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Dax: Wiederholt sich das Muster von vor einem Jahr?

Ziemlich genau vor einem Jahr, in der Nacht vom 04. auf den 05.April 2017, bombardierte die USA Syrien mit Raketen – die Märkte sackten zunächst kurz ab, sichere Häfen wie Gold stiegen, bevor dann Erleichterung einsetzte, weil es nicht zu einer direkten Konfrontation zwischen den USA und Russland gekommen war (so wie aktuell auch!). Nach dieser kurzen Erleichterungsrally sackten damals die Märkte dann aber wieder ab und markierten neue Verlaufstiefs..

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FMW-Redaktion

Ziemlich genau vor einem Jahr, in der Nacht vom 04. auf den 05.April 2017, bombardierte die USA Syrien mit Raketen – die Märkte sackten zunächst kurz ab, sichere Häfen wie Gold stiegen, bevor dann Erleichterung einsetzte, weil es nicht zu einer direkten Konfrontation zwischen den USA und Russland gekommen war. Nach dieser kurzen Erleichterungsrally sackten damals die Märkte dann aber wieder ab und markierten neue Verlaufstiefs – und nun haben wir also wieder ein sehr ähnliches Muster: wieder Erleichterung, dass es bei dem Polit-Theater nicht zu einer Eskalation gekommen ist.

Warum Polit-Theater? Weil die Amerikaner, Briten und Franzosen den Russen vorher mitgeteilt hatten, wo die Einschläge erfolgen würden – und die Russen ihre Abwehr abgeschaltet hatten! Das ist so wie ein Elfmeter ohne Torwart, eine Art Kriegsspiel, weshalb die Aussagen von Trump in seinem Tweet doch eher peinlich sind:

„A perfectly executed strike last night. Thank you to France and the United Kingdom for their wisdom and the power of their fine Military. Could not have had a better result. Mission Accomplished!“

Geht Trump nun auch in Sachen China so vor – sprich große Klappe, wenig dahinter? Alles nur irgendwie eine sinnentleerte Show, eine Art Polit-Wrestling? Den Chinesen jedenfalls fehlt für solche infantilen Trump-Spielchen der Humor, und sollte die Trump-Administration heute ernst machen mit den zusätzlichen 100 Milliarden an chinesischem Warenwert, der mit Strafzöllen belegt werden soll, wird es wieder ungemütlich an den Märkten. In China übrigens heute ziemlich deutliche Verluste an den Aktienmärkten..

Trotz und gerade wegen der aktuellen Erleichterungsrally an den Aktienmärkten: das, was bisher an Erholng stattfand nach dem Abverkauf von den Allzeithochs ist bislang eher korrektiv, nicht ein eigener Trend. Mithin haben wir es also nur mit Erholungen zu tun, nicht mit einem neuen Aufwärtstrend! Daher stellt sich für uns nur die Frage: wie weit reicht die Erholung, bevor sich dann der seit Anfang Februar dominierende Abwärtstrend wieder durchsetzen wird?

Das gilt auch für den Dax, dessen saisonal gute Zeit sich nun langsam dem Ende zuneigt, während in den USA nun die Berichtssaison in den Vordergrund rückt – und die Reaktion vom Freitag auf die eigentlich starken Zahlen der US-Banken spricht dabei Bände!


(Chart durch anklicken vergrößern)

Der Dax sieht besser aus als de US-Indizes, aber auch hierist die Lage nur vorübergehend entspannt durch die Bodenbildung im Bereich 11725 bis 11775. Möglich, dass der Dax noch einmal bis zunächst 12530/35, dem Hoch vom Freitag, dann bis 12590/12600 und dann bis 12650 Punkte läuft.

Aber dann? Wir sehen jedenfalls nicht die große Perspektive auf der Oberseite im derzeitigen Umfeld angesichts der Turbulenzen um Trump, der absehbar restriktiveren Fed-Politik, den immens hohe Erwartungen an US-Berichtssaison sowie der geopolitischen Turbulenzen (Handelskrieg)..

10 Kommentare

10 Comments

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    Frank Sauer

    16. April 2018 09:48 at 09:48

    Apropos „Polit-Wrestling“. Trump kann auch Wrestling, wie der damalige Präsident in spe hier zeigt:
    https://www.youtube.com/watch?v=ZEDP5-O9MZI
    Herrlich, oder?

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    Wolfgang M.

    16. April 2018 10:29 at 10:29

    Putin hat gewonnen? Militärisch vielleicht, aber wirtschaftlich? Die ehemalige wirtschaftliche Großmacht hat derzeit ein BIP kleiner als Italien, legt sich aber mit den Westmächten USA, England, Frankreich u.w. an, die zusammen ein mind. 10-mal so großes BIP aufweisen. Hat nicht der russische Aluminiumriese Rusal bis heute aufgrund der Sanktionen schon 70% seines Börsenwerts verloren und was ist mit den Auslandsmilliarden russischer Oligarchen? Putin ist ein unglaublich gerissener Politiker, aber läuft es wirtschaftlich nicht gerade stark gegen seine Machtinteressen?

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      Feldmaen

      16. April 2018 10:58 at 10:58

      @Wolfgang M., Russland legt sich militärisch mit den Großmächten USA, England, Frankreich usw. an, weil es geopolitisch mit dem Rücken zur Wand steht. Schauen sie sich doch mal die Verteilung der US Militärbasen auf der Weltkarte an, dazu die Nato-Länder. Wenn Russland seinen verbliebenen geopolitischen Einfluss nicht verteidigt, dann gibt es Russland bald nicht mehr. In diesem Zusammenhang ist das BIP irrelevant.

      Die Amerikaner auf der anderen Seite stehen doch was Wirtschaft und Geldpolitik angeht auch mit dem Rücken zur Wand. Wie lange schaffen die USA es noch den Dollar als Weltleitwährung zu verteidigen? Was passiert wenn keiner mehr US-Staatsanleihen kauft? Russland und China üben hier massiv Druck aus, man bekommt es aber nur unterschwellig mit.

      So gesehen stellt sich die Frage, wie sich die geopolitischen Machtverhältnisse auf dauer entwickeln werden. Und ob die USA ihre derzeit noch vorhandene weltweite Vormachtstellung ohne einen 3. Weltkrieg aufgeben werden?

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        Wolfgang M.

        16. April 2018 11:29 at 11:29

        @Feldmaen. Das ist richtig, aber zugleich das Problem. Wie will denn eine Volkswirtschaft mit einem BIP von gut 2 Billionen US-$ mit den USA (u.a.) militärisch mithalten, die allein einen Militärhaushalt von über 600 Mrd. $ aufrechterhalten? Das kann nur ein Land und das ist China. Auch Militärausgaben müssen aus dem Haushalt finanziert werden und diese Kosten haben schon der Sowjetunion wirtschaftlich das „Genick“ gebrochen. Militärisches Aufrüsten ist m.E. irrsinnig, aber wirtschaftliche Fakten sind nun mal die Basis. Gruß

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          Feldmaen

          16. April 2018 11:59 at 11:59

          @Wolfgang, die Frage ist doch, was benötigt es um mit den USA militärisch mitzuhalten? Die Russen haben sich auf das Wesentliche konzentriert, Verteidigung des eigenen Territoriums und Modernisierung der Interkontinentalraketen bzw. der Atomwaffen, dafür benötigt man keine hunderte Milliarden Militärausgaben. Die USA wissen dass sie einen direkten Krieg gegen Russland nicht gewinnen können, es gäbe nur Verlierer.

          Gerade die Amerikaner sind meiner Meinung nach dabei, sich über das Militär wirtschaftlich zu ruinieren, so wie die UDSSR im kalten Krieg. Wenn man man die Achse China – Russland – Iran betrachtet sind die Amerikaner machtlos.

          Darüber hinaus können die USA diesen Militärapparat nicht mehr lange aufrecht erhalten. Entweder sie geben ihre globale Vorherrschaft auf, oder 3. Weltkrieg mit schweren Folgen für alle.

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            Wolfgang M.

            16. April 2018 14:11 at 14:11

            @Feldmaen. Obwohl wir uns hier in einem Finanzportal befinden, möchte ich noch ein paar Fakten zu den militärischen Größenvergleichen liefern. Der Anteil der Militärausgaben der USA an ihrer Gesamtwirtschaftsleistung betrug trotz der horrenden Summe (über 600 Mrd.) im vorletzten Jahr 3,3%, bei Russland aber 5,3%. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme wollte Russland seinen Etat kürzen. Wenn sich jemand an seinem Militär übernimmt, dann ist das wohl Russland – auch wenn es kaum zu glauben ist. Russland hat zwar Bodenschätze, aber kaum eine international konkurrenzfähige Industrie. Wenn es also zu einer Rezession weltweit kommen sollte, mit fallenden Ölpreisen, wen wird das gewaltig treffen? Natürlich wäre eine Achse Russland – China ein schlagfertiger Gegner, aber will das Xi Jinping in seinem Machtstreben überhaupt? Klar, bekommen die USA demnächst schon aus zyklischen Gründen eine Rezession. Aber selbst, wenn sie ihren Militärapparat um 50%, kürzen würden, hätten sie immer noch mehr als China und Russland zusammen. Eine Rezession wird alle treffen und die USA werden in einigen Jahren ihre Vormachtstellung verlieren. Aber eine derartige Dominanz in der Wirtschaftskraft geht nicht in ein, zwei Jahren „flöten“.

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    Marko

    16. April 2018 11:37 at 11:37

    Genau, Putin hat überhaupt nicht gewonnen !
    Der „Westen“ sagte: Wir werden Euch jedesmal bombadieren, wenn Ihr nochmals mit Giftgasangriffen Menschen tötet ! Da ist dem Westen Russland und der Iran egal, und das ist gut so. Und der Hammer war noch, da sagten die, die Engländer hätten den Giftgasangriff verübt ?!? Nur um einen Konflikt herbeizuführen ?

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      Gixxer

      16. April 2018 15:59 at 15:59

      Ist es bewiesen, dass es England nicht war?

      Es ist genauso wenig bewiesen dass es England war wie dass es Assad war.
      Mal eine kleine Nachhilfe in Geschichte. Operationen unter falscher Flagge gab es schon öfter und nicht nur bei Hitler damals. Auch die Amis haben mit der Tonkin-Affäre eine Operation unter falscher Flagge in ihren Geschichtsbüchern stehen.

      Meiner Meinung nach hätte auf jeden Fall die Untersuchung der OPCW abgewartet werden müssen. Oder mussten vorher vielleicht noch schnell Beweise beiseite geschafft werden?

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        Feldmaen

        16. April 2018 16:14 at 16:14

        Das lustige ist ja, dass man angeblich auch ein Giftgasarsenal in Damaskus bombardiert hat. Ich lach mich kaputt, man will die Bevölkerung schützen indem man mitten in einer Hauptstadt ein Giftgasarsenal bombardiert?

        Und die Amis haben fast alle Militäroperationen unter false flag geführt. Irak, Vietnam, Koreakrieg, Afghanistan (klar, Bin Laden hat in irgendeiner Höhle in Afganistan 9/11 geplant, die Piloten kamen aus Saudi Arabien und die amerikanische Luftsicherung hat 2 Stunden geschlafen), Kosovo (Schröder hat zugegeben das die angeblichen KZ eine Lüge waren!) etc.

        Aber es gibt immer noch menschen die den Amis glauben, traurig…..

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Finanznews

Aktienmärkte: Absturz und Trendbrüche! Marktgeflüster (Video)

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Das war ein heftiger Tag für die Aktienmärkte: der Dax -4%, auch die Wall Street tief im Minus. Dabei waren die Aktienmärkte gewarnt: Anleihemärkte, Devisenmärkte und Rohstoffe hatten das kommende Unheil angezeigt – aber man wähnte sich aufgrund der Notenbanken unverwundbar und hatte sich viel zu weit von der Realwirtschaft entkoppelt. Während in Europa die Furcht vor der Coronavirus-Pandemie herrscht, belastet die Wall Street zusätzlich, dass Bernie Sanders nach neuesten Umfragen durchaus Sieg-Chancen gegen Trump hätte – und Sanders wäre der Albtraum für die Herren des Geldes im Wall Street-Casino! Erholungen sind nun gut möglich, dürften aber nach oben „gedeckelt“ sein, solange sich das Virus so schnell in vielen Ländern verbreitet..

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Aktien

Markus Koch aktuell mit Special-Video zu den stark fallenden Aktienkursen

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Zusätzlich zu seinem täglichen Video vor der Markteröffnung in New York spricht Markus Koch aktuell in einem Special LIVE Video über die stark fallenden Aktienkurse. Der Dow 30 fällt nämlich aktuell 800 Punkte. Ist das nur eine ganz normale und gesunde Korrektur?

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Indizes

Aktienmärkte werden kollabieren, warnt JP Morgan

Über den Weg des größten Schmerzes für die Aktienmärkte

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An den Aktienmärkten lautete das Motto im Grunde seit Oktober 2019, als kurz zuvor die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik auf ultraexpansiv (Anleihekäufe, massive Intervention im Repo-Markt) gestellt hatte: diesmal ist alles anders! Bewertungen würden keine Rolle mehr spielen, nur die Liquidität und damit der monetäre Faktor seien ausschlaggebend für die Kursentwicklung vor allem an der Wall Street. Daherauch  seien die parabolisch steigenden Kurse eben eine „Fahnenstange mit Substanz“. Wirklich? Vor letztem Donnerstag, als die Aktienmärkte der Wall Street plötzlich (ohne Nachrichten) schärfer korrigierte, waren alle herömmmlichen Parameter auf extremen Niveaus.

Es reichten der letzte Donnerstag und Freitag sowie der heutige vorbörsliche Abverkauf, um den Dow Jones, das Lieblingsbaromter von US-Präsident Trump für seine eigene Leistung, sogar ins Negative zu drücken seit Jahresbeginn. Seltsam, dass Donald Trump aktuell nicht über den Dow Jones tweetet..

Im Fokus steht natürlich das Cornavirus und dessen rapide Ausbreitung vor allem in Italien und Südkorea – die Sorge vor einem globalen Abschwung und Stillstand wie in China, ja die Angst vor einer Art „Wuhanisierung“ auch andere Länder, wächst.

Und dass die Aktienmärkte diese Gefahr trotz der bisherigen Kursverluste seit Donnerstag nicht annähernd eingepreist haben – angesichts nach wie vor nicht großer Entfernungen von den Allzeithochs vieler Aktienmärkte – ist evident. Die Investoren sind weitgehend ungehedged – die einzige Absicherung scheint bei einigen Investoren lediglich eine Wette auf einen steigenden Goldpreis zu sein. Selten, so könnte man daher sagen, trifft ein schwarzer Schwan die meisten Player am Markt unvorbereiter als derzeit!

Die Börse aber geht meist den Weg des größten Schmerzes – und der größte Schmerz für die meisten Investoren lag während der heißen Phase des Handelskriegs in steigenden Kursen. Nun aber, nachdem der Handelskrieg scheinbar beigelegt und viele Investoren sich daher voll auf der Long-Seite positioniert haben, ist der Weg des größten Schmerzes eindeutig in fallenden Kursen zu finden.

Genau davor warnt nun Marko Kolanovic von JP Morgan – der alles anders als ein notorischer Bär ist, eher im Gegenteil. Mitte letzter Woche schrieb Kolanovic („global head of macro quantitative and derivatives strategy“ bei JP Morgan) an die Kunden der Bank:

“Bonds, momentum stocks, and low volatility stocks rallied – pushing the valuation spread between defensive and cyclical stocks to a level 2x worse than during the peak of the late-’90s tech bubble. The bubble we are describing is expressed in equity factors … We caution investors that this bubble will likely collapse, i.e. this time is not ‘different.“

Diesmal also ist wohl doch nicht alles anders, so Kolanovic. Im folgnden Video von CNBC zeigt Kolanovic, welche Aktien besonders gefährdet sind – und welche eben eher nicht:

Stehen die Aktienmärkte zumindest vor einem kurzfristiger Kollaps?

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