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Dax: Wenn nicht jetzt – wann dann?

Wenn der Dax nicht jetzt Gas gibt – wann denn dann? Asiens Märkte deutlich im Plus, die US-Futures auf neuen Allzeithochs – das ist doch eigentlich eine ideale Vorgabe für den deutschen Leitindex!

Auf X-Dax-Basis hat der Dax bereits den Sprung über den so hartnäckigen Widerstandsbereich bei 12435 Punkten geschafft:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Aber jetzt müssen eben auch die Anschlußkäufe kommen! Was es jetzt braucht, ist Dynamik, ist der Wille, das nachzubilden, was die Wall Street mit Allzeithochs beim Nasdaq 100 und beim S&P 500 vorgelegt hat.

Klar: die USA leben in ihrer eigenen Welt, die starken Zahlen der US-Unternehmen einerseits, die scheinbar robuste US-Konjunktur andererseits – das ist der Cocktail, der die Amerikaner verführt, sich in der Besten aller Welten zu wähnen. Dazu noch die Rede von Jerome Powell, die eine Art Nicht-Angriffspakt ist: wir, so Powell, werden die Wirtschaft nicht durch ein zu hastiges Vorgehen abkühlen, sondern mit Augenmaß agieren. Das nimmt den Märkten die Angst, dass es einen „policy error“ geben wird, also einen verhängsnisvollen Fehler der Notenbank, der die USA in eine Rezession stürzen könnte. Auf seine Weise hat Powell klar gemacht, dass er die Botschaft Trumps zumindest aufgenommen hat: die Fed wird ihren Teil dazu beitragen, die Wirtschaft zu unterstützen (und damit auch die Wall Street). Und überhaupt: die Inflation werde nicht deutlich über die 2%-Marke gehen, die Wirtschaft überhitze nicht etc.

Damit scheint der Druck vor allem auf die Schwellenländer deutlich abgemildert zu sein. Eines der großen Themen war ja die Krise der in Dollar verschuldeten Schwellenländer – und es ist auch ein indirektes Signal an die Schwellenländer, das Powell in seiner Rede am Freitag gegeben hat: es gibt eine Grenze in Sachen Zinsanhebungen, im Zweifel wird die Fed eher die Füsse still halten als in Aktionismus zu verfallen.

Für den Dax wichtig ist auch das Signal, dass Trump wohl doch einen NAFTA-Deal zustande bekommt – man hat nun etwas mehr Gründe zu hoffen, dass Trump auch in Sachen China zurück stecken wird (was wir jedoch für unwahrscheinouch halten, von den Märkten jedoch als wahrscheinlich angesehen wird) und auch Europa nach dem Deal mit Juncker weiter in Ruhe lassen wird.

Viel besser geht es also eigentlich nicht für den Dax – aber jetzt muß er eben liefern. Die erste Hürde ist die Nackenlinie der Schulter-Kopf-Schulter-Formation bei 12490/12500 Punkten – hier dürfte der Index im ersten Anlauf noch scheitern, aber vielleicht dann im zweiten Anlauf sich mit Überwinden der 12490/12500 ein neues „Spielfeld“ bis in die Zone 12680/12700 eröffnen.

Andererseits: sollte eben doch keien Dynamik beim Dax aufkommen und die 12490/12500 nicht in Kürze überwunden werden, wäre das ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt beim Dax – auch und gerade, weil die Vorgaben doch eigentlich so ideal sind..



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