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Dax: Wie weit geht es noch?

FMW-Redaktion

Keine Frage: das war schon eine saftige Wendung gestern beim Dax: nach Eröffnung des X-Dax der scharfe Abverkauf bis 11730 Punkte, um dann mehr als 400 Punkte zu steigen:


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Zentral war gestern die Wiedereroberung der 11860er-Marke! Damit war das Negativ-Szenario abgewendet, dann folgte die 11990/12000er-Zone, schließlich gelang sogar der Anstieg über den Widerstand bei 12140 Punkten. Logisch wäre nun das Erreichen der nächsten Widerstandsbastion in der Zone 12240 bis 12270 Punkten. Im Optimalfall könte der Dax sogar noch bis in den Bereich 12390/12400 Punkte steigen.

Der Dax versucht nun etwas Wiedergutmachung: seit Mitte Februar war der deutscher Leitindex deutlich schwächer unterwegs als die Wall Street, wie der Chartvergleich zwischen Dax (schwarz) und Dow Jones (orange) zeigt:


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War das Unsicherheit im Vorfeld wegen des SPD-Mitgliederentscheids und der Italien-Wahl? Möglich. Während die Märkte das SPD-Votum positiv sehen, bringt die Italien-Wahl eher Gegenwind, der wohl erst in den nächsten Tagen und Wochen so richtig spürbar werden wird, nämlich wenn dann offensichtlich wird, dass in Rom eben ein ganz anderer Wind weht als unter der sozialdemokratischen Gentiloni-Regierung. Mit Italien ist nun das drittwichtigste Land der Eurozone klar EU-kritisch regiert, statt Modernisierung der Wirtschaft stehen jetzt erst einmal die Verteilung von Wahlgeschenken auf Pump auf dem Plan. Das wird früher oder später Verwerfungen mit sich bringen!

Der gestrige Anstieg der Aktienmärkte wiederum basiert auf einer Art Auto-Suggestion: der Handelskrieg wird schon nicht kommen, weil US-Republikaner wie Paul Ryan dagegen sind. Aber diese Hoffnung wird sich sehr wahrscheinlich als trügerisch erweisen, die Importzölle sind nämlich das Kernstück der Ideologie von Donald Trump, von dem er unter keinen Umständen abrücken wird. Und die EU wird morgen beraten, wie man genau darauf reagieren wird – und kann sich schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit nicht leisten, klein beizugeben.

Im Englischen würde man sagen:“this is an accident waiting to happen“, also ein Unfall, der sich abzeichnet und kaum verhindert werden kann. Daher sind wir der Meinung, dass dieses Damoklesschwert auf die Märkte niedergehen wird – die Frage ist nur wann das passiert und wie sich die Märkte bis dahin verhalten. Wie im Videoausblick thematisiert, ist aus Elliott-Wave-Sicht die Kuh noch lange nicht vom Eis, vielmehr sogar neue Tiefs (unter denjenigern des ersten sell offs) wahrscheinlicher an der Wall Street als neue Allzeithochs!



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