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Dax-Wochenausblick: Schwacher Auftakt – nächster Rutsch droht

Dax-Wochenausblick: Schwacher Auftakt - nächster Rutsch droht

Der Dax dürfte tiefer in die neue Woche starten. Gegenwind kommt diesmal von schwachen asiatischen Börsen und von der Energie-Front. In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung teilten die G7-Staaten mit, dass sie die von der EU geplanten Sanktionen gegen Russland im Energiesektor unterstützen. Man habe sich demnach darauf verständigt, schrittweise aus russischen Öl-Importen auszusteigen. Damit rückt ein Öl-Embargo der EU gegen Russland immer näher.

Alle europäischen Aktienmärkte notieren zum Wochenstart im Minus. Die Stimmung der Anleger bleibt eingetrübt, weshalb sich der Dax schwertun dürfte. Die Sorgen vor steigenden Zinsen und einem deutlichen Konjunkturabschwung werden weiterhin das Börsengeschehen prägen. Zum Wochenauftakt steht aber zunächst die Rede zum „Tag des Sieges“ von Kreml-Chef Putin im Fokus. Es gibt die Befürchtung, dass der russische Präsident die nächste Eskalationsstufe einleitet, in dem er der Ukraine formal den Krieg erklärt und eine Generalmobilmachung verkündet. Russland hat die Gerüchte aber schon vorab zurückgewiesen.

Inflationsdaten und Quartalszahlen im Fokus

Unabhängig davon dreht sich weiterhin alles um den verschärften geldpolitischen Kurs der Notenbanken, weshalb in dieser Woche die diversen Inflationsdaten besonders im Blickpunkt stehen. Angesichts der hohen Teuerungsrate deutet sich nämlich an, dass die Notenbanken die Inflation nur um den Preis einer Rezession in den Griff bekommen. Für positive Signale könnten dagegen die Geschäftsberichte zahlreicher Dax-Unternehmen sorgen. Können die Zahlen überzeugen und geben die Konzerne einen positiven Ausblick für das laufende Jahr, dann besteht sogar Erholungspotenzial für den Dax.

Die Schwäche aus dem April reicht bis in den Mai hinein. In der ersten Mai-Woche hat der Dax seine Abwärtstendenz fortgesetzt. Am Freitag verbuchte der Leitindex ein weiteres Minus von satten 228 Punkten (1,64%) bei 13.674 Zählern und hat damit seine Wochenverluste ausgebaut. Unter dem Strich ging die erste Mai-Woche mit einem Verlust von drei Prozent zu Ende. An der Abwärtstrendlinie, aktuell bei 14.302 Punkten, liegt derzeit der Deckel drauf. Wahrscheinlich bleibt in dieser Situation eine Fortsetzung der übergeordneten Abwärtsbewegung. Diese dürfte als Ziel das 61,8% Retracement (13.388) sowie das März-Tief bei 13.341 Zählern anvisieren. In dem Bereich könnte es jedoch zu einer technischen Gegenbewegung kommen.

News und Konjunkturdaten

Neben den ZEW-Konjunkturerwartungen stehen ebenfalls diverse Inflationsdaten auf dem Programm. Der ZEW-Index erscheint am Dienstag, Analysten erwarten eine Verschlechterung der Stimmung von zuvor -41,0 auf -42,5 Punkte. Einen Tag später richtet sich das Augenmerk der Markteilnehmer auf die Inflationsdaten aus China, Deutschland und den USA. Nach den Konsensschätzungen für die USA dürfte es zu einem Rückgang der Teuerungsrate auf 8,1 Prozent im April kommen, zuvor waren es noch 8,5 Prozent. Dennoch blieben die Inflationsrisiken hoch. Zuletzt legten die Löhne weiter zu, auch die steigenden Energie- und Erzeugerpreise bleiben ein Faktor.

Darüber hinaus hält eine Flut an Quartalszahlen die Investoren auf Trab. Gleich ein Dutzend Dax-Konzerne legen ihre Kennzahlen vor. Den Anfang macht heute der Halbleiterhersteller Infineon, einen Tag später folgen Munich Re und Bayer. Im weiteren Wochenverlauf stehen dann noch die Zahlen von den Erzeugern Eon und RWE, dem Technologiekonzern Siemens, dem Versicherer Allianz und der Deutschen Telekom auf dem Terminplan.

Dax: Wo heute die wichtigen Marken für den Handelstag liegen

Zum Wochenauftakt geht es für den Dax gleich um eine wichtige Unterstützungszone. Vorbörslich ist der Index unter das Tief vom 27.04. bei 13.566 gefallen. Um nicht nach unten durchgereicht zu werden, muss er die Unterstützung bei 13.540 halten. Darunter droht er weiter abzurutschen. Ein erster Anlaufpunkt wäre das Nachttief bei 13.477. Fällt er unter das Tief, dann rücken der Pivot S2 bei 13.412 und das 61er Retracement bei 13.388 in den Fokus. Eine weitere markante Unterstützungszone befindet sich zwischen dem Tagestief vom 10.03. bei 13.341 und dem Jahrestief 2021 bei 13.298. Hier sollte es spätestens zu einer dynamischen Gegenbewegung kommen.

Verteidigt der Dax dagegen die wichtige Unterstützung bei 13.540, dann könnte er einen Erholungsversuch starten. Dafür müsste er zunächst die Hürden bei 13.555 und 13.600 überwinden. Oberhalb des Zwischenhochs bei 13.624 ergibt sich weiteres Potenzial bis zum Gap bei 13.674 und an die Widerstandszone bei 13.721/740. Ein Anstieg darüber könnte den Dax bis zur Horizontalen 13.814 und dem Freitagshoch 13.851 bringen. Über dem Freitagshoch würde sich die Lage etwas aufhellen.

Dax Ausblick: Schwacher Handelstart in die neue Woche

Dax Unterstützungen (US)

13.541 – US-Zone

13.477 Nachttief

13.412 – Pivot S2

13.388 – 61,8% Retr. (14.925-13.887)

13.341 – Tagestief 10.03.

13.298 – Jahrestief 2021

13.274 – horizontale US

13.199 – Tagestief 09.03.

13.151 – Bodenbildung 07.03.

Dax Widerstände (WS):+

13.592 – Tagestief 06.05.

13.624 – Zwischenhoch

13.674 – Gap 06.05.

13.721 – Pivot Punkt

13.738 – Zwischenhochs

13.814 – horizontaler WS

13.851 – Tageshoch 06.05.

13.933 – Impuls Hoch

13.995 – Pivot Punkt

14.050/065 – horizontale WS-Zone

14.174 – mehrfacher WS

14.302 – fallende Trendlinie

14.315 – Tageshoch 05.05.

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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1 Kommentar

  1. Die deutsche Industrie muss nun auf den Weltmärkten mit hohen Energiekosten gegen Produkte z. B. aus China und Indien konkurrieren, die dort mit Energien hergestellt werden, die Putin dort sicherlich 20 bis 30 % unter Weitmarktpreisen anbieten wird. Und dann macht er immer noch mehr Gewinne, als vor dem Krieg gegen die Ukraine.
    China, Indien, Saudi-Arabien: Wie Russland noch immer gute Geschäfte macht

    https://www.berliner-zeitung.de/news/china-indien-saudi-arabien-wie-russland-noch-immer-gute-geschaefte-macht-li.226517

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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