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Dax: Wo bleibt der zweite große Crash? Blick auf die versteckten Probleme

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Der Dax hängt derzeit an der Marke von 12.000 Punkten. Es geht im großen Bild gesehen weiter bergauf. Es wirkt so, als blicke man stramm in die weit entfernte Zukunft nach der Coronakrise, ohne Massenunruhen in den USA, ohne Rezession etc. Es wird schon alles werden? Im Chart sehen wir den Dax-Verlauf seit November 2019. Am 20. Februar noch bei 13.800 Punkten, ging es im März brutal runter auf 8.200 Punkte. Bis jetzt haben wir mit 12.000 Punkten einen großen Teil der Verluste wieder aufgeholt. Das ist ein beeindruckender Turnaround. Aber ist er gerechtfertigt, vor allem aus fundamentaler Sicht? Dass die Wirtschaft jetzt gerade abstürzt, ist kein Geheimnis. Aber in einigen Monaten? Da preist der Dax ein, dass demnächst alles wieder halbwegs laufen wird.

Insolvenzen und vieles andere nur aufgeschoben

Man schaue bitte auf unseren Artikel vom 14. Mai an dieser Stelle. Hier nur in Kurzform. Bis zum 30. September 2020 ist offiziell für Unternehmen die Pflicht ausgesetzt eine Insolvenz anmelden zu müssen! Bis zum 30. Juni 2020 dürfen Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruhen. Und es gibt Bundesländer, bei denen derzeit Zwangsvollstreckungen nicht durchgeführt werden. Und ja, auch die Banken sind erst einmal total entlastet. Bei Stundungen von Kreditraten, weil Schuldner wegen der Coronakrise nicht zahlen können, müssen die Banken erst einmal keine Abschreibungen vornehmen. Denn normalerweise müssten solch “wertlose” Vermögenswerte bilanziell als Verluste verbucht werden.

All das zusammengenommen bedeutet: Die Krise ist da, aber niemand sieht sie. Sie ist zeitlich nur aufgeschoben. Vor allem die Erlaubnis nicht Insolvenz anmelden zu müssen bis Ende September, das könnte ein wichtiges Datum sein. Ab  Oktober könnte die Krise und ihre Folgen öffentlich viel sichtbarer werden, wenn reihenweise Restaurants und vor allem gewerbliche Betriebe, aber auch Dienstleister dicht machen. Denn die Geschäftsführer müssen darauf achten, sich nicht wegen Insolvenzveschleppung strafbar zu machen. Aktuell tun sie das nicht, auch wenn die Betriebe längst pleite sind. Wird diese Frist vom Gesetzgeber verlängert, liegt die Deadline hierfür bei Ende September. Aber man könnte es auch anders sehen. Die großen Konzerne, die nun mal den Dax ausmachen, werden derzeit kräftig gefüttert mit Staatskohle (siehe Lufthansa), und die Deutsche Bank ebenfalls als Dax-Mitglied muss die derzeit gestundeten Kredite nicht als wertlos abschreiben. Auch andere Konzerne können derzeit gut weitermachen dank günstigen KfW-Krediten.

Dax sieht die Zukunft rosig?

Die Börse handelt die Zukunft, wie es viele Börsenkommentatoren immer so schön sagen. Und zum Beispiel ein Dauer-Optimist wie Heiko Thieme sprach im April von einer raschen Erholung im Dax. Wird es so kommen und wir sehen wieder die 13.800 Punkte vom 20. Februar? Wenn man an die Zukunft der deutschen Volkswirtschaft denkt, dann womöglich ja auch an die vorhin angesprochenen Faktoren – nämlich einen optisch verschobenen konjunkturellen Absturz, weil zum Beispiel die Zahl der Insolvenzen erst ab Oktober so richtig Fahrt aufnehmen dürfte. Müsste der deutsche Leitindex deswegen nicht eher pessimistisch Richtung Herbst oder Jahresende blicken?

Tja, man kann Argumente finden, warum der Dax jetzt steigt. Zum Beispiel schaut er in die Zukunft der deutschen Exportindustrie? Weltweit werden deutsche Exportgüter bald wieder öfter nachgefragt. China zum Beispiel ist wirtschaftlich wieder gut in Fahrt! Und weil der Dax nun mal stark exportlastig ist, juckt es den Index auch nicht, wenn die deutsche Binnenkonjunktur bald verstärkt schwächeln könnte, ohne Erholung in V- oder U-Form? Es gäbe auch noch ein weiteres Szenario. Es könnte sein, dass der Markt die aufgeschobenen und verdeckten Probleme einfach nicht sehen will, und nun ganz simpel an den Aufschwung nach dem Absturz glaubt. Fertig aus. Ach ja… und da bliebe noch die Angst der Börsianer, die in den letzten Wochen auf viel Cash saßen. Die Angst auf dem Weg nach oben nicht investiert zu sein, und somit fette Gewinne zu verpassen, dürfte verdammt groß sein und viele Anleger zurück in die Märkte treiben. Ist man nicht dabei bei der kräftigen Kurserholung, müsste man sich als Fondsmanager oder Vermögensverwalter gegenüber seiner Kundschaft rechtfertigen.

Dax auf CFD-Basis seit November 2019

5 Kommentare

5 Comments

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    Roland

    2. Juni 2020 17:28 at 17:28

    Alles gut argumentiert für das kommende Allzeithoch!

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    Zimmermann

    2. Juni 2020 18:10 at 18:10

    Alles Kaffeesatzleserei. Markt will nach oben und der hat bekannterweise immer Recht. Mein Ziel im DAX sind zunächst die 14000. Dann schauen wir weiter.

    • Avatar

      Roland

      2. Juni 2020 18:19 at 18:19

      Sehe ich auch so, 14K als eher konservatives Ziel für dieses Jahr. Sollte es eine zweite Welle geben, müssen die Notenbanken noch mal nachlegen. Dann sind die 18000 für nächstes Jahr Minimum.

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Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0?

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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie erleben wir eine regelrechte Flucht in Technologie-Aktien. Insbesondere die Nasdaq eilt seit Wochen von einem Allzeithoch zum nächsten. Zwar profitieren einige Technologie-Werte von der aktuellen Situation während der Pandemie, aber was zurzeit abläuft, grenzt an absurder Euphorie. Man muss sich nur den Chart von Tesla anschauen, hier fehlt nur das Fähnchen, dass man an die Fahnenstange hängen kann. Tesla ist nur eins von vielen Beispielen. Auch Apple hat seit dem März-Tief einen Anstieg von über 80 Prozent hingelegt. Als Info an alle Börsenanfänger – solche Steigerungsraten sind NICHT normal.

Diesmal ist alles anders

Diesmal ist es aber anders als in der Zeit des „Neuen Markt“. Damals wurde alles gekauft, dass nicht bei drei auf den Bäumen war. Dazu gehörten auch Unternehmen, die übertrieben gesagt, irgendwo in einer Garage an unnützer Software gearbeitet haben. Im Gegensatz dazu, ist es diesmal so, dass sich die Euphorie nicht auf eine große Anzahl von Techwerten konzentriert, sondern nur auf wenige Unternehmen. Hier sind die großen Technologie-Unternehmen zu nennen – Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet, Facebook, Netflix und Nvidia. Diese sieben Unternehmen machen mittlerweile 50 Prozent des gesamten Index aus.

Klumpenbildung der Technologie-Werte

Die Situation ist auch den ETFs geschuldet. Um gute Wachstumsraten für ihre Kunden zu gewährleisten, müssen sie die großen Technologie-Werte übergewichten. Dadurch verstärkt sich der Effekt. Steigen die Kurse der großen Technologie-Unternehmen, dann zieht das mehr und mehr Käufer aus allen Bereichen an – Private, Institutionelle und Fonds. Entsprechend erhöht sich das Risiko einer Klumpenbildung. Kommt es zu einer erneuten Korrektur, wäre das ein Problem, da alle gleichzeitig durch eine kleine Tür rauswollen.

Weltweite Rezession

Es scheint auch fast so, als ob die Investoren vergessen, dass wir uns in einer weltweiten Rezession befinden. Diese Rezession ausgelöst durch die Corona-Pandemie hat nämlich einen Faktor, der derzeit ignoriert wird – Unsicherheit. Damit ist gemeint, dass aktuell niemand voraussagen kann was die tatsächlichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind und wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Auch die Technologie-Unternehmen sind davon betroffen. Apple setzt zum Beispiel weniger Handys ab, Facebook hat weniger Werbeeinnahmen und Teslas Absatz an Automobilen ist alles andere als beeindruckend. Die ab nächste Woche beginnende Berichtssaison wird mehr Aufschluss darüber geben, wie sich die Pandemie tatsächlich auf die Unternehmensgewinne auswirkt.

Aktuelle Entwicklung der Technologie-Unternehmen

In den nachfolgenden Grafiken kann man einerseits die Kursentwicklung der großen fünf Technologie-Unternehmen in dem letzten Monat erkennen sowie die Relation vom Nasdaq zum S&P500. Insbesondere der Chart des Nasdaq in Relation zum S&P zeigt deutlich, dass die Entwicklung der Technologie-Werte auf dem Weg ist eine neue Blase zu bilden. Demnach brauchen wir nicht mehr über Bewertungen zu sprechen. Es wurde mehrfach in anderen Artikeln darauf hingewiesen, dass diese fernab von Gut und Böse sind. Geschuldet ist diese Situation natürlich auch den Geldflutungen und Stimuli von Notenbanken und Staaten. FED-Chef Powell hat zwar vor kurzem betont, dass man durch die Maßnahmen keine Blasenbildung erzeugen möchte, aber genau das ist was gerade passiert. Die Corona-Pandemie wird noch länger Einfluss auf die Märkte haben und Unsicherheit verbreiten. Früher oder später muss Luft aus der Blase abgelassen werden, sonst droht das Platzen.


Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0? Corona

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage bei S&P 500 und Nasdaq

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Wie ist kurz vor dem Wochenende die Lage im S&P 500 und im Nasdaq? Das schaue ich mir ganz aktuell im folgenden Video direkt am Chart an. Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Aktienmärkte aktuell: Der nächste Corona-Hype durch Remdesivir

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Und die nächste Jubelmeldung über ein Medikament, welches das Coronavirus bekämpfen soll. Remdesivir (der schon wieder) soll laut ganz aktueller Veröffentlichung des Herstellers Gilead Sciences das Todesrisiko bei Patienten um 62 Prozent senken. Hurra, es kann endlich wieder aufwärts gehen an der Börse? Die Aktienmärkte steigen. Der Dow Jones steigt in den letzten Minuten um 150 Punkte, der Dax um 54 Punkte. Wie lange kann diese Euphorieblase dieses Mal die Kurse pushen? Wann folgt die Enttäuschung? Oder ist es dieses Mal wirklich der Durchbruch?

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