Folgen Sie uns

Aktien

Dax: Wieder alles gut?

Ist jetzt nach dem Dementi Chinas – wonach die Meldung, dass man weniger oder gar keine US-Staatsanleihen mehr kaufe, Fake News seien – wieder alles gut für den Dax? Uns beschleichen doch da einige Zweifel

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Ist jetzt nach dem Dementi Chinas – wonach die Meldung, dass man weniger oder gar keine US-Staatsanleihen mehr kaufe, Fake News seien – wieder alles gut für den Dax? Uns beschleichen doch da einige Zweifel, da der Index nun mehrfach an der Überwindung des 13410/15er-Widerstands gescheitert ist und dann eben auch den wichtigen Unterstützungs-Bereich bei 13340 Punkten (Dezember-Hoch; obere Kante des Aufwärtsgaps aus Anfang November) glatt durchbrochen hat. Mit anderen Worten: solange der Dax nicht diese 13340er-Zone wieder überschreiten kann, ist erhöhte Vorsicht angesagt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Mit dem Erreichen der 13220er-Marke hat der Dax punktgenau die untere Kante des Gaps von Anfang-November erreicht – das sieht charttechnisch alles sehr sauber aus derzeit! Und daher definiert nun die Handelsspanne zwischen 13340 und 13220 den weiteren Verlauf des deutschen Leitindex: geht der Dax über 13340, spränge die Ampel von gelb auf eher grün (mit dem Ziel dann wieder 13410/15), fällt der Dax unter 13220, ist extreme Vorsicht angezeigt!

Blickt man auf das größere Umfeld, so fällt auf, dass bis zur gestrigen China-Meldung eigentlich kein Risiko zu bestehen schien für die Aktienmärkte – und man kann davon ausgehen, dass China nicht erst seit gestern sich Sorgen darüber macht, dass die Verschuldung der USA unter Trump noch weiter aus dem Ruder läuft als unter Obama (China hält 1,19 Billionen Dollar in US-Staatsanleihen und damit mehr als ein Drittel seiner gesamten Fremdwährungsreserven). Warum also kommt die Meldung ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt? Dann kam neben China noch die NAFTA-Meldung, an der sicher auch etwas dran ist – aber warum eben jetzt?

Uns scheint, dass das vermutlich kein Zufall ist. Möglicherweise gibt es nun ein Interesse großer Player daran, die Aktienmärkte zu einer Korrektur zu bringen. Das alles läßt sich natürlich nicht beweisen, aber es ist eben doch auffällig, dass nun wieder das Wort „Risiko“ im Spiel ist, von dem die Märkte zuvor nichts wissen wollten. Wir werden sehen, was die Aktienmärkte heute veranstalten – der große nächste Trigger wird jedenfalls erst die dann morgen voll ins Laufen kommende US-Berichtssaison sein, die einen Abgleich zwischen Kursen und Realität ermöglichen wird – alles davor ist erst einmal „noise“!

Die Erwartungen sind extrem hoch an diese US-Berichtssaison – sie muß jetzt die vorgelaufenen Kurse eben auch bestätigen, sonst droht Ungemach!

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    11. Januar 2018 09:52 at 09:52

    Ob China weniger oder keine US Staatsanleihen kauft ist nach meiner Meinung nicht der einzige Grund der Korrektur der Renditen, es reicht auch wenn China nicht mehr bereit ist diese Anleihen zu überteuerten Preisen
    ( Blase ) zu kaufen.
    Der Krieg unter Grossmächten wird seit langem nicht mehr mit Panzern geführt,so hat z.B. Reagen die Sowjietunion wirtschaftlich zur Abrüstung gezwungen.
    Jetzt hat China als grösster Gläubiger die Amis im Würgegriff.Mit einem grossen Verkauf von US-Anleihen
    könnte China jederzeit einen Riesen-Börsencrash auslösen.Vielleicht war die gestrige sogenannte „Falschmeldung „eine Warnung an das stabile Genie?

    • Avatar

      Bademeister

      11. Januar 2018 10:16 at 10:16

      Die Sowjetunion hat sich durch Misswirtschaft eher selbst entsorgt, da war Reagan eher passiver Zuseher, der dann zur richtigen Zeit seine Chance erkannt hat. Ähnliches wie damals steht jetzt den USA unter Trump bevor. China und Russland haben ihre Hausaufgaben gemacht, die USA schwänzt seit Jahrzehnten den Unterricht.

  2. Avatar

    Beobachter

    11. Januar 2018 11:15 at 11:15

    @Bademeister, ich bin kein Historiker, aber meines Wissens hat der Aufrüstungswettkampf mit den USA die Sowjets wirtschaftlich ruiniert ( die mussten als riesiges Agrarland sogar Weizen aus den USA importieren)
    Danach wurde dann abgerüstet.

    • Avatar

      Bademeister

      11. Januar 2018 11:44 at 11:44

      Stimmt schon…und haufenweise Kredite beim Klassenfeind aufnehmen (siehe auch DDR). Wie schon geschrieben, der Grund für den Zusammenbruch war die jahrzehntelange Misswirtschaft. Reagan war nur zur richtigen Zeit der rechte Statist nach dem liberalen Carter…der Zusammenbruch war, ausser durch ein Anzetteln eines neuen Krieges, unausweichlich aus letztendlich wirtschaftlichen Gründen….Rüstung ist auch Wirtschaft….siehe Donald! Die Amis machen über Umwege gerade denselben Fehler wie damals die UDSSR!

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        11. Januar 2018 11:53 at 11:53

        @Bademeister, die Amis wollen ihre Rüstungsausgaben ja bekanntlich deutlich erhöhen – aber sie sind eben in der Position des Platzhirsches, der seine Stellung und sein Revier verteidigen möchte, vor allem gegenüber dem Aufsteiger China. Eben durch ihre Militärpräsenz wären die USA jederzeit in der Lage, China den Saft abzudrehen (z.B. durch Blockade der Strasse von Malakka, durch die, wie gestern im Videoausblick thematisiert, 80% der Energieversorgung Chinas laufen). Die USA wissen, dass sie mittelfrsitig gegen China nur eine Chance haben, wenn sie in den entscheidenden militär-strategischen Schnittstellen dominant bleiben! Und China versucht dem auszuweichen, in dem man künstliche Inseln im südpazifischen Meer errichtet, eben um sich aus der Dominanz der Amerikaner zu befreien.
        Es geht hier also um Geostrategie – und diese Geostrategie erklärt zum großen Teil das Verhalten der beiden Großmächte (weshalb der Fokus der USA auf das Militär so dumm nicht ist, wenn auch aus europäischer Sicht schwer nachzu vollziehen)!
        Aber China verhält sich ähnlich und steigert die Rüstungsausgaben stark. Und setzt seine geostrategischen Interessen knallhart durch – etwa durch die Besetzung von Tibet: in der Tibet-Region entspringen alle drei großen Flüsse, die durch China fließen (Mekong, Yangtse, gelber Fluß) – und wer die Kontrolle über Tibet hat, kann dementsprechend China die Wasserversorgung abdrehen!

        • Avatar

          Bademeister

          11. Januar 2018 12:15 at 12:15

          Ich hab mich während des letzten Asienbesuchs von Trump über die m.M. nach sehr einseitige Berichterstattung bei uns gewundert. Donald wiederholt es eh gebetsmühlenartig: America first (der Rest ist mir so ziemlich wurscht)! Liefert bisher teilweise geheime Waffensysteme an Staaten wie Südkorea, Japan und Saudi Arabien…unter der Devise: „Ihr könnt Waffen von uns kaufen und dadurch die amerikanische Wirtschaft ankurbeln, aber eure Konflikte regelt ihr in Zukunft selber und liegt damit den USA nicht mehr am eigenen Börserl.“ Also einerseits ein Rückzug aus Asien und dem Nahen Osten und auch der NATO, forciert durch Trump, andererseits Platzhirsch Nr.1….wie passt das letztendlich zusammen?

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            11. Januar 2018 12:24 at 12:24

            @Bademeister, die USA ziehen sich nicht zurück, verhalten sich aber unklug gegenüber den für sie strategisch wichtigen Ländern! Etwa Pakistan: hier hat gestern, von den Medien unbeachtet, der pakistanische Aussenminister den Amerikanern die Scheidung erklärt:

            „We do not have any alliance (with the US)…This is not how allies behave.”

            Pakistan aber ist für China sehr wichtig, man baut dort Tiefseehäfen und investiert massiv in die Infrastruktur (im Rahmen der Silk Road), vor allem, in dem man Pipelines baut, um von den von den USA indirekt beherrschten Gebieten, durch die die chinesische Energieversorgung bislang läuft, unabhängiger zu werden.

            Trump hat sich klar für Indien entschieden und Pakistan vorgeworfen, den Terror nicht zu bekämpfen – Pakistan rückt daher jetzt an China heran. Es verschieben sich als derzeit stark die Gewichte weiter Richtung China, weil Trump nicht gerade diplomatisch veranlagt ist und den nötigen Weitblick vermissen läßt im Glauben, Militär sei das allein Entscheidende!

          • Avatar

            Bademeister

            11. Januar 2018 12:28 at 12:28

            Yess, soviel zum Platzhirsch Nr.1, der nach geschichtlichen Dimensionen unter Trump bald am Teller landen wird!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage