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Indizes

Dax: Wiederaufnahme der Rally? Warum die Apple-Zahlen so entscheidend sind..

Über Sogwirkung, Kettenreaktionen – und die immense Bedeutung der Apple-Zahlen heute Abend..

Markus Fugmann

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Gestern mußte der Dax nach seinem scheinbar unaufthaltsamen Siegeslauf seit letztem Mittwoch (als Trump und Juncker die Absicht bekundeten, einen Deal erreichen zu wollen) eine Pause einlegen, weil auch die Wall Street unter Druck geraten war. Allen voran die US-Tech-Werte (FANG-Aktien), die den Nasdaq die schwächste Entwicklung seit Februar einbrockten, die FANG-Aktien mit den größten Verlusten seit März diesen Jahres. Zum Handelsende drehte dann auch der Dow Jones, der sich zunächst am besten von allen US-Indizes gehalten hatte nach den starken Caterpillar-Zahlen, deutlicher ins Minus.

Dass der X-Dax dennoch mit einem freundlichen Grundton eröffnet, liegt vorwiegend an der Bank of Japan, die für viele überraschend nicht den Anfang vom Ende der ultralaxen Geldpolitik verkündet hat, sondern im Grund weiter macht wie bisher (mit minmalen Änderungen, die jedoch kaum ins Gewicht fallen). Die Frage ist, ob dieser Impuls reicht, um den Dax über das Verlaufshoch bei 12890 Punkten zu hieven:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Gelänge der Sprung über die 12890er-Marke, wartet der nächste Widerstand bei 12920 Punkten. Klar negativ dagegen wäre das Unterschreiten der Unterstützungszone 12760/12775.

Wir haben gestern gesehen, dass die Turbulenzen bei den großen US-Tech-Werten (alle FANG-Aktien im Minus) ihre Spuren auch in anderen Indizes hinterließen und den Risikoappetit deutlich dämpften. Das bedeutet, dass auch das Schicksal des Dax wesentlich davon abhängen wird, ob eben diese Turbulenzen bei den US-Techs weiter gehen – oder nicht. Das wiederum wird wesentlich davon abhängen, wie heute die Zahlen von Apple (ab 22.30Uhr bei FMW) ausfallen werden: wenn der Markt diese Zahlen feiert, kann es auch für den Dax weiter nach oben gehen, wenn Apple aber abverkauft werden sollte heute nachbörslich, wird es eng für den Nasdaq als derzeitig entscheidendem Signalgeber. Und damit auch eng für den Dax.

So oder so: in den letzten Tagen haben einige Player, die stark in die US-Tech-Werte investiert waren, sehr viel Geld verloren. Geht das weiter, wird es eine Menge Margin Calls geben, werden diese Player also gezwungen, auch andere Positionen in ihren Depots zu liquidieren. Von daher kann es also eine Sog-Wirkung geben, eine Kettenreaktion. Und daher ist es so entscheidend, was heute mit Apple, diesem Markt-Schwergewicht schlechthin, passieren wird.

Bis dahin aber erwarten wir keine allzu großen Bewegungen – man wartet auf Apple und dürfte sich im Vorfeld eher nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen..

 

Von N-Lange.de – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6238154

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Altbär

    31. Juli 2018 09:50 at 09:50

    Ein weiteres Warnsignal,
    WENN DIE GANZEN WELT–AKTIENMÄRKTE VON EINEM SCHWERGEWICHT ABHÄNGEN ! !

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    31. Juli 2018 13:43 at 13:43

    Nach der heftigen Korrektur einiger Nasdaq-Werte schaut die ganze Investmentszene heute Abend auf Apple. Wenn es den Gewinnanstieg von 30% nicht geben sollte und der Ausblick verhalten ausfällt, wäre ein weiterer Einbruch der Tech-Indizes wohl unausweichlich. Die Situation beim teuersten Unternehmen der Welt ist aber differenzierter zu betrachten.
    Da ist zum einen das Apple KGV 2019 von unter 15, kein Vergleich mit Amazon oder Netflix, aber nicht entscheidend, wenn die Geschäfte einbrechen, werden die Kritiker sagen. (Die Fallhöhe dürfte aber geringer sein.)
    Aber hat Apple auf der Hauptversammlung im Mai nicht angekündigt, ab Juni Aktien in Höhe von astronomischen 100 Mrd.$ zurückzukaufen? Am 1. Juni stand der Apple-Kurs bei 162 €, der aktuelle Kurs beträgt ~ 162 €. Daraus ergeben sich zwei Interpretationen:
    1. Die Aktienrückkäufe haben bisher nur sehr dosiert stattgefunden, bei einer Summe von 100 Mrd. $ wäre auch ein Kurs in der Größenordnung von Apple explodiert.
    2. Die Aktienrückkäufe wurden begleitet von Verkäufen, innerhalb des Unternehmens, aber auch von Großanlegern. Diese Insiderverkäufe wären aber aufgefallen und hätten die Investoren in Alarmstimmung versetzt.
    Deshalb glaube ich, dass auch hier noch viel Kapital für die Rückkäufe schlummert. Würde auch zur Divergenz zwischen den „announced and realised buybacks“ des US-Marktes in Q2 passen.
    Nichtsdestotrotz sollte eine heutige enttäuschende Zahlenpräsentation zu Verlusten führen, die im Gefolge von ETF-Verkäufen auf die Indizes noch verstärkt würden. Aber der riesige Cashbestand i.V.m. der angekündigten Verwendung sorgt bei Apple m.E. für eine außergewöhnliche Situation.

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