein gesonderter Artikel – aber China wird Apple Steine in den Weg legen – und dann ist die Frage, wie Apple seine iPhones in den USA verkaufen wollen, wenn sie nicht mehr aus China rauskommen (wo sie produziert werden)..

  6. Avatar

    Eidgenoss

    19. Juni 2018 13:16 at 13:16

    Wenn die Amis mit gleicher Härte gegen die deutschen Autobauer vorgehen wie gegen die CH Schweizer Banken ,dann Gute Nacht.Immerhin war da noch der „ NOBLE PREISTRÄGER AN DER MACHT“
    Klar haben die Matterhorn– Bänker Fehler gemacht.
    Verwerflich ist nur das die geahndeten Verfehlungen in gewissen US Staaten heute noch legal sind u.US Banken genau diese Geschäfte kürzlich in Zürich noch öffentlich beworben haben. (Steueroptimierung)
    Es sind halt die Amis, die sagen wer Steueroasen haben darf u. wer die Atombombe besitzen darf.
    Es ist Zeit ,dass diese Herrschaft beendet wird.Vielleicht wurde Trump von den Europäern als Trojanisches Pferd eingeschleust um diesen Vorgang zu beschleunigen!!

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